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Herzl-Bund-Blätter · 1917-07-01 · 36 (Juli 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
36 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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402 das Elend hier noch viel schrecklicher sein. Die Warschauer Vereine gehen augenblicklich sehr schlecht ich möchte sagen überhaupt nicht. Sfas in der „J. R." immer berichtet wird, ist fast immer übertrieben und ausgeschmückt. Auch die kurze Anwesenheit von Dr. Hantke hat die Leute nicht genügend aufgerüttelt. Es besteht hier eine allgemeine Ortsgruppe mit etwa 2000 Mitgliedern, ein Jugendbund „Merkas" mit 500 Mitgliedern. In der Ortsgruppe arbeiten etwa 40 Leute, die anderen bekümmern sich um nichts und in den anderen Vereinen ist es auch nicht viel besser. Ich war zur Generalversammlung der Ortsgruppe, am meisten Interesse erzeugte eine Diskussion über den Vorgang der Vorstandswahlen, nachher wurde wieder der gleiche Vorstand gewählt, der im vergangenen Jahr so wenig gearbeitet hatte. -Die Vorstandsmitglieder leiden viel unter der ungeheuren allgemeinen zionistischen Arbeit, die sie zu bewältigen haben, manche Zionisten wie Farbstein haben wohl 10 Acmter und wissen daher garnicht, wo sie zuerst arbeiten sollen. Es ist wie bei uns, nur hier sind noch weniger Arbeiter und viel mehr Arbeit.. Aus dem Merkas sind die Studenten ausgetreten und seitdem geht es ständig zurück. Auch der Makkabi leistet so wenig Arbeit. Dr. Hantke hat hier Pläne zu einer neuen Organisation der Zion-Vereine festgelegt, hoffentlich kommt dabei was heraus. Sehr erfreut war ich, ein zweites Mal mit Alfred Frank in Warschau zusammenzutreffen, leider aber nur auf sehr kurze Zeit. Er kam nachts um I Uhr an, ich erwartete ihn am Wiener-Bahnhof und da er nur 'Stunde Aufenthalt hatte, fuhr ich noch ein Stück mit ihm im D-Zug mit. Dann suchte mich auch Fritz Kraft auf, ich hatte am Nachmittag Dienst und so konnte ich nur abends mit ihm zusammen sein, wir waren in einem jüdischen Theater. Die Vorstellung war sehr schlecht, die Theaterstücke hatten immer wenig Sinn, sehr rohe und gemeine Pointen und die Schauspieler sind auch nicht gut. Die jüdischen Theater gelten als zweitklassig und werden nur vom unteren Volk oder von den Provinzlern besucht, auch die Zionisten gehen nicht hin. Der gebildete Jude besucht nur die polnischen Theater. ... Im Felde. Artur Abrahamsohn, Berlin.

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