Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 36 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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435 Schlaglichter. Was aus Walter Roth's Ausführungen sich schon früher herausrang, das tritt in nüchternem Idealismus und kühler Erwägung in den letzten H.-B.-Blättern erneut als starke Forderung an una heran. Ein Schlaglicht ist Feuerrings Wort: K. J. V.-Verwandtschaft. Nicht scharf genug kann einmal betont werden, daß der H.-B.-er und der K. J. V.-er zwei ganz verschiedene Menschen sind oder sein sollen, deren Wege wohl zum gleichen Ztete führen, aber nur in ganz beschränktem Maße die gleichen sind. Das wurde bisher völlig außer Acht gelassen, und diese Achtlosigkeit wurde ni einem Geburtsfehler des H.-B. Man erkannte bei 'der Oründung des H.-B., daß der Zionismus eine rein akademische Bewegung m werden drohte. Anstatt sich nun aber ihren Bedürfnissen anzupassen, wandte man sich an die jungen Kaufleute und versucht» — sie auch zu Akademikern zu machen. Sehen wir uns einmal unsere geleistete Arbeit an. Der H.-C. Berlin könnte statt H.-C. Bertis im Herzl-fiund vielleicht mit noch größerem Recht H.-C. Berka im K. J. V. heißen. Ich glaube, es gibt kein Gebiet, kein Probten, das wir nicht vom K. J.V. bKndhngs übernommen hatten. An alles Problemen mühten wir uns ab, nationalen und religiösen, rasseapsychc4ogischen und sozialen, literarischen, künstlerischen u. a. Und mit was für Mitteln! Während der Student, der Zeit und Gelegenheit hatte, sich im Laufe seines Studiums das Rüstzeug zu verschaffen, das unbedingt erforderlich ist zum Hören jener mannigfaltigen Probleme, gründliche und ernste Arbeit leisten konntet gingen wir mit schönem aber blindem Eifer an die nämlichen Aufgaben und merken vielleicht erst heute den Mangel des elementarsten philosophischen, phitotogisctien, juristischen, medizinischen^ national-ökonomischen, jüdischen und selbst kaufmännischen Wissens. So scheiterte der Erfolg unserer Arbeit. Gern will ich zugebe«, daß wir Manches erreicht haben. Manchen jungen Menschen haben wir dem Nationaljudentum gewonnen, eine Organisation, die steh bewährte in schwerster Zeit, haben wir geschaffen, eine echt« Bundesbrüderlichkeit nicht erzogen, sondern vermittelt, und dies alles schließlich des öfteren organisatorisch nutzbar gemacht. Aber einen in sich gefestigten jüdischen Menschen haben wir nicht erziehe« können. Wir gingen auf fremdes Gebiet, und da konntest wir nicht bestehen. Wo uns dort ein starker Mensch entgegentrat, da warf er uns um und zerriß uns. „Und besorgt frage ich mich, ob wir denn nicht imstande sind, uns den reinen ungetrübten Nationalismus zu bewahren, den wir uns gerade erworben hartes.4' Wieder ein Schlaglicht ... er»