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Herzl-Bund-Blätter · 1917-04-01 · 35 (Apri 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
35 (Apri 1917)
Date
1917-04-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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404 «km Studenten nachmachte; besonders dort geschah dies nur zu leicht, wo er in eine, idealistische Bewegung hineingeriet. So herrscht auch bei unseren H.-C.ern noch eine starke Diskrepanz mischen der Stelking, die sie ihrem Beruf nach im Leben einnehmen sollen und ihrer in den Mußestunden dem Zionismus gewidmeten Tätigkeit. Das muß aufhören. Jedes Auseinanderstreben von Kräften ist unrationell. Ein sokher H.-C.er wird stets ein schlechter Kaufmann bkiben; er vergeudet Kräfte und wird zum Ballast. Nur derjenige dient der Uesamtheit, der sich voll ausnützt. Zionismus und Beruf müssen in glekher Richtung sein im Interesse einer restkosen Ausnutzung und Energiesteigerung. Der Ehrgeiz des H.-C.crs soll dahin gehen ein Kaufmann zu werden, der als Zionist den zionistischen Studenten mindestens gleichwertig ist und in bezug auf Welterfahrenheit, praktisches Wissen, Ueberblick über Lander und wirtschaftliche, politische und soziale Zusammenhänge über dessen in Oeistigkeit, Abstraktheit, Theorie und Weltfremdheit immerhin begren/ten Horizont hinausschaut. Der Zionismus hat ja neben der geistigen eine ganz materielle Seite. Sie bestellt in der Frage: wie erhalten wir die lebende jüdische Generation so leistungsfähig, daß die kommende ungehindert (und hoffentlich in Palästina) leben kann? Die Antwort lautet: Zunächst dadurch, dall jeder Jude danach trachtet, sich selbst wirtschaftlich kistungs- und widerstandsfähig zu machen. Das kann jeder von uns, das s o 11 jeder von uns. Es soll in jedem der Ehrgeiz lebendig sein, den Handlungsgehilfen zu überwinden und üroßkaufmanu zu werden, eine tatkräftige Persönlkhkeit, die jederzeit jeden l\>stcn übernehmen und ausfüllen kann, der skh bietet, (hier oder in Palästina). Dann aber dadurch, daß man der materiellen Seite des Zionismus mindestens ebensovkl Beachtung schenkt wie der geistigen. Es ist Aufgabe der zionistischen Kaufleute, diese Frage stets lebendig zu erhalten und an ihre Lösung ihre besten Kräfte zu setzen, (hur denjenigen, der außerdem Interesse an den geistigen Strömungen des Judentums nimmt, wird immer auch zur Beschäftigung hiermit Gelegenheit genug vorhanden sein.) Man hat einmal der jüdischen Studentenorganisation nachgesagt, sie wäre dk Erziehung zur Persönlichkeit. Das ist eine Phrase, der mau kaum einen Inhalt geben kann. Aber was eine kaufmännische Persönlkhkeit ist, das weiß jeder von Euch, auch ohne dal) ich die Namen der Größten zu nennen brauche. Denket, was ein Ballin für Machtmittel hat, denket, was ein zionistischer Katmann für unser Volk unken könnte! Denket daran, daß derjenige der Uesamtheit am meisten nützen kann, der skh dk größte Macht und Unabhängigkeit erwirbt. Und Macht gewinnt derjenige, der den Sinn seiner Zeit versteht und seine Kräfte ihr anpaßt.

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