Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 34 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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354 gramm zu nähern.1) Unsere H.-C.er in der Provinz sollten sich von der allgemeinen zionistischen Arbeit fernhalten (bis auf 1 oder 2, denen diese Dinge, soweit sie nicht anderweitig von Zionisten erledigt werden können, vom Präsidium (Ressort Außenarbeit) offiziell gemacht werden). Es soll intensive Innenarbeit geleistei werden. Ein jeder neu zu uns kommende soll einen Mentor erhalten bezw. wählen, über dessen Aufgaben nun wohl keine Zweifel mehr unter uns bestehen. Man wird Anschluß an den Blau-Weiß suchen und finden müssen, oder an die Jung- Juda, wo eine solche existiert. Die diesen Organisationen Entwachsenen werden als wertvolle Kräfte zu uns herangezogen werden müssen. Man wird in der zionistischen Jugendbewegung mehr als bisher Hand in Hand arbeiten. Jeder H.-C. soll auf die Ausgestaltung einer guten Bibliothek achten, (üewiß wird jeder einzelne von den Bundesbrüdern von seinen Büchern hierzu etwas spenden.) Ls ist nirgends gesagt, daß nur Bücher jüdischen Inhalts in ihr enthalten sein sollen. Ich möchte überall ebenso volkswirtschaftliche und soziale Schriften, wie auch gute andere Literatur gelesen wissen. Wichtig auch für die kleinste Provinzstadt ist die eigene Wohnung oder das eigene Heim. Man glaubt nicht, mit wie geringen Mitteln ein solches Heim eingerichtet werden kann. Die Miete von vielleicht 20—30 Mark für den Monat kann überall aufgebracht werden. Wichtig ist besonders in den Clubs, die viel junge Mitglieder enthalten, das Verhältnis zum Elternhaus. Es läßt sich hierüber nichts allgemeines sagen, aber der Hinweis hierauf ist wohl notwendig. Das berufliche Fortkommen unserer Jungen darf nirgends gehindert werden. Es widerspricht unserer Struktur als kaufmännische Organisation, wenn H.-C.er wegen Ueberlastung im Chib ihre berufliche Arbeit vernachlässigen. Zum Schluß endlich seien noch ein paar Worte über den Ton, der im Club herrschen soll, gesagt, was hie und da wohl recht zu wünschen übrig läßt. Es soll ein durchaus kameradschaftliches Verhältnis aller zueinander sein. Wir sind nicht dazu da, Vereinsmeierei zu treiben. Denjenigen, die sich auf Paragraphen und Statuten stützen, ist zu sagen, daß der Sinn und nicht der Buchstabe das Gesetz 1') Ms Beispiel diene etwa unser Berliner Winterprogramm, das in- Mg< Einberufung verschiedener bereits verpflichteter Kurskiter nun leider nicht ihirchgcluhrt werden kann. Wir beabsichtigten einen Zykkrs über Nationalismus, der 7 Abende umfassen sollte, und danach einen 111.ig igen (ieschiclitskursus. der sich bis in das Frühjahr ausdehnen tollte, zti hören DuWitchen sollten Einzelvortrage und Wiederholungsreferate stattfind««. Für unsere An langer ist ein Anfängerkursus vorgesehen. An den Sonn ahendahenden wollten wir abwechselnd, einmal eine Einführung in die Volkswirtschaft hören, das andere Mal unsere Ibsenbesprechungen aus dem Sommer fortsetzen. IXam wären nodh die hebräischen Stunden sowie die Ribclabende gekommen an denen sidh jetzt schon etwa die Hilfte von uns beteiligt.