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Herzl-Bund-Blätter · 1915-12-01 · 31/32 (Dezember 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
31/32 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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282 Wie unser lieber Wasserhart sich als Jude stets seiner Pflichten aufs treueste bewußt war, so war er auch als Mensch seinem Vaterlande gegenüber. Am 2. August 1914 traf ich ihn in Hannover im Rathause, wo er sich zur Stammrolle meldete. Schon als der Krieg drohte, eilte er von Konstantinopel nach Hannover, seiner Pflicht zu genügen. Sein sehnlichster Wunsch, sich in Palästina anzusiedeln, gin« nicht in Erfüllung. - Als Opfer seiner Pflicht kehrte er nicht zurück. Uns aber soll es darauf ankommen, die Zeit zu nutzen, sich nicht von ihr beugen zu lassen. Uebernehmen wir im Bewußtsein unserer Verantwortung die Pflichten unserer Toten als unsere eigenen — damit allein können wir sie ehren. A. K. Martin Daniel Der Herzl-Club, Hamburg ist wiederum von einem schweren Verluste betroffen worden. Am 14. Oktober fand unser lieber Clubbruder Martin Daniel auf dem serbischen Kriegsschauplatze den Heldentod, gerade 4 Tage nach Entlassung aus dem Feldlazarett in Frankreich. Der Tod dieses lieben, prächtigen Jungen reißt eine empfindliche Lücke in unseren Kreis, denn Martin Daniel, der mehrere Jahre in unserem Club, besonders auf dem Gebiete des Nationalfonds, eifrig wirkte, ist uns durch seinen geraden Charakter und durch sein stilles, vornehmes Wesen ein wirklich treuer Freund und Kamerad geworden. Schon als Schüler hatte er sich mit Begeisterung dem Zionismus angeschlossen und hatte es sich später in unserem Kreise zur Aufgabe gemacht, neben der von ihm besonders gern betriebenen N.-F.-Arbeit vor ailem sein zionistisches Wissen zu vertiefen und zu bereichern. Oleich nach Kriegsausbruch trat er freiwillig in das Infanterie- Regiment 04 meiner Heimatstadt Prenzlau ein und hatte über ein Jahr lang in Frankreich alle Gefahren glücklich überstanden, bis ihn nun im fernen Serbien sein Schicksal ereilte. M. S.

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