Mannheim
Compact Memory

Herzl-Bund-Blätter · 1915-06-01 · 29/30 (Juni/Juli 1915) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
29/30 (Juni/Juli 1915)
Date
1915-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4895413-5934797-5934868--255-4895646
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Streng vertraulich! J* ■ 38 Herzl-Bund-Blätter Herausgegeben vom Präsidium des Herzl-Dundes. Die Biltter bleiben Eigentum de» Präsidium« und mllitcn bei etwaigem Austritt an daiaelbe lurOckgegebeu werden. Nr. 29-30. Juni-Juli 1915 Zum Thema mehr praktische Arbeit. Das Interesse für die in der letzten Nummer unsrer Blätter aufgestellte Forderung .mehr praktische Arbeit" ist in allen Kreisen unsres Bundes erwacht. Es kann wühl behauptet werden, daß fast/jeder einzelne, wenn auch nicht laut und öffentlich, wenn auch nicht in der Diskussion oder Korrespondenz mit Bundesbrüdem und Freunden, so doch bei sich im Stillen über diese Fragen nachgedacht und sich seine Meinung gebildet hat. Es ist selbstverständlich, daß bei den Diskussionen und Besprechungen über dieses Thema Mißverständnisse in Hülle und Fülle aufgetreten sind und auftreten mußten. In meinen Korrespondenzen aus letzter Zeit kam es öfters vor, daß, wenn man die beiden Ansichten gegenüber stellte, es zuerst schien, als ob da unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten beständen. Bei näherer Betrachtung entdeckte man dann rasch, daß man lustig aneinander vorbeigeredet, bezw. geschrieben hatte, im Grunde aber genau dasselbe wollte. Zwei ganz diametrale Gegensätze sind allerdings vorhanden. Die eine Anschauung sagt: zuerst selbst stark werden, dann nach aussen schaffen, die andere, selbst stark werden und durch die Betätigung von Aufgaben, die viel von uns verlangen, noch stärker werden Finem mir ott entgegengetretenen Mißverständnis will ich noch widersprechen: Vielfach ist geglaubt worden, unsre Außentätigkeit solle gleich beginnen. Das ist natürlich ganz falsch, und es wäre lächerlich, das zu fordern in einer Zeit, da alle Kräfte der in der Heimat Zurückgebliebenen damit in Anspruch genommen sind, das Bestehende, mit so vieler Mühe Geschaffene zu erhalten und zu stärken. Was wir jetzt tun können, ist eine Vorbereitung für die Zukunft. In Berlin wollen wir damit beginnen uns ganz systematisch Kenntnisse von allen Verhältnissen Palästinas zu verschaffen, bezw. das bestehende Wissen zu vertiefen. Nun sollen die einzelnen HCer das Wort haben! Walter Roth. Berlin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.