Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1915
- Issue
- 27/28 (April/Mai 1915)
- Date
- 1915-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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218 Berlin sind, zurückgegangen. Es stehen noch einige Einziehungen bevor. Vorstandsmitglied Willi Preiß hat uns Ende März verlassen, um in Oesterreich seiner Dienstpflicht zu genügen, und Edmund Levy verließ uns Ende April; er wurde zum Arbeiterbataillon eingezogen. Unser Vorstand mußte sich infolgeneu konstituieren; wir haben Clbr. Erich Roth kooptiert und die Kassensachen Oskar Saul übertragen. Trotz unseres augenblicklich relativ kleinen Mitgliederbestandes wird unsere Arbeit ohne Einschränkung fortgesetzt und wird auch unter allen Umständen bei noch weiteren Einziehungen uneingeschränkt weitergeführt werden. Clbr. Heinrich Marguli es setzte seinen Kongreß-Zionismus-Kursus alle 14 Tage fort. An diesen Abenden hatten einzelne Clubbrüder Spezialgeräte über mit den Kongressen zusammenhängende Themata. Im Anschluß an den seinerzeit im Abgeordnetenhaus gehörten Vortrag von Martin Buber „Die Juden als Volk des Orients", las Clbr. Walter Roth Martin Bubers „zweite Rede" vor. ., Clbr. Erich Roth referierte über die „soziale Lage der Juden in Polen und Rußland". Dr. A. Eliasberg sprach bei uns über das Thema „Vom jüdischen Bewußtsein". Dr. Curt Nawratzki sprach über „die Ursachen des Weltkrieges mit besonderer Berücksichtigung der Lage der Juden". Kantor B. Blitz gab bei uns einen Vortrag über den „Römisch-Judäischen Krieg". Dr. Paul Michaelis schnitt in einem Vortrage die Frage an, „Können und sollen die Juden Staatsbeamte werden?" Nach allen Vorträgen hatten wir lebhafte und ausführliche Diskussionen. Der von Clbr. Max Sternberg unseren jüngeren Mitgliedern erteilte Tendenzunterricht wurde regelmäßig fortgesetzt und wird nächstens seinen Abschluß finden. An einem Sonnabend Abend referierte bei uns ein Fräulein Benarie, die in Palästina geboren ist und sich auf kurze Zeit in Berlin aufhält, über das Leben in ihrer Heimatkolonie Rosch Pinah und den benachbarten Kolonien in Obcr-Cialiläa. Iii unserer Keilarbeit können wir nunmehr Erfolge aufweisen. Wir konnten 3 Mitglieder aufnehmen. Dei Turn- und Wanderbetrieb wurde aufrechterhalten; gewandert wurde meistens bei recht reger Beteiligung. Am Hilfswerk für Palästina haben wir uns mit einer namhaften Summe beteiligt. Jeder einzelne Clubbruder hat seinen Anteil gegeben; die meisten haben monatliche Beiträge gezeichnet. Auch unsere Clubbrüder im Felde unterstützten uns hierbei.