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Herzl-Bund-Blätter · 1915-04-01 · 27/28 (April/Mai 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
27/28 (April/Mai 1915)
Date
1915-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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208 das Schonhcschcidwisscu und Rcchthahen und dieses große Worte machen. Und an uns ist es, das andere, das realisierende, d. h. verwirklichende Moment in uns /u bilden und zum Siege zu leiten. Und das wissen wir von unserem Rudi, er ist einer« in dem das Realisierende trot/ seiner Jugend das Starke, das Starken war. Wie er es uns iu seinein Lehen immer wieder und wieder bewies, so kündet es uns zuletzt sein Tod. Die Treue und eine fast kindliche (iutmütigkeit, ein naives und deswegen so vollkommen unbedingtes Zukunftswollen und Vertrauen auf den Sieg unserer Sache bestimmte seinen Charakter und seine Arbeit. Keiner von uns hat das Leben so geliebt wie er, der große Junge mit den tiefen blauen Augen — er mußte es zuerst lassen . . . Und wir, die wir vereinsamt sind, dürfen nicht wehklagen. Die Zeit erfordert starke Menschen und heißt uns, uns aufrichten und gebietet uns, unsere Arbeit unentwegt fortzusetzen. Wir werden ihn nie vergessen, das wissen wir. So möge er unser Vorbild sein, fortleben in uns, in unserer Idee, in unserer Arbeit, in unserem Handeln. So erfüllen wir die Treue gegen unser Volk und damit die Treue gegen ihn. Max K o b e r - Breslau. Erich Roth- Berlin. Rudis Tod. An das Präsidium des Herzl-Bundes Berlin. Liebe Bundesbruder! Heute kann ich Ihnen Einzelheiten über den Tod meines geliebten Bruders und die Begleitumstande genau mitteilen. Es handelte sich am 7. Mar/ um den Sturm auf das von den Russen stark verteidigte (iustava. Nachdem die 71er aufgerieben waren, erhielten die J8er, ZU denen Rudolf gehörte, den ehrenvollen Auftrag, den Ort zu nehmen. Das war eine Ueberraschung! War doch den Leuten er/ahlt worden,- daß sie am nächsten Tage nach Thoru zwecks Neuformlerung kommen sollten. Unsere tapfereu Soldaten wurden von den Feinden mit Handgranaten empfangen und von einem Kugelregen samtlicher Arten von (ieschossen überschüttet. Der Tod wütete entsetzlich. Bald waren alle Offiziere und Unteroffiziere kampfunfähig. Da sprang Rudolf, obgleich selbst bereits erheblich verwundet, mit den Worten hervor: „Der Zug bort auf mein Kommando!"

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