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Herzl-Bund-Blätter · 1915-01-01 · 24 (Januar 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
24 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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178 auch liegen werden, mit hundertfacher Kraft soll und wird es dann an die Arbeit jjehen, von der es sicher mehr als bisher geben wird. Den: HB hat der Krieg etwas sehr Wertvolles schon jetzt gebracht. Die Herzlichkeit des bundesbrüdcrlichen Verhältnisses ist sehr gestiegen und berechtigt zu guten Hoffnungen, als Soldat lernte man erst so richtig die schöne Naturnotwendigkeit des unbedingten Verantwortungsgefühls des einen für den anderen kennen. Hoffentlich erscheinen die HB-Blättcr wieder regelmäßig. Vielleicht liehe sich dann in der nächsten Nummer auf eine zionistische Betätigung hinweisen, die mir recht wesentlich erscheint, und zwar meine ich, in leichter Unterhaltung - im Felde ist ja Zeit und Gelegenheit genug vorhanden — geeignete christliche Kameraden für den Zionismus zu interessieren. Genau, wie jemand, der etwas werden resp. erreichen will, .danach trachtet, bekannt zu werden und sich gute Beziehungen zu verschaffen, so wird sowohl uns später das wohlwollende Interesse der christlichen Umwelt von Nutzen sein, wie auch dem (iesamtjudentum. Und ich muh sagen, daß die zwei Fälle, in denen ich Erfolge erzielte - es handelte sich um zwei Philologen, Burschenschaftler in mir ein Gefühl der Befriedigung auslösten, man glaubt eben, damit seiner Herzenssache ein wenig gedient zu haben . . . . . . Gestern war hier Jontef, wir exerzierten gerade, da kam der Befehl: Alle Juden zum Gottesdienst um 4 Uhr fertig machen. Wir hatten einen Weg von einer Stunde vor uns, also mußten wir gleich fort. Am Sammelplatz warteten schon über 200 Leute von der Division. Zusammen waren wir 248. Rabbiner Dr. Wilde aus Magdeburg erwartete uns. Von der Kommandantur war uns ein Saal einer Brauerei zur Verfügung gestellt. Auf dem Schanktisch standen die Schahheslichter und der Chanukahlcuchter. Ein Freiwilliger betete vor. Lecho daudi nach Lcwandovvski in Belgien! Wer hatte das gedacht? Darauf hielt der Rabbiner die Predigt. Kurz, aber echt soldatisch. Als Schluß Körners: „Du Schwert an meiner Linken!" Dann wurde „Moaus zur" gesungen. Wir sagten alle Broche. Broche! Des Nachts zogen wir ins Quartier zurück. Im Regen auf unbekannter versumpfter Landstraße. Wir vergaßen aber unsere durchnäßten Uniformen, als wir zu Hause Post erhielten. Sagt mal, macht Ihr das aus Davkinismus, den Wanderzettel mitzuschicken. Treffpunkt Stettiner Bahnhof! Dafür setze ich Dixmuideu. Wer wagt es von Euch? . . . Jiddische Kriegslieder. ßbr. Abrahamsohn (M< '-Berlin) sendet uns die folgenden jiddischen Lieder. Wenn diese sich auch nicht durch besonderen

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