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Herzl-Bund-Blätter · 1914-06-01 · 18/19 (Juni/Juli 1914) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1914
Issue
18/19 (Juni/Juli 1914)
Date
1914-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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136 Herzl-Club und Religion. Innerhalb eines HC spielt Religion die gleiche Rulle, wie innerhalb der zionistischen Bewegung. Wir dürfen nichts Offizielles tun, was nur irgendwie einen Religiösen verletzt, besonders wegen der leichter empfindlichen Jugendlichen, die wir doch als Mitglieder haben. Aber auch im Interesse der zionistischen Bewegung nicht und wegen des bundeshrüderlichen Verhältnisses. Ich halte polemische oder subjektive Vorträge über religiöse Themen für verwerflich, während objektive, vom historischen Standpunkt aus bearbeitete Vorträge in den Rahmen des HC passen. Privatim sei jeder frei! He rzl-Clubund Politik. Ich spreche mich entschieden gegen jedwede politische Betätigung der HC aus. Aber auch politische Debatten möchte ich ausschließen. Auch an der zionistischen „Politik" sollen wir nicht aktiv teilnehmen. Es genügt vollkommen eine Berichterstattung, instruktive Auseinandersetzung. Ich verwerfe die Politik schon aus HC-Egoismus, da ich eine Uebertragung des Politisierens im Handeln und Reden für eine ernste Gefahr der HC sehe. Herzl-Club und Literatur. Ich möchte für eine intensive Betätigung innerhalb der Clubs mit jüdischer und allgemeiner Literatur eintreten. Besprechung von Büchern, Sichtung des Lektürenmaterials, Heranziehung hebräischer Literatur (eventuell in deutscher Uebersetzung). Erstens gewinnen wir dadurch eine große Anzahl von Fernstehenden, zweitens sichern wir uns dadurch eine literaturfeste Propaganda, drittens wird bei den Mitgliedern Interesse für vieles geweckt. Herzl-Club und Vereinsmeierei. Seien wir offen, es ist bei manchem HC ein wunder Punkt Doch bevor es zur Katas rjphe k mmt, v.rs ihn wir einz sehr it.n Ich habe seit Anfang versucht und es so geübt, daß die geschäftlichen Angelegenheiten bei der Tagesordnung entweder fehlten oder ganz am Schluß zehn Minuten einnahmen. Der Vorstand selbst soll seine Arbeit ruhig ohne prinzipielle Debatten erledigen. Es soll in allem mehr ein Arbeiten als Reden sein. Wenn mir entgegnet wird, man müßte sich doch klar werden, da kann ich nichts anderes antworten, als daß es mir unendlich leid tut. Es soll m. E. kein V e r e i n s leben, sondern Chi hieben sein. Wenn dann unsere HCer die HC-Zeit ohne Vereinsmeierei verbracht haben, werden sie im öffentlichen Leben, wo ja das Vereinsleben notwendig ist, nützliche Arbeiter sein, denen dal alles, was am Vereinslebcn sicherlich ebenso unangenehm, wie notwendig ist, noch nicht überdrüssig sein wird. Herzl-Club und Körpererziehung. Ich bin ein (iegner der Ansichten und Absichten, die der jüdischen Jugend eine reine Körpererziehung angedeihen lassen wollen. Denn es heißt, schlechter Psychologe sein, das der jüdischen Jugend zuzutrauen, und es ist ein böser Fehler, die Jugend der geistigen Nahrung zu berauben. Aber der HC soll für seine Mitglieder

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