Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1914
- Issue
- 14/15 (Februar/März 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4895413-5934794-5934826--113-4895512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
92 als reinzionistischer Jugendzirkel gegründet worden. Man hat uns von zionistischer Seite anfänglich die Existenzberechtigung abgestritten, weil man meinte, daß wir im neutralen jüdischen Jugendverein ein geeignetes Betätigungsfeld hätten. Auch fürchtete man, daß der Herzl-Club eine Konkurrenz zu diesem Verein darstellen könnte und sich in den Dienst einer bestimmten Parteirichtung stelle. Indessen alle diese Hedenken seitens unserer hiesigen zionistischen Grotten konnten wir durch unsere planmäßige zio~ nistische Arbeit schnell zerstreuen und in das Gegenteil verwandeln. Man sah ein, daß eine organisierte zionistische Jugend - wenn auch noch so klein — doch sehr Wertvolles für das große zionistische Werk schaffen könne, und in diesem Sinne wurde unsere Arbeit anerkannt und unterstützt. Wir haben seit unserer Gründung in organisatorischer Hinsicht folgende Taktik verfolgt. Nicht die Quantität, sondern die Qualität ist für die Bewertung des Clubs ausschlaggebend und demgemäß haben wir uns bemüht, nicht über einen gewissen Rahmen hinauszugehen und nur solche Elemente aufzunehmen, von denen wir erwarten konnten, daß sie sich harmonisch in unseren Kreis einfügen und unsere Arbeit wirksam unterstützen würden. Natürlich darf nicht verhehlt werden, daß wir auch hier und da Enttäuschungen erleben mußten, aber wir empfinden dies schließlich nur als Bereicherung unserer Erfahrungen im Clublcben. Wir stehen auch heute noch prinzipiell auf dem Standpunkte, daß der einzelne Club in der Mitgliederzahl begrenzt sein muß, weil dadurch eine intensivere Zusammenarbeit gewährleistet ist. In dieser Beziehung betrachten wir das Beispiel unserer Berliner Bruderclubs als vorbildlich. Als unbedingt notwendig für den Club hielten wir von jeher die Einsetzung von Funktionären für die Propagierung des Zionismus und der zionistischen Institutionen Wir gehen hierbei nicht nur von dem Gesichtspunkte aus. daß wir die Verpflichtung haben, uns für die Ausbreitung der Idee und die Schaffung realer Werte in und für Palästina einzusetzen, sondern wir meinen auch, daß jeder Clubbriuler durch Zuweisung einer bestimmter. Tätigkeit stärker an den Club selbst und damit an die Gesamtbewegung gefesselt werden muß. Die Propaganda der Idee nach außen betreiben wir nach folgenden Richtungen;