Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1913
- Issue
- 4/5 (Mai/Juni 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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34 (Referent Bbr. Neuberger) zum Ersten Zionistenkongreß, Ober den Bbr. Marx berichtete. Hier unterbrachen wir den geschichtlichen Teil und begannen mit der Behandlung der Grundlagen des Zionismus. Nacheinander wurden seitdem das nationale Problem, das Wirtschaftsproblem, das Rassenproblem und unsere Stellung zum Antisemitismus eingehend an Hand von Referaten dargelegt und durchgesprochen. In der nächsten Stunde werden wir mit einer ausführlichen Besprechung des Kulturproblems vorläufig die „Theorie" verlassen und uns im Hinblick auf den bevorstehenden Kongreß wieder der Geschichte des ,.Kongreß-Zionismus" zuwenden. Ueber den zweiten Kongreß referierte in einer der letzten Stunden bereits sehr eingehend Bbr. Loebenstein. Da uns eine große Zahl von Clubbrfldern durch Wegzug verlassen hat, vereinigten wir die zweite Abteilung mit der ersten, seitdem wir mit der Behandlung der Theorie des Zionismus begonnen haben. Nichtsdestoweniger nahm der eigentliche Geschichtskursus der zweiten Abteilung seinen Fortgang — unter Beibehaltung des Systems, das wir in unserem letzten Bericht geschildert haben. Die zweite Abteilung hatte infolgedessen in den letzten Wochen stets noch einen zweiten Abend in der Woche, der jedoch wieder fortfallen wird, sobald die zweite Abteilung ihr Geschichtspensum erledigt haben wird. Gegenwärtig hält sie bei Abraham Geiger. Wir hatten — wie bereits erwähnt — sehr unter Verlusten durch Wegzug von Mitgliedern zu leiden. Bbr. Georg Freund übersiedelte nach Hamburg, wo er in den Bruderklub eingetreten ist. Für ihn und den gleichzeitig scheidenden Bbr. Jellinek veranstalteten wir Ende März eine kleine Abschiedsfeier, die sehr gemütlich verlaufen ist. Außerdem verließ uns neben Bbr. Fechcnbach, der in eine Filiale nach Halle versetzt worden ist und den wir bald wieder bei uns zu begrüßen hoffen, Bbr. Fritz Oppenheimer, der eine Stelle beim Palästina-Amt in Jaffa angenommen hat. Trotzdem wir natürlich lebhaft bedauern, daß Bbr. Oppenheimer, der eine Zeitlang die zweite Abteilung geleitet und der sich auch sonst in der hiesigen zionistischen Arbeit große Verdienste erworben hat, uns verläßt, sind wir doch sehr darüber erfreut, daß Bbr. Oppenheimer endlich seinen langgehegten Wunsch, nach Palästina zu übersiedeln, verwirklichen kann. Eine längere, überaus schön verlaufene Feier, zu der auch eine Anzahl von Gästen erschienen war, vereinigte uns letzten Sonntagabend. Besonders verschönt wurden die Abschiedsstunden durch Jargonlieder unseres Bbr. Beermann, durch das Vorlesen der „Legende von Herzl" von Bbr. Wal Ihausen, sowie durch die dichterische Betätigung unseres Bbr. Marx. Erst am Bahnhof trennten wir uns spät nachts mit Absingen der „Hatikwah" von unserem scheidenden Bundesbruder, wir sind stolz darauf, daß unser Club den ersten Palästinenser aus dem Herzl-Bunde stellt. Mögen ihm bald andere folgen! — Mit Ausnahme des Bbr.