Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1913
- Issue
- 3 (April 1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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19 / \ kann, daß die Herren es verslanden haben, ihren Aufgaben in glänzender Weise gerecht zu werden, und wenn auch der größte Teil der Kursusteilnehmer sicherlich großen Gewinn aus diesen Stunden gezogen hat, so glauben wir, daß wir im nichsten Jahr darauf halten sollten, daQ dieser Kurs noch mehr in Form von Stunden erteilt wird. Es liegt hierin in keiner Weise eine niedrige Einschätzung der Geistesanlagen unserer Clubbrüder, wir glauben aber, daß es für uns, die wir meistens ziemlich abgespannt Zu diesen Stunden schon hinkommen, besonders schwer ist, ohne jeden äußeren Zwang dem Unterricht intensiv zu folgen. Wir hatten im Winter noch zehn Vortragsabende, von denen sich vier mit jüdischer Geschichte, zwei mit der fierzlbundes-Arbeit, je einer mit dem Balkankrieg, der deutschen Literatur, dem wirtschaftlichen Niedergang der deutschen Juden und der Nationalfondarbeit in den H.-C. befaßten. Von den Veranstaltungen des Winters erwähnen wir noch einen gut gelungenen Ball zu Beginn des Winters, einen jung-jüdischen Abend und eine Chanukah - Feier, sowie verschiedene gesellige Abende. Nicht unerwähnt lassen wir, daß wir die "Vortragsabende der B. Z. V. meist offiziell besuchten. Der Besuch der Versammlungen war, trotzdem wir in diesem Jahr abgesehen von den Turnabenden annähernd 90 offizielle Abende hatten, nicht so schlecht, wenn wir berücksichtigen, daß ohne die Gäste durchschnittlich 23 Mitglieder auf jeder Versammlung waren. Neben der direkten Arbeit im fierzl-Club betätigte sich ein großer Teil unserer Mitglieder eifrig im Barkochba, sowie bei der National fondarbeit in Berlin. In Bezug auf die Organisation ist zu bemerken, daß wir zum ersten Mal einen eigenen Delegierten nach Posen schickten, sowie unser korporativer Beitritt zur B.Z.V. Wenn die Zahl unserer Mitglieder in diesem Jahr nicht zugenommen hat, so ist dabei zu berücksichtigen, daß wir gleich zu Beginn des Jahres mehrere Mitglieder streichen mußten, von denen trotz wiederholter Mahnung kein Mitgliedsbeitrag einzubekommen war. Wir nahmen zwölf neue Mitglieder auf, verloren dagegen ebenfalls zwölf. Wir mußten, wenn wir ein richtiges Clubleben erreichen wollten, dazu übergehen, unsere Veranstaltungen nicht mal hier und mal dort abzuhalten, sondern es war notwendig, daß wir ein eigenes, möglichst etwas für uns eingerichtetes Zimmer haben. Wir haben daher mit dem Wirt des Cafe Tiergartenhof ein Abkommen getroffen, wonach wir in unserem jetzigen Clubraum Bilder aufhängen können und diesen überhaupt mehr oder weniger als unseren Raum betrachten dürfen. Wertvoll war uns auch, daß wir uns mit Hilfe der Jung-Juda eine eigne Bibliothek anschafften. Wenn der jetzige Vorstand mit dem heutigen Tage von seinem Amt zurücktritt, so tut er das mit dem Gefühl, daß er