Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Volume
- XIV (1938)
- Issue
- 16 (8.9.1938)
- Date
- 1938-09-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 16/8.9.38 GENEINDEBUTT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN <eiie 5 wegen seines Tropencharakters nur für jüngere gesunde Leute in Frage gekommen, aber Brasilien, das bereits etwa 9000 Juden aufgenommen hat wäre durch sein Klima und dünne Besiedlung ein sehr wünschenswertes Einwanderungsland und es ist zu höffert, dall die Sperre nur eine vorübergehende Maßnahme wäre. Ebenso konnten Chile. Ecuador. I'eru u. a. noch viele Menschen aufnehmen. Die Philippinen haben allerdings Tropcnklima. doch wirtschaftlich manche Möglichkeiten. Der Hilfsverein sucht eben überall neue Unterbringungsaussichten zu finden, sogar in Ländern wie Niederläudiscli-Indien. Britiseh- Indien. Fidschi-Inseln. Labrador, sogar Neufundland. Wenn das Altreu-Verfahren wieder aufgenommen werden könnte, würde sich manches entrieren lassen. Der Strom der Ratsuchenden schwillt niglich mehr an. vor b Monaten waren es noch 2—300 täglich, heule schon loim in Merlin, was dauernd Vergrößerung der'Innenarbeiten. Umzüge, neue Hilfskräfte erfordert. Trotz der oft 1/ I4stttndigen Arbeitszeit, können natürlich nicht alle ___ . jrtüllt w erden, limsomehr als ungeeignete Menschen etwa Kanfleute über SfLJahre, ohne Mittel und oluie Sprachen - nicht produktiv zur 'Auswanderung gebracht werden können, weil sie als untaugliches Material aui dem ausländischen Arheitsmarkt lasten, weitere Möglichkeiten dadurch gefährden. Vorwürfe der Übersee-Komitees hervorruien. ia sogar Gegenstjömungen in Presse und öffentlicher Meinung erzeugen, die sich sehr schnell ZU einw anderungsieindlichen Gesetzen verdichten. .Schließlich richtete der mit Aufmerksamkeit und Heifall bedankte Redner noch einen Appell au die Hörer zum ideellen I Verständnis und zur materiellen Unterstützung der Bestrebungen des Hilfsvereins, der jenseits alles Parteistreites über den verschiedenen religiösen und parteipolitischen Richtungen stehe und nur verlange, daß jeder Mitarbeiter ein guter Jude sei. Herr Rabbiner Dr. Wolf schloß den \bcud mit Worten des Dankes an den Redner und der Mahnung zur gegenseitigen Hilfe: jeder, der noch in der Lage dazu sei. •«olle helfen, damit auch jeder Einzelne Hilfe erwarten könnet wetiu er sie braucht. E.li. „Wiedersehen mit Frey, Israel". Eine ReisescJtildcruug unter obigem Thema gab am I. Sept. in einem Abend de* zionistischen Ortsvcrhaiides Dresden Herr. Landgericht->d'rektor U. I >. Alterthtmi. der im Früh Iah/ dieses] Jahres Gelegenheit, hatte, vpn Haifa aus eine große Anzahl neuerer und älter Siedlungen wieder zu besuchen und auch in Jerusalem und Tel-Awiv den Fortgang aller kulturellen und | wirtschaftlichen Arbeiten mitzuerlebeti. In seiner beseelten Art der Darstellung ließ er uns die schweren Ereignisse während j der immerwährenden Unruhen miterleben, zugleich aber die vertrauensvolle Stimmung der echten dortlebenden Zionistcn. die die Verteidigung. Erhaltung und den Weiterhau in unerschrockener Selbstsicherheit durchführen. Es war uns Zuhörern eine besondere Genugtuung, gerade auch von den Siedlern aus Deutschland t ehemaligen Akademikern so berechtigte Worte der'; Anerkennung ihrer Leistungen und ihres Durchhaltens zu hören. Jedenfalls war der vielseitige anschauliche Bericht sehr dazu angetan, die zionistische Arbeit (u. a. auch für den Keren Kajemeth) mit neuer Begeisterung anzufachen. In der Sitzung wurde noch bekanntgegeben, daß künftig an der Spitze des t Irtsverbandes ein Arbeitsausschuß stehen wird, bestehend aus den Herren Auschet, Blum und Camidt. Der Auswanderer im tiilfsverein. Der Hilfsverein will möglichst vielen Juden zur Auswanderung verhelien. Soll er hierzu trotz aller Schwierigkeiten imstande sein, so müssen ihn alle Auswanderungswilligen durch Disziplin und zweckmäßiges Verhalten unterstützen. Insbesondere ist folgendes nötig: Vor der Beratung. Bei dem großen Andrang steht für die Beratung jedes Ein/einen nur eine beschränkte Zeit zur Verfügung. Deshalb mußt Du Dich selbst auf die Beratung vorbereiten, wenn Du Deine Zeit gut ausnützen willst. Lies hierzu die vom Hilfsverein herausgegebenen Hefte ...I ü -1 d i s c Ii e Auswanderung": Du erfährst hieraus alles Wichtige über die Verhältnisse in den hauptsächlichen Einw anderungs- I.indem. Lies auch die M e r k b I ä 11 e r. die der Hilfsverein herausgibt, und die schon bei der, Anmeldung gratis abgegeben verden. Überlege Dir an Hand solcher Unterlagen und bei genauer Berücksichtigung Deiner persönlichen Verhältnisse, sin welches Land Du am ehesten glaubst einwandern, und wo Du meinst, eine neue Existenz finden zu können. ■ Fülle dann auf Grund dieser Überlegungen den gelben F rage ho gen. den Du schon bei der Anmeldung mitbekommst, mit Schreibmaschine in zweifacher Ausfertigung genau aus. Beachte hierbei besonders die Fragen nach Deinen Verwandten i ni Ausland: verschaffe Dir ihre genauen Adressen und alle .sonstigen Angaben über sie. \\ . hrend der Beratung unterstütze den Berater durch kurze, klare und absolut wahrheitsgemäße, Angaben.- Der Berater ist Dein Freund, zu dem Du, wie zu einem Arzt, absolutes Vertrauen haben darfst und mußt. Bleibe insbesondere streng bei der Wahrheit bei Deinen Auskünften über Deinen Perut tuid Deine Vermögensverhältnisse. Jede Ungcnauigkeit kann Dir selbst zuiji schwersten'Schaden gereichen. '•'.) » Verlange vom Berater nichts Unmögliches, sondern bedenke, daß der Hilfsverein nur int /Rahmen der hier und im Einwanderutigsland geltenden gesetzlichen Bestimmungen helfen kann, und daß hiervon abgesehen auch die finanziellen Mittel des Hilfsvereips sehr beschränkt sind. Halte Dir vor Augen, daß jeder Fall anders liegt und'iiur individuell bearbeitet werden kann, d. h. unter genauer Berücksichtigung seiner beruflichen, gesundheitlichen, t iiauziellen und sonstigen Besonderheiten. Auch die Transfer- und Einw audcruugshcstiuuuuugcir wechseln häutig. Berufe Dich also nicht darauf, daß ein anderer angeblich -Mir Dir bevorzugt worden sei: niemand - im flilfsverciu w ill Dich '^■nachteiligen, sondern man will Dir nur helfen. Nach der ersten Beratung halle Dich an folgende RegehK Telefonische Anträgen sind strengstens zu vermeiden, denn der Berater, der gerade viaeitf anderen Rat erteilt, w ird darin gestört. und'Dir kann der Berater ohne Vorlage der Akten oft keine richtige Auskunft geben, so daß -durch Telefongespräche oft Mißverständnisse entstehen. Richte deshalb alle Anfragen s e h r i f t l.i e li an den Hilfsvereio. An alle Kinder der Gemeinde bis zum Aller von 11 Jahren wandten nir uns in den Gemeindeblattern rinn I. und Jrt. Wfll •oiriC /. Juli mit msgesttmi 30 Preisfragen uns dem Gebiet der indischen Geschichteuml Gegenwart. U ir seiften zahlreithe Ruehpreise uns, die Beteiligung nur jedoth nicht sehr groß t rielleirht waren die fragen etwa» zu $ehtvcr?). Sa ist <■> uns heult auch nur möglich, an 9 Schüler und Schülerinnen Preise zur Verteilung zu bringen, nämlich nn: A. Schindler, II. Fürsienberg, E. Lehrer, O. Wakou tki, A. Ruth. R. Landes.-J. Olesinski. E. \ulibaum. S. Goldstein. Ilm weiter (Gelegenheit zu neben, durch Rätselraten Jüdische Geschichte und. andere nüfftiche Dinge zu lernen, haben nir Herrn Lehrer Höxter von rirr Jüdischen S&utle gebeten, einine Rätsel zu verfassen, deren erstes uir in dieser \ummer zum Abdruck bringen, W er <lie :i Rätsel löst, die u ir in dieser hzir. in den beiden folgenden \ Ummern unseres Blattes zum Abdruck bringen, kann noch »rhSne Buchpreis« bekommen. J «■ Inschrift: ..Israelitisches Gemeindeamt, tbt. Gemeindeblatt*' Bitte tlt<T angeben, Silbenrätsel. \us folgenden Silben sind 19 Wörter zu bilden. Die Anfangsbuchstaben ergeben die Namen zweier Feste. . (Sch ist ein Buchstabe.) a a — as — bei — bi .— el — far ~gew —ha - - ha — hei — i - ja ~ je — ka — ke — kel — kis - la — lew Ion — los itta — mach —- ne — heg - o — on - - -par — pe pu - ra ~ ra ra r - rat — ri — rim *— se —> scha — sehe — schi — sein scho — tik — tal — u — wa — \\a.