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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-09-08 · 16 (8.9.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
16 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEIN DHBL ATT DER ISRAELITISCHEN' RELIGIONSGEMEINDE DRESDDN Nr. 16 / 8. 9. 38 Konferenz von Evian durch einen Ausschuß der beteiligten Regieruhgen und die Schaffung eines ständigen Büros. Er «ah der Hoffnung Ausdruck, daß Iiier ein ()r»tan «schaffen wird für unmittelba-e praktische Arbeit. Die Tagung klang aus in folgender, einstimmig angenommener. Futschließung: In dankbarer Würdigung der Tatsache, dall die Einigung der Kräfte des Judentums in Deutschland wie die Zusammenfassung seiner Mittel nun weiter /um Ziele hingeführt worden ist, sind Präsidialansschuß und Rat über folgende Grundlage und Richtticn der gemeinsamen Arbeit einig: Die tür die Juden in Deutschland und ihre Gemeinden be- *cMosseM§ neue Satzung hat die Autorität der Reichsvertretung und die darin gegebene einheitliche Führung von neuem bestätigt. Die ernstesten Aufgaben liegen vor uns. In einer Lage, die sei: Jahren auch in der an Prüfungen re\ cheti Geschichte unseres Volkes kaum ihresgleichen hat. haben u ir uns. nicht ohne Erfolg darum bemüht, das drohende Gespenst des Chaos zu bannen. \llem. was aul uns eindrang, haben wir unser Gottvertrauen und unsere Selbstachtung entgegengesetzt. Die Aushöhlung unserer Existenz haben wir mit der planmäßigen Erziehung und SctMlung. mit der Vorbereitung zur Wanderung nach einer Stätte aufbauender \rheit beantwortet. Wir haben eine innere Ordnung aufgerichtet und neue Formen der seelischen und materiellen Selbsthilfe erschlossen. Der Reichsverhand wird alles daran /u setzen haben, diesen W fortzuführen und «eitere Möglichkeiten zu linden. \ber es kann auch kein Zweite darüber bestehen, dall dieser anhaltenden außerordentlichen Anspannung aller Kräfte ihre Greu/eit Jtesctzt sind. Immer enger Ist der Hereich unseres Da- --worden. P;e xnsschaltiuig aus Herui und Wirtschaft gibt den 1 ten Te:' Juden in Deutschland einer dauernden Arhe'rsiAsi-rkeit rr;.''s. i iiscri: Kräfte drohen zu versagen. ffirfj:' ■ :;r:u.i nach dem Beistand ausschauen. Wir \erkeinen \:i-.-:ihi:ck. dal', eine u:n Frieden und Sicherheit h ,:i;•..ide- Wel' ,:.'h: Mite ganze und stete Xuimerksamkeit uns;jiv et :en kann. V> ir \ergessen niehf. daB auch in anderen Länuiisere Prüder* ihre schwere Sorge und ihre Not kennen. ■ wt dürfen;iir uns doch das. was uns gewährt zu werden icinrag. erwari.-ti: die Öffnung von Grenzen iür Reihen \on Menschen in geregelter- I inwandcriing, einen baldigen Plan der I r Stellung vorübergehenden Notsiedlungen für arbeitskräitige G: •r'jpe.'i. In uns leb! <'■'>• Sehnsucht nach einem opferbereiten Lehen in der ireien I ti't der \\ elt. In uns ist der W ille, unser Dasein mit Werken eines friedlichen \uthaus zu verbinden. t Möllen, tlies^ \\ .,rte in vorgerückter Stunde weithin gehört w erden! ' f. Der #.Sac!is:s.-!ic Israel. Geineindeverb.ind" in Dresden rü als solche IVz i rk s« >rgattisati<rn des Reichs Verbandes be Stand und Aussichten der Jüd. Auswanderung. Der ililisvcrcin der luden in Deutschland leitete eine Werbeaktion in Dresden mit einem Vortrag von Herrn Dr. Arthur Prinz iBerliu) im Ilcnriette-Schie-Saal ein, und bei dem allgemeinen aktuellen Interesse des Themas war natürlich der Besuch sehr sürk. Nach einer Begrüßung durch den geschäl'tsiührenden \ orsitzenden Herrn Max Lesser. der die dankenswerte Arbeit des llilfsvereins kurz würdigte, verstrebte der Redner ein Gesamtbild des Standes der Jüdischen \usw atiderung zu geben, indem er alle uns sonst nur als Hmzelimormationen bekanntgewordene! Umstände und Aussichten kenntnisreich und erschöpfend zusammenfaßte. Allerdings ergab es ein trübes Bild, wenn j sich Dr. Prinz auch bemühte, die momentane Stagnation durch lebhafte Schilderung von Möglichkeiten für den Einzelnen, die i sich doch von Fall zu Fall bieten, und vor allem durch die Hoff-' Ein Tonfilm des Keren Kajemeth Lejisrael DER NEUE MC Sonntag, 18. Sept. i. Henriette Schie Saal, Zeughausstr. I Anfangszelten: 15,30 (JugendvorstHlung) 17 30 u. 20.30 Uhr Erstaufführung nach der Berliner Uraufführung Karten zu -.80 bis 2.- RM Vor dem Film: Ansprache Vorverkauf: Buchhandlung Strauß — Zion.-Ortsvcrhand, Gruner Striae 15 Penstonen Simon und Neumann, heißer Hirseh Eintritt nur gecen Zion. Ortsverbands-Auaweis. gültige Kulturhundkarte oder besonderen Film Ausweis 120 Ptg.l Zur gefl. Beachtuug. Die Ku-llurhundkarie kann an der Abendkasse für l«»3H / Jt* Verlane»™ »erden. Sie berechtigt /um Besuch auch der Filrmeriinsialiungen des Kulturbundes 3 .' ohne besonderen Filmausweis. - ■:ung aui allgemeine künftige Erleichterungen weniger verzwei- .•lt aussichtslos erscheinen zu lassen. Die europäischen Lander seien zwar heute keine Einwandertmgslätnjer mehr, nachdem schon die erste/Starke Auswande- -ingswel!c I933/.M in ihrer' Ungeregeltheit außerordentliche; ehlschlijge brachte, aber doch könnten Menschen mit besonderen Dirufsqualitäten und Kapital noch Möglichkeiten haben., ' l'er wirklich in Frage kommen hauptsächlich die Überseeländer; Nordamerika. Britische Dominions und Latein-Amerika. (Die Wanderung nach Palästina, das seit 1933 etwa 40 000 deutsche nden aufgenommen hat. wird nicht vom Hilfsverein betreut.) 1 S.A. bezeichnete Redner als, das-idealste Einordnungsland mit seinen bereits VA Millionen Juden, ausgezeichneten Hilfsorganisationen wie Ibas. National councel of iewish women etc. Da die volle EinWanderungsquote für Deutschland (2SIKI0 Juden) /■igelassen worden ist allerdings nur aui Affidavits -r, kann ";an von der Zukunft in U.S. A. viel erwarten, vorausgesetzt. daB unsere Menschen Pionierxetst entwickeln, die Sprache voll beherrschen und zu jeder Arbeit bereit sind, überdies nicht nur in die Haupt- und Hafenstädte ziehen. In die Britischen Dominions sind seit 1933 etwa oihiO Juden aufgenommen: leider sei ttzt die Einwanderung gesperrt. Über Australien gab Redner günstigere Auskünfte, als uns bekannt sind: Gut ausgebildete I andwerker und Farmer mit Kapital sollen Aussichten haben, dazu seien hohe menschliche Dualitäten. Fairness und tadelloses \iittreten zum Fortkommen dort erforderlich. — In Neuseeland sei leider durch die grundsätzliche Gegnerschaft der jetzt herrschenden Labour Party gegen jede Einwanderung keinerlei Aussicht vorhanden. Ebenso bestehen in ( auada höchstens Mügüchkeitet für Landw irte mit HH«) $ Kapital oder Verwandte von reiche« dortigen Bürgern, die bei den Behörden angesehen sind. Siid-Airika ist ja zur Zeit gesperrt für Juden, nur die bereits im Lande lebenden dunen sich zur Eheschließung Frauen herüberkommen lassen. » Südamerika, das bis jetzt eines der wichtigsten Gebiete"ttr die E nwanderung war Argentinien allein nahm seit 1933 viele l ausende von Juden auf —, hat jetzt in fast all seinen Staaten gröBc Erschwerungen, teilweise gänzliche Sperren. Die ICA' arbeitet dort zwar weiter für landwirtschaftliche Siedlungen, aber nur auf sehr lange Sicht. — Columbien war auch bisher

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