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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-09-08 · 16 (8.9.1938) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
16 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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SÜDISCHES BEMEINDEBLÄIT ORGAN DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN $ MITTEILUNGSBLATT DES „SACHS. ISRAEL. GEMEINDEVERBANDES" Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda betr. Überwachung der geistig und kulturell tätigen Juden im deutschen R e i ch s g e b i e t .= XIV. Jahrgang Dresden, den 8. September 1938 Nr 16 Lebenserneuerung. Einc'Betrachtung vor Rosch-Haschanah. ' Von K a h i u s Schach. Wir wissen es nicht erst seit heute: Altes und Neues sind in der Natur und im Leben keine Gegensätze, sie fließen ineinander. Gestern und Morgen begegnen einander im Heute, und die Lebenserhaltung', der stärkste Trieb aller Lebewesen, ist ohne LebensemeuerunK nicht möglich. Was wir Lehen nennen, ist ja nur der ewige Prozeß" der Ausschaltung verbrauchter und Aufnahme neuer Kräfte. Und es ist im geistig-sittlichen Leben genau wie in der Natur: ein ewiges Oberwinden. ein Ringen zur Hohe. Das Judentum das ist seine Starke war nie blind gegenüber der Natur draiiLicii und der menschlichen Natur., es wollte sie nicht verneinen, sondern einen Sinn in sie hineintragen. Es hat sich nie feindlich zum Leben gestellt, sondern on strebte danach, das Leben, seine Kräfte und Schönheiten in den Hieltst einer höheren Idee »zu stellen. Her Jude bete; und ringt seelisch um Lebenserneucrunt:. aber die jüdisch-religiöse Weltanschauung, versteht darunter nicht nur eine Änderung der äußeren Lebensformen, sondern eine Erneuerung der inneren Lebenskräfte, eine seelische Wandlung, eine Rückkehr zum h ö b er c n J. e.be n s ge d a n k e n. I »ieser (bedanke der Lehenserneuerung steht itn Mittelpunkt unseres religiösen Neujahrsfestes, und er ist es, der ihm seine Größe gibt. Has Judentum ist eine Religion der Entwicklung und' die Judenheit ist ein Volk der Entwicklung, ein altes, sich ewig erneuerndes Lehenselement. Wie hätten sie sich sonst durch die lange Zeit voller Kämpfe und Leiden erhalten können? Wenn eine Religion ..Religion des Lebens"' (Thorat chajilll) sein w ill ' und das ist die Bestimmung des Judentums tun vornherein dann muß sie sich, wie das Leben selbst, entwickeln.. erweitern, vertiefen und erneuern. Und wenn ein Volk nicht zum Petrcfakt erstarren will, dann muß es neue Kräfte aus dem Leben saugen, organisch wachsen. Entwicklung aber bedeutet, wie bei allen Organismen, .seinem inneren Lebensgesetz i o I - gen. die hatürliche Linie wahren, zur Höhe streben, aber auf eigenen Wegen, mit den andern und für die andern wirken, aber seine Eigenart seine Lebensbedingungen nicht verleugnen. Das hat das Judentum, hat die Judenheft, von wenigen unerfreulichen Epochen abgesehen, immer befolgt. Das beweist die Geistesgeschichte des jüdischen Volkes, das beweist noch starker seine Existenz in der Welt. Has Judentum des Talmuds ist. äußerlich gesehen, nicht das Judentum der Bibel und das Judentum der Rabhinen nicht das Judentum des Talmuds. Und doch bilden sie eine tiefere Einheit eine Verbundenheit in Geist und Wesen. Wo eine religiöse Richtung diese Linie verloren hat. verfiel sie dem Schicksal der Erstarrung und verlor sich mit der Zeit ganz. Die Sadduzäer im Altertum und die Karäer in späterer Zeit sind lebendige Beweise dafür. Und nach dem anderen Pol hin sjind die weltfremden Kssäer im Altertum und die Kabbalisten in späteren Jahrhunderten Argumente des Lebens, die stärker sind als alle Theorien. Weder Buchstabentreue auf Kosten des (Geistes, noch ei;t Verlassen des Rahmens, sondern ein Weitersc Ii reiten i m a 11 e n Geiste. — Wichtige Mitteilung! Luftadiulzübunft K* ist VOT8e*eheii, tm Bcdnrfsfnlx? diir Alvipivi>!t<liMl*l<\ hnlb»' Sttjtridr w>r <I<t im Kalender fi;<lc(""-t.'.i'- A-ii irbziih» Bei Z»»;ifel ut)(-r dftti Beginn a/etlde tn.tr. ifit'h>l«l| «l«ts meindea,mt. ■ . . * . * Gaamaakcn Die Gemeinde .ist in der Loc**. oje Beschnfftinc von \if»lks-< iiinsken bir ihr»; ftlitojieder zu iili»-ni«-lini»-!i (Piffis? — doch' i*t Sarrtmelbetfielluno <-rf<>r<terli' b. SYhriflltrb.e -M« itn ' dfl* Gerpeindenrni (in it..' Aitßtw. ••!». »ti»» ( i-t-o. V|noiier, h'wutti <.<t»-r kiiidiT.i)ei)i'»tiOl iWt). Ifen <?#.'. \<- iC<-n. Gemeindebeitrag 1938. Unter dem <>. September wurde ein Nachtrag zur Heil ragsordmillg der Gemeinde für das Rechnungsjahr HttN beschlossen, f Her Gcmcindchcitrag iWs-beifägi H>% der Einkommen^ bzw. Maßstabsteuer 1937. ledoch unter Beriicksicbtung von ^Kinderermäßigungen. Gemäß Artikel II des Nachtrags'zur Beitrags? Ordnung werden alle <•emeiiideiiiitglieder auigeiordert. in der Zeil vom ltl. bis 25. September I9.W ihre Einkommensteuerbescheidc für das Jahr I**37 h/.w . BesCheüligungen ilirer Arbeitgeber tilier die für sie im Jahre ll>*7 abgeführte Lohnsteuer dem Gemeindevnrstaud ein/ureichen. Falls sie bis /u diesem Zeitpunkt ihren Einkonmieiisteuerbesclicid nicht erhalten habend s«j(l sie verpflichtet die Steuererklärung vorzulegen; legt der Beitragspflichtige den Einkommeusieucrbesclieid bzw. die Steuererklärung innerhalb der Frist nicht vor. so setzt der Vorstand den Beitrag im W ege der Schätzung fest. Hat der Pflichtige nur seine Steuererklärung vorgelegt, so ist der Steuerbescheid alsbald nach Erhalt dem Vorstand zwecks Berichtigung der Veranlagung nachzuziehen. Ist der Steuerbescheid nicht bis zum 3h Dezember 1^38 vorgelegt, so kann der Vorstand den Gemeindebeitrag ebenfalls, durch Schätzung festsetzen. Im Falle der Auswanderung hat der Beitragspflichtige rechtzeitig auch' seinen Einkomiiiensteuerbeselieid hfl'w. seine Steuererklärung IM8 vorzulegen; Erfolgt die Vorlage nicht, so hat der Vorstand nach vergeblicher Aufforderung den l'eitrag durch Schätzung festzusetzen. * Es wird erwartet, daß alle Beitragspflichtigen der Voriegungsnnd Zahluhgspfticht pünktlich nachkommen. Für den GemeimJevorstand andererseits besteht die Verpflichtung* rückständige Gepieilldeheiträge auf dem gesetzlichen Wege beizutreten. Den Beitragspflichtigen neben besondere Vecanlagungsbescheide zu. aus denen der Fälligkeitstag zu ersehen ist. Zahlstellen : I. Israelitisches Gemeindeamt. Dresden. .'. Postscheckkonto Hresdeu in»**.. 3. Dresdner Bank. Abteilung Waiserihausstraße, -I. Allgemeine I»einsehe Credit-Anstalt. Abt. Seestraße. Dresden. Dresden; 7. September ll).?N. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden.

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