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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-06-15 · 12 (15.6.1938) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
12 (15.6.1938)
Date
1938-06-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr 12/ 15.6.38 GEMEINDE BLATT DER ISRAELITISCHES' RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN Se ite 7 S. DI* Lateralützten nach Beruf und (iesafclecbt. Beruf mannlich weiblich , 3 Handwerker selbständif..... '13 ' :>i ' 5 IS I Gelernte Arbeiter ■ . . is '..*>' . lintelernte Arbeiter 33 10 Vertreter..... 32 4 ' Händler ...... 43 Jl Sonnige selbständige Häuflein* .... 22 2 Kaufmännische, und Büro- Anteatclltc .... M 22 . ts* 12 Hausangestellte ■ . 1 <■ 13 ■entner u. Pensionare IS - - 27S Schüler . . . .' . 86 «3 3S - Ohne Angabe . . - zusammen N 38* «R Unterstützte insßcssmt 814 4. Die Unterstützten nach Bekenntnis und Geschlecht männlich sxihlicb 37b 386 Nicbtjuden ..... 1U 42 zusammen 3S6 418 I'ntersfüi7<c insgesamt S14 Die jüdische Mittelstandsküche Dresden im Jahre 1937: Verausgabte Portionen davon an SelhM/ahlcr an unicrniiii/rc Herst»nen Masi 8511 2*340 Aus den Akten betreffend den Synagogenbau. Die Zusammenstellung entnehmen trlr Emil I chmsnn'i, Jcs verdienten Vorstehers und (icschichtsschreibers der Gemeinde. Schritt ..Aus alten Akten" (Dresden IW*'»i Über die Synauouc eiht die hebriii.sch und deutsch in den Grundstein eingelegte Urkunde die Auskunft: „Im Dezember 1835 bildete sieh ein provisorisches Komitee zur Begründung eines Aktienvereins. Am 18. Mai 1837 erschien das Gesetz, welches die Errichtung der Synagoge genehmigte, die Schließung der Privatsynagogen anbefahl. Die Gemeinde zählt jetzt 1*38 631 Seelen. Sie erkaufte (1. November \Mlt vom Lederhündler Stadtr.it Jädicke das Gartengrundstück Nr. 51 bei dem Moritzmonumcni (das Moritznioiiument stand irüher der Synagoge gegenüber, an der Ecke des Moritzrings) für 5» hui Taler mit 5<m> Taler sofortiger. 25IHI Taler bei der Kauikoufirmation zu bewirkender Anzahlung", während der Rest zu 4 Prozent auf halbjährliche Kündigung als Hypothek stellen bleiben sollte. Im Mai 1838 wurde de,m Professor Semper die Ausführung des Baurisses und die Beaofr sichtigung des Baues übertrafen. Nach seinem Entwurf wurde der Hau selbst vom Maurermeister Spiefl und Ziumiermeister NeiBe ausgeführt. Am 21. Juni 1838. früh 9 Uhr. erfolgte die feierliche Grundsteinlegung der Synagoge in Gegenwart der höchsten staatlichen und städtischen Beamten, welche mit der Gemeinde und den Gemeindeschülern im Zuge vom Kurländer Palais (Zeughausplatz) aus auf den Bauplatz sich begaben. ..Her Sammler" Nr. 26 vom 28. Juni 1836 schliellt seine Schilderung der Feier mit den Worten: ..Ja. der sächsische Israelit hat nunmehr ein Vaterland." Aber die Mittel versagten. Die Xltestenaiutsvcrw escr erbaten - Mär/. 1838 vom Kultusministerium, es möge gegen die säumigen Geiueindeuiitglieder. welche ihre zugesicherten Beiträge nicht zahlten. Zwang eintreten* lasse*! Das lehnte das Ministerium zwar ab; ürklärte sich aber bereit, zu zwangsweisen Anlagen die Ermächtigung zu neben. Ein zweimaliges Gesuch der Ältestcnamtsvei w eser an Freiherrn Anselm v. Rothschild (2-1. August 1838 und 3p. Januar |s3«>) unter ParleKung Her-/Verhältnisse, daß Hmioo Taler iehlen und ein Darleheil oder ein Zuschuß erwünscht sei. ward durch die Zuschrift vom 7. Februar .1839 beantwortet: ..Die Herren M. V v. Rothschild Ii. Söhne beehren sieh, -aui das schätzbare Schreibet! vom 3H. Januar dem wohllöhlichcii Vorstand der. israelitischen Gemeillde zu Dresden zu dem in obenerwähntem Briefe genannten Zweck durch den Eilwagcn 25 Taler in einer Rulle, gez. J. G. Nr. I. zu übersenden. Sie wünschen davon besten Empfanü und verbleiben des wohllöhlichcn israelitischen (iemeiudevorstandes ergebenste Diener." Dieser ..verhältnismäßig geringe Betrag" wurde nicht angenommen, das w ar martder „Ehre der Gemeinde schuldig". Außer den gezeichneten Aktien spendeten einzelne Geiueindeuiitglieder erhebliche Geschenke, so. Markus Bondi IIMM Taler. Mendel Seine und Di. Beer je 'Taler. Michael Kaskel 55/1 Taler. Jontua Bomb 2Hn Taler. Wob Simon l.evi Iii" Taler. Moritz Meyer 50 Taler. Salomon und l.evi Warfe rstein das Tabernakel (heilige Lade) für W«i 'Taler. Die Altestenamtsverweser erbaten (II. November) vom Ministerium einen Vorschuß von 15ihm Taler. Das Ministerium erklärte (V. yotfl 23. Dezember 183») sich bereit. 5iMhi Taler ZU 3 Prozent ani I Jahr darzuleihen, w enn die w ohlhabcndstcii und zahluugsfähigsten Gcincindeniitgliedcr sich verbürgen. Das war unaii-- iührbai. Vorstand und VussehuU forderten (2''. Januar 18-K)) die (iemeinde zu Darlehen auf. .fite (ieineiude heiß! es in diesem schmerzlichen Angstruf ist in der traurigen NorvOendigkcii. 0 ' ' ■ * die neuerbaute Synagoge zur Befriedigung der darauf haltenden Schulden sübluistieren zu lassen, wenn die geehrten Gemeinde-- im.tglieder nicht Opfer bringen wollen, um die Ehre der (iemeinde zu reiten und die bereit* hincinvcr.v endete beträchtliche Summe nicht gänzlich zu verlieren. Die Unterzeichneten bitten dtulrctr ergebenst um Bewilligung von Darlehen zu 4 Prozent, weicht nach beiliegendem Plaue getilgt werden sollen." TMil 755 'Täler jährlich.I Darauf gewährten Markus Bondi. Dr. Beer. Mendel Seine je 11mmi Taler. Simon Wi>!i l.evi. Lazarus Lehmann, ie 4ihi Taler. Salomon \\ allei stein. Josuä Seine und ein Ungenannter K 2iN( Taler. Dr. Frankel; Vdolph .Sehie Ibrairam. Bondi, Samuel Markus. Ludwig Woli. Lippiiiann Zun/. Nauettc Bondi je HM Taler. Das Ministerium gewährte «V. vom 28; Februar 1*-lii) eine außerordentliche Unterstützung vim 3imi Taler. Mit Mühe und Not. unter dem Damoklesschwert der Geldklemme ioid der drohenden Versteigerung, ward der S\nagogenbau vollendet. Am h. Mai imo iand die feierliche Einweihung der Synagoge.iKiedlirtj um hl Anwesenheit der Minister lisw.. statt. Der Bau kostete 3H2M4 Taler. davon waren 17 185 Taler durch Darlehen von Ge* meindemitg licdcru. 3753 Taler durch Geschenke derselben, 2570 Taler durch Barzahlung für v erkaufte Beipl.it/e aufgebracht; Die Synagoge aber ist ein ergreifendes Denkmal dafür, .was auch mit spärlichen Mitteln durch hingebende Fürsorge und energische Willenskraft erreicht werden kann, ein ehrenvolles Zeugnis für die 631 Seelen zählende (iemeinde von 1838, vor allem deren Führer. * ' 1 her den Akt der (irundslcinlcKuni;' im besonderen findet sich in Kmtl 1 chmann's ..<icsammcltc Schriften" tollende Ausführuniten : hn April 1838 ward Prof. Semper um Anfertigung des Baurisses und artistische BaubeaufsichtiKunn ersucht. Er übernahm das ftir 5ihi 'Taler. Nach dem Plan Sempers w urde der Bau dem Maurermeister Spiel! für 1(1982 Taler übertrafen, die Zimmerarbeit dem Zimmermeister Kluge für 2i»5n Taler. -Vm IS. Juni 1838 ernannter die Ultestenamtsverweser: Markus' Lehmann, Simon Me.ver. Julius Salomon. Markus Levi. Julius Mcndelcohn. Moritz Ellmeyer, Bernhard Gutmann und Joseph Bondi zu Kommissaren für die zum 21. Juni anberaumte feierliche Grumtsteinlegung der Synagogie.

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