Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Volume
- XIV (1938)
- Issue
- 8 (15.4.1938)
- Date
- 1938-04-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr « / 15 t. 38 Institution war. deren «vir Juden in Deutschland uns rühmen durften und dessen segerts reiche W irksamkeit in diesen letzten lahren »n vielen Tausenden zugute gekommen ist. der unendlich viele betreut und zu neuen Wohnstätten und Arhcitsmög-j lichkcitcn gebracht hat. Kr ist wie eine große Familie,'in der .nur für den anderen da i?j. in der auch aus dem (ieistejf familiärer Yerfctindenheit heraus geholfen wird, in der tnan.vcrj -ucht. alles Scfcwcrc zu erleichtern, alle Bitterkeit zu entfernen] Wenn da* l\st der Wanderung zum-Kest der Familie und der; KrudeVhilfe geworden, i-t. st« sehen wir das im Hilf«verein wiederholt: nis der Nt«t der Wanderung wurde die Tugend brüderlicher Hilfeleistung. \uch der Hilfsvercin'ruft: „Jeder, der .bedürftig ist. komme zu im*!" Wohin imnh r diese Zeilen gelangen, mögen sie den Wunschj einer,ge»egnet*n "Tessaehfeier tragen: In die Herzen derer, diu iMctj wie -cit Jahren in ihren Hausern weilen dürfen, umgeben! a oii allem, was ihnen heimisch und vertraut ist: mögen diescj der «Leistungen der < ■eniein-chafl gedenken, die Tausenden unserer l'.rtide» und Schwestern den Weg in die Kerne geebnet' hat. und mögen -ie »ich verpflichtet fühlen, »ich diesem' Kreisej > inztio-iinen. im' ihn zu weiteren segensreichen Leistungen zu| befahiu. n. Kerne die- Di. \!ii\\ arid -: vorlä ■ ..rder. Wenn .d>er un»ere Kräder und Schwestern in der* Worte liierle-en. so mögen sie im Käckhlick an das>. was sie £11-1 Iii. r erlebt.'nicht nur pietätvolle, getnütsri .1 Kriiiiiejrunea n 111 -ich aufsteigen fühlen, sondern auch «•5 anderen Landen -ich eingliedern in da» Werk brüderlicher] 1 u orilicMvvi: und tatiger Liebe und. dankbar" für da - 'nun -geschah, dazu mithelfen. daß in allem Wandel d> V.i it.i ■ r. r 1 lentein-chafi,.die Kraft de- Mitfühlen» un-1 IJHferis nicht i-erloren gehe. I ' Dr. Leo Raerwald. München. Der neue Schedule ' n> üc ■rkcdule, -der am in. März herausgegeben umli -i ungnn-tig beurteilt worden i-t. bietet bei genauerer g für die jüdi-chc Ii inw indemng nach Palästina Aliig-: ■'•Nvi ie! 1>-acfit.iicher Stetgerung. de- High l'oninWssiimer». den l'mfang der h (•••Iiii-clien < lesichtspunkten zu bemessen, eichi außer Kraft ge-etzt. sondern verlängert mit d. r Maßgabe. daB <lie«e . V» rlangernng . f-ir .Ii. tiach»ti u -ech» Mopati (1 \pril bi» ytt. Scp- ■ > . . ik:i»eh ird. \'uder IVgründitng dieser Maßnahm .. g. hl tt r\djr. daß die englische Regierung wilK :i» i-t. trotz} -r l-t-.Krtgvn \>r ogerur.g die durch ileti 1'e e 1 - I'• e r i c h t| ingvl. i . :» I Ngiri!» durchzuführen* Dal'rinz.ip der ökono : .1 :i 'i' i--i»g-krat; «I» » l-s*idi - al» »irundlagc der Kinwan - . - :ite*:ng w in! .itwrkaniil. jedoch hinzugefügt, daü <*i« s« . t Viuzip W'-i den Teil de- Lande» ar.gi,wandt wi rilen soll, di r pi i iplßlic« zu »it'cüi jüdischen Sta u gehören w ird. Da du .' _-. , •■:!»■ diese» T»-iit - von dein arabischen bisher noch >rgi tionmueii werden konnte (dawird zu eleu Aufgaben dei H :. n ■ •> chji.-'cheti l'nter-iichiiiigskomndssion gehören, «Iii- Vpril Bachyalä-tina g hin wirdl. i-t e» unvermeidlich, die »de noch •i^-izu verlängern und den l'mfang ■der- /•• n^k In. Da» i-t in kurzen Zügen di. Legrii dtllig 'UM neiii-i* IV-tiiniutingi-ii. Inhaltliclr besagen -ii- -i. 1.i:iig 1 .! . 1 11 11 a 11 d e r 11 n g - \ 1 - e u an Kapist i \ i egip-ie \ I di- I.inwand»TungsgisetzesI soll groß- -i;--i g<'.tauilbÄl wi rden 11ml j.ioo Visen im nächsten Halbjahr) :--iii Dil* \1 \'i»i 11 gilten wieder, wie früher, für In ifcr Kati-gorii t 'Arbeiter) werden iikhi Zcrti- ■1 -.-gebü'ii wcYden. u.nd es ist sieher. .daß verheiratete Z. rtrftkats« mpfipgir mit Krau und Kindern werden einwandern; nii:._ohne *it du-e Kainilicninitglii der innerhalb des (ic -aiur.ch« ihtle» fe-oi.di rgezahlt werden. .Die Kategorie D (Vcr ndti i-i «licännal nur mit Jon Zertifikaten bedacht" worden.! . i Ii. merkt w ird. dal.', die-e. Zahl für Härtefälle reserviert bleihell darf, da Frauen und Kinder, die bisher unter diese iteg. rn fielen, nunmehr < wie oben dargetan I mit den Zcrtifikat-einpfängefn in- Land kommen bzw. ihnen nach wandern können, <»hnf ln -ondi rgerechnet zu werden.. I".- w erden , h nunmehr in der IIanptsacht- Fitem über 5» Jahre auf du Kategorie D aeg.-w ie»ce -ein. I >i. große iijnd n e 11 a r t i g\ 1 h a n c'c des Schcdnlcs liegt ■ I irin. daß «ljVHs iti gorie I! del '.inw andernngsgesetz.es z.iffern-;.i.!ig ubetnaupt nicht beschrankt^ ist. In diese Kategorie ge- .horen ..Iii itejenicen Kinw anderer, die zur Ausbildung und zum Stiidiinn n;jh l'alä-tina kommen: die' Ausbildungsstätten der J 11 g 1 11 d-» 1 i j J.. der Wizo. die Hebräische l'niversität Jerusalem. oV- Haifaer Technikum und eine Reihe anderer Krziehiing-iii-ilUitioneii »irrri über It-Zertifikaie zugänglich Altersmäßig liegen»jbier die \'or.iu»»i tz.tingeu ganz verschieden; die Jngeijd-Alija ^ftreibt ein Aller von 15—17 Jahren, die Wiio{ von i.S g4 Jahren und andere I'.inrichtungen noch anderes vor. Wieviel Menschen also im kommenden Halbjahre auf H- Zcrtifikate nach Palästina einwandern werden, ist nicht von der Mandatsregiermng abhängig, sondern allein von der Zahl der Ausbildungsplätze, die itr den genannten und anderen jüdischen Institutionen frei werden bzw. neu 1000 Meilsehen st darf rechnen, daß derart erwerden zur Alija gehen geschaffen werdert können. Man heblich mehr als können. nsgesamt wird demnach die Alija nach hlrez Jisrael Hn nächsten Halbjahr Soon'hils ioihki Köpfe erreichen. .Denkt n daran, daß diese Ziffer in sechs Monaten erreichbar sein wird, während in den letzten acht Monaten die Ziffer von H000 l'.inw anderem nicht-überschritten werden durfte, daß ferner der Peel-Bericht in seinen sogenannten Palliativvorschlägen eine Höchstgrenze von nur uooo Immigranten je Jahr vorschlug, dann ist ein gewisser Fortschritt nicht zu verkennen, der in dem neuen Schedule liegt. Fr ist ein bedeutsamer l'.rfolg der zionistischen Politik, hoffentlich ein Zeichen dafür, daß Palästina auch weiter für das Wanderungsbedürfnis der Judenhcit in Deutschland sehr Erhebliches leisten wird, zumal darüber hinaus Aussicht auf zusätzliche Zertifikate besteht, die in den C oder H-Schedule einzuordnen sind. Gemeinde-Abend „Schaffender Wille14 Im dicht gefüllten Schie-Saal gaben unsere Dresdner Religioii-gemeinde und «Iii- Reichsvertrelung der Juden in Deutachland gemeinsam einen Abend, der in großartiger Form gleichsam einen Rechenschaftsbericht des bedeutendsten jüdisch sozialen l'nttälrnehmens in Deutschland ..Hilfe und Aufbau" darstellte. Im Namen unseres (iemeindevorständeeröffnete Dr. Walter <irün die Veranstaltung mit dem Ausdruck eines kraftvollen I dea I i s 111 n s . daß wir durch zweierlei unsere Khrc vor der (ieschichtc zu feilen hätten, einmal durch Würde und Haltung, durch tadellose Führung, zweitendurch Z.11- -ammenhall "und Hilfe, die wir trotz eigener. N'oi den noch Schwächiren leiteten. Diese Hilfsarbeil, und zwar insbesondere die l'mschichttftigsarhcit in die llerufe der' Handwerker und Mauern, wurde in einem l-'il'm vorgeführt (Spielleitung: (ieorg l.ngel. Manuskript: Dr. Moser», der natürlich keinen Vergleich mit solchen ajjs Filmwerkstättcn hcrausiordern will aber doch 111 fesselnder und reichhaltiger Folge ohne Sentimentalität iud Stimmungsmache - die harte Arbeit der l'mschichtung in praktische produktive llcrufu vorführt, wobei aber die Jugend eine Kntfaltu'ng aller körperlichen und geistigen Kräfte erlebt. \I- KinleirjUUS zu diesem Film ..Schaffender Wille" hielt Direktor Jos'ef Schmeidler. Mitglied ' des Präsidfalaussrhus- -1 -/Ii r Reichsvertretung iler deutschen Juden, einen \'ortrag über <lii Tätigki it der Organisation ..Hilfe und Aufbau" in den letzten .- Jahren. Die lichtete der Wohlfahrtspflege und Wirt; -chaftshilfe, der Schul, und des F.rzichungswcseii», der Wanderung und Rerufsiimschichtung wurden von ihiji ausführlich behaifdelt. Durch'die jüdisch» Winterhilfe sind Xo.mhi Menschen 1 or bitterster Not bewahrt worden: als Wirtschaftskredite vtirden über 1 Million RM gewährt: j 750 000 RM w urden für jüdische Schulen,, über .1 'lillionjen für l'mschichtungsausbilctung ausgegeben. Dult. In nung der \u»wänderuug erforderte jMiilonen. Der Redner knüpfte an d« 11 lierich« dieser großen Leistungen den dringende»! Aufruf, hei der bevorstehenden Jahressamm- Imigsaklion zU erweisen, daß wir Juden nicht nur eine Schick- -alsgemeinscha'ft, sondern eine Willen-gemein-chan seien und daß wir wirkliche, < )pfer zur Krhattung des jüdischen Seins mit Sto).z zu geben bereit sein werden. K. lt. 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