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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-04-15 · 8 (15.4.1938) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
8 (15.4.1938)
Date
1938-04-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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[JÜDISCHES GEMEINDEBLATT ORGAN DER ISRAELITISCHEN DRESDEN MITTEILUNGSBLATT DES „SACHS. RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN ISRAEL. GEMEINDEVERBANDES" Angemeldet beim Sonderbeauftragten de» Reichsministers für Volksaufklörung und Propagando betr. Oberwodiung der geistig und kulturell tätigen Juden Im deutschen Reichsgebiets HMHHI^^^HHHl^BHi^Hi^^^H^^^^B^BMHH^^HflHB^^HMMI^^HB^H^Hi XIV. Jahrgang Dresden, den 15. April 1938 Nr 8 Durch da» Rcich»ge»eft über die Recht»Verhältnisse der jüdischen Kultusvereinigungen vom 28. März 1938 int bestimmt, dati dir. jüdischen Synagogengemeinden und ihre Verbände die Stellung als Körperschaften de» öffentlichen Recht» verlieren. Sie tragen fortan den Charakter rechtsfähiger \ ereilte des bürgerlichen Rechts. Durrii diese Maßnahme wird die Stellung der Gemeindemilglieder zu derjenigen Synagogengemeinde, der sie angehören, nidit beruht t. Ihre Verpflichtungen gegenüber ihrer Gemeinde bestehen unverändert fori. Im Rahmen der neuen Form verbindet das gleiche rechtliche und sittliche Rand die Gemeinde und ihre Mitglieder. Unverändert werden die jüdisthen Kultusvereinigungen und ihre Verbände als privatrechtliche Körperschaften sich iceiterhin ihrer Aulgabe der kulturellen und sozialen Betreuung ihrer Mitglieder teidmen. Unverändert besteht die rechtliche und sittliche l'fliiht jedes Gemeindemitgliedes, durc/i finanzielle Leistungen und durih Teilnahme am Gemeintfeleben wirtschaftlich und moralisch der Gemeinde und den r.inriihtunitcn der jüdiscfien Gemein»chafl zu dienen. Die KeUhtvertretung der Juden 'in Deutschland. Dr. Baetk. Pessach Fest der Wanderung, Fest der Familie, Fest der Hilfsbereitschaft- /. .■ } . » „Also sollt Ihr es essen: Kurt Lenden gegüttet, die Schuhe an Büren Füßen, den Stab in Kare* Hand.; in Eile sollt Ihr es essen." (Kx. XII. 11.) Kein einprägsameres Symbol für das Schicksal Israels hätte gefunden werden können als diese Vorschrift, mit (K ren Krfül , Inns; das erste l'essachfest. das I 'cssac h des Auszuges, begangen werder! sollte. Das Kinmaligc ward zum Gleichnis; der Charakter unserer .tieschichte ist dadurch bestimmt worden, ..Kür Kure , Geschlechter sollt Ihr jes feiern. a,ts ewige Satzung." (Kx XII. 14.) Wie dem Krzvater Abraham als erste* tiebot das ..Lech lecho".der Befehl zur Wanderung. entgegentönte, sein und seiner Nachkommen Schicksal kennzeichnend, «<> ist das erste Wort an da» werdende V olk: „Die '.enden gegürtet, den Stab in der Hand". Im Augenblick, da die Knechtschaft ein Knde hat keine Zeit friedlichen Ausruhen-, kein Augenblick behaglichen Hingcgchenscins. vielmehr -' Bereitschaft zur Wanderung. 'Bereitschaft, nach dem Geheiß 'oittc« ein Neues zu suchen. So ward unsere Geschichte ein »teter, immer sich wiederholender Auszug. Was immer wir Neues erfahren haben, ein ..Auszue ' mußte uns dorthin führen. Nicht umsonst heibt es bei allein, was uns gegeben und aufgegeben ward: „Zur K.rinncrung an den Auszug aus Ägypten"; nicht ..an die Knechtschaft", die ward überwunden, mit (iottes Hilfe: der Auszug blieb, nach Gottes Willen. Dieser Auszug, die erst«- Wanderung des V olkes Israel, war das Symbol alles Wandern», <las wie ein Gesetz unseres Lebeiis uns mitgegeben ist. Niemals haben wir uns lange ausruhen dürfen von dieser Wanderung. Kür uns hat das' Dichterwort eine doppelte (.Willigkeit erhalten: „Uns i-t gegeben, an keiner Stätte zu ruhen." Wann' hat sich für uns der Wunsch des Psalmwortes erfüllt: „Dies ist meine Ruhestatt für immer, hier will ich wohnen, weil ich's so gewünscht" (('salin 13J, I4>? Augenblicke waren es immer nur. in denen wir ausruhen konnten, Klauben durften, die Wanderung si-i riu Knde; Augenblicke 4 ■ der tieschichte; die kaum je die Zeit v<>n ein bis zwei Gen« rationell überschritten haben, und nach denen es initiier wieder hieb: ..Die Lenden gegürtet, den Stab in der Hand" Vber das Kest der Wanderung w ard zürn Fest der . Kamille. Was bitter war. das haben .wir versüßen gelernt W ir haben das Moraur in Charautnte* getaucht und Kern vergessen, daß/ auch C'harausses das Symbol dir Lchmarhcit war Den zentri fligalcn Kräften, die die Teile unseres Volkskörpers au-iinandi 1 treiben wollten, haben wir .eine Krall entgegengesetzt, die mit magnetischer ticwalt da» \u-wart--trchcndc vereinte: die Kr.iit der Kamilie. Mehr noch, als sonst im Jahre fühlen vir am l'essachfest und Ssederabend, was des Hauses (ieborgenhqit und (ieinludenhät bedeutet! cbreitet sein Dach ans Obel im-. So aber auch über die. welche eintretet! wollen, wenn sie selbst kein Dach über dem Kopf haben, \11eh das haiu das' Ir*I>, 1 Wort schon vorbereitet:'„Ist das Hau« zu klein für ein Lamm, so nehme 1 r und sein Nachbar genuin».011 eines" (l.v Vif. 4K Itrüdcrlichc Hilfe (eistet vereint, wa« dir einzelne nicht he wältigt.. Das l'essachfest' hat von alters her Israels Häuser gelehrt* die Tore zu offneu Nicht das i>t da- Charakteristische, daß .wir sie öffnen bei der bekannten Stelle nach dem Ti-eli liebet, sondern beim Iteginu der. S-edi rfeier. da w ir sprechen. „Das isi da- Itrot des F.lends!" Jeder Hungrige komme nnd speise mit uns". Das Unit des Klends erinnert an du*, die auch elend und noch elender sipd. Wie dein Armen, zumute i-t. weiß der \rinc eher alder Reiche. Wer den Hunger kennt: teilt auch lies Klcnd- Brut leichter mit dem Schick-al-gei.'thrlon. s^o wird das Lest der WÄnderung, da» Kc-l der Familie ziini Denkmal der Hilfsbereit-cltaft. So wird alle-, w as verbitternd wirken kann, ausgelöscht oder verklärt durch tiedanken und' Symbole der Religion. Deutlich »issen^vir heute, dat! w tf wieder die große* Kamilic geworden sv'ntt.'zusaiiinieiuri'schliisjeii durch <lagleiche Schicks.,1 Wir haben das ..Kroi de* Klends"' \|ir uns Manch einer hat da- Worj, daer Jahr .für Jahr gesprochenin seinei wallten Bedeutung' cr-t heule erfaftt, Wie viele genießen es jetzt hiuli-iäbjjch .die Lenden gegürtet,;' den Stäb 111 der Hand": 'Aber das Bewußtsein, eine Familie zu bilden, einander anzugehören, anderen M cif-chen helfen zu können, und geholfen ZU bekommen, würzt auch <las Brot des Klends. Welch größeres t.ilück gibt e« in der Nm al*> einander hellen zu dürfen. Man muß in Nol geraten, nnt solche!* GtSWt fühlen zu können. Was den l nglücktichcn uiit seinem I n glück einigermaßen tut—«hneit kann, das i-t. die Kriabriing. daß , Mvn-tcheit es tragen helfen. Von neuem sind wir dessen hin m, w ordeu. dal'- -\'\v uiiu große Scbicksalsgcnteinschafi bilden, in der'ejnjer für «leri an deren einsteht. Kitt besonders lebendiger-tind wirksanler \u« ttruck dieser SoMcksalsgcuicinschafi scheint mir nn*Vr Hillsverein zu »ein, der Jahrzehnte hindurch die eViTpehtuste Hills Jüdisches Lehrhaus___ Dienstag, den 26. April, 20,15 Lhr im I lenriette Schie-Saal Rabb. Dr. Ochs (Leipzig) spricht, von Lrez Israel zurückgekehrt, über „Das religiöse Leben in Palästina", Kreier Eintiitt für alle üemeindemitglicder lugendlehrhaus (Im Heinrich-Arnhold-Saal) Jeden Sonnabend 20.15 Uhr mit wechselnden Themen jüdischen und allgemeingeistlgen Inhalts.

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