Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Volume
- XIV (1938)
- Issue
- 3 (29.1.1938)
- Date
- 1938-01-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3/29.1.38 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN Seite 3 Zur Geschichte des vorderen Orients Entwicklung der arabischen Staaten L Seit den Unruhen des Jahres 1936 und dem darauffolgenden englischen Teilungsplan hat sich in einem beträchtlichen Mjjße das allgemeine Interesse von den konkreten Bedingungen des Aufbaus in Palästina der arabischen Frage und damit den Verhältnissen in den umliegenden Ländern zugewendet. Dies trat ganz besonders in Erscheinung, seit, schon mit dem Abbruch des arabischen Streiks und erst recht mit der Behandlung des Teilungsplans in der Weltöffentlichkeit und zuletzt vor dem Völkerbund, immer mehr von Aktionen der arabischen Länder und der arabischen Herrscher die Rede ist. Es soll hier in einer kurzen Zusammenfassung etwas über die Entwicklung dieser arabischen Länder berichtet und r damit zu einem besseren Verständnis des gesamten Fragenkomplexes beigetragen werden. Das Gebiet, das wir zu betrachten haben und das vor dem Kriege politisch zur Türkei gehörte, wird im Westen begrenzt von der Ostküste des Mittelmeeres, dem Suezkanal und dem Roten Meer. Die Grenze geht dann im Golf von Aden um die Küste der arabischen Halbinsel herum zum Indischen Ozean im Süden und mündet dann im Osten in den persischen Golf. Sie verläuft dann weiter knapp östlich des Euphrath- Tigris bis zu den Ausläufern des Kaukasus im Norden. Die Nordgrenze bildet das anatolische Bergland bzw. die Südgrenze der heutigen Türkei, die in der Gegend von Alexandrette wieder zum Mittelmeer kommt. Dieses Gebiet umfaßt heute die folgenden Staaten: Im Norden Syrien (Hauptstadt Damaskus), das im Süden an Palästina und an Transjordanien (Hauptstadt Aman) und im Osten an das alte Mesopotamien, den heutigen Irak (Hauptstadt Bagdad), angrenzt. Die Südgrenze dieses Teils der arabischen Staaten verläuft in einer ziemlich geraden Linie vom östlichen Nordzipfel des Roten Meeres, dem Golf von Akaba, bis zum nördlichen Ende des Persischen Golfes, also etwa bis zum Mündungsgebiet des Euphrath-Tigris» dem sogenannten Schatt el Arab. Südlich dieser Linie beginnt die eigentliche arabische Halbinsel, die, in ihrem größten Teil von Ibn Saud beherrscht, das sogenannte Saudie-Arabien bildet. Dieses Reich setzt sich, außer dem Stammlande im Innern der Halbinsel, aus dem 1924 unterworfenen Hedschas mit den heiligen Städten Von Leo Schwarzschild (Dresden) machen zusammen die Westküste der Halbinsel aus. Den Süden und Osten der Halbinsel bilden, außer dem rein-englischen Aden, eine Reihe kleiner Fürstentümer, die aile in einem sehr engen Vertragsverhältnis zu England stehen. Das wichtigste, ist das von Koweit, in der Nordecke des Persischen Golfes. Das ganze Gebiet grenzt im Osten an Persien, im Westen an Ägypten und im Norden an die Türkei. Karte aus der „Frankfurter Zeitung Es wird gut sein, wenn man sich diese geographischen "und politischen Verhältnisse an Hand der beigefügten Kartenskizze klar macht, da sonst ein Verständnis der auch sonst noch recht verwickelten Verhältnisse unmöglich erscheint. IL . Die Nationalisierung der arabischen Länder begann eigentlich zu dem Zeitpunkt, wo mit der Eröffnung des Suezkanals 1869 das Mittelmeer aus einem Binnenmeer, das es jahrhundertelang war, wieder zum Weltmeer und zu einer Hauptverkehrstraße erster Ordnung wurde. Die Entwicklung ging parallel dem langsamen Verlali des osmanischtürkischen Reiches. Sie schleppte sich, geistig vorbereitet von Gelehrten der arabischen Universität in Kairo, bis zum Anfang des 20 Jahrhunderts dahin, bis sie im Weltkrieg und der Nachkriegszeit zur Ablösung dieser Länder von der alten Türkei und zu neuen Staatenbildungen führte. - Es muß jedoch gleich gesagt werden, daß diese beschleunigte Entwicklung zum Wenigsten auf die Tätigkeit der Araber selbst, sondern viel mehr auf das Interesse zurückzuführen ist, das vor allem England und dann auch Frankreich an diesen Gebieten nahmen. Dieses Interesse beruhte zunächst auf dem rein militärischen Gesichtspunkte, der mit Deutschland verbündeten Türkei in dieser Gegend Schwierigkeiten zu machen und den Suezkanal zu schützen. Es blieb aber auch in der Nachkriegszeit bestehen und zwer vor allem deshalb, weil der voidere Orient, in der natürlichen Fortsetzung der Linie Kap-Kairo das Zwischenglied in der Ueberland- und der Luftverbindung nach Indien darstellt. w ■" ' '' '» III. Schon im Jahre 1915 begannen daher die Engländer mit dem Versuch, Einfluß in Arabien zu gewinnen. Diese Aufgabe wurde von 2 Stellen aus in Angriff genommen, d. h. von 2 Abteilungen Mekka und Medina, dem halbselbständigen Assir und dem fast j des Foreign Office. Die eine war die indische Abteilung, die von noch selbständigen Yemen zusammen. Die 3 Letztgenannten | Kalkutta aus und entsprechend vom Osten her versuchte, in Arabien!■ MvalltH' 2 -3 '**r* Zlmmar mit Oll WirBUBICH. Bad und KOchenben. in Komf.-Wohnung (Heizung) Nah* GroBer Gartin aofort oder apllar. Nah. unt. Ch. 1095 Buchh. StrauB, Waleenhaueetr. 25. PELZ-WEITZNER NEUANFERTIGUNG UMARBEITUNGEN REPARATUREN DRESDEN - A. 1 StruvestraOa 10 Fernruf 11 704 WOLLWARENHAUS POSENER SAXONIA, Wilsdruffer Straße 25/27 KessetedorferStraße 9 | ln<^tttM Mt^S Winter-Schluß-Verkauf vom 31. Jan. - 12. Fabr.