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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1937-06-15 · 12 (15.6.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
13 (1937)
Issue
12 (15.6.1937)
Date
1937-06-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RFLIGIONSGEMEINDE DRESDEN Seite 5 fldnqertofen Verdeutschungen gehen fa heute noch Me Meinungen stark auseinander. Buber selbst hat - im Bilam-Tert z. B. - manches gemildert: so findet sich in meiner Buchausgabe für l^ u n cfi ki I o »li i m nicht mehr der Ausdruck .der Geistbraus Gottes", sondern .Gottes Geists. Wie herrlich wirkte aber das neuartiqe und doch ehrwürdige Sprochgefüae, wenn ein Meistersprecher wie Otto Bernstein es darbietet. Sr sprach den Erzählertext des Werkes mit bardenhafier Überlegenheit, schlicht und groß und dabei von ausdrucksvoller Deutlichkeit. Gin kunstvolles Meisterstück war es. wie er die melodramatische Szene von der Erscheinung des göttlichen Boten aufbaute, wie ihn Bilams Eselin schaut, ihm auswekchen will, niederkniet und geschlagen schließlich"das Wunder ihrer 3tebe geschieht, Unvergeßlich bleiben wird wohl allen Zuhörem auch, wie Bernstein die letzten Worte des Oraton'ums sprach: .ilnd Balak ging seines Wegs.. .* rum ersterbenden L-Moll des Orchesters. Der verdiente Leiter des Ganzen Walter Goldmann hat hier mit eck»tem Nachfühlen agogische Feinheiten herausgearbeitet, wie er überhaupt - das muß unterstrichen werden - durch ein begeistertes Skch-einleben in dos Werk den so starken Gesamteindmck hei der Hörerschaft mit heworgerufen hat. Oer feierliche Baum und auch der fast liturgisch wirkende Schlußtext des 44. Psalms mit der inbrünstigen Erlösungsbitte verbot natürlich eine laute Beifallsbezeugung für die große Gesamtleistung des Abends. Man Höfte aber von vielen Seiten spontan den Wunsch, das Werk, auf das so viel Hingabe zahlreicher Mitwirkender verwandt worden ist, bald einmal wieder zu hören, - vielleicht zu Beginn der Herbstsaison. Und es ist auch.richtig. daß bei einem nochmaliaen Hö«n viele charakteristische Besonderheiten dieses Adler'schen Oratoriums noch mehr zum Bewußtsein kommen würden, neben der Vertiefung des ersten Eindrucks. Um den Sp'elern im Orchester eine Ruhepause zu geben, wurde - wie es auch der Komponist gewünscht hat - nach der ersten Hälfte der „Balak und Bilam"-Vertonung eine Ansprache über die im biblischen Text behandelte Idee - Segen und Fluch in der Geschichte Israels - eingeschoben, welche Herr Rabbiner Or. Sllbert Wolf hielt. Er betrachtete bas biblische Ereignis als ein zeitloses Symbol. Da die Welt auf Seaen begründet sei, verfolgte er die Segensworte Gottes von der Weltschöpfung an über Noah zu Abraham und Israel. Aber der Segen: „Fruchtet und mehrt euch!", die Urkraft des Lebens, könne ungezügelt züm Fluche werden, und so gingen Geschlechter in wilden Begierden unter, neue Menschen erstanden, denen zugleich das Gesetz, bas Gebot der Sittlichkeit, gegeben wurde. Gegenüber Abram finden wir das Gegenswort .Werde du ein Segen!" Ihm wurde ein Ziel gezeigt, als er kämpfend in die Heimatlosigkeit zieht.^Damit sei der Mensch der Geschichte geschaffen, der sich in der Entwicklung durch Erziehung und Bklduna für eine heilige Aufgabe erwählt fühlt, für ein göttliches Ziel, dem er zuschreiten soll. Auf diesem Wege erst könne der Mensch den Gegen, der ihm veheißen ist, erwerben. Israel habe Abrahams Erbe angetreten. Die Fülle der Erde sei ihm "zwar versagt, aber es wisse um sein göttliches Ziel. Aber erst am Ziele sei der Gegen zu finden: das wissen viele nicht und wollen den Weg nicht mitgehen. Ringend im Lichte schaut Bilam den Weg Israels, er segnet nicht, er flucht nicht: er zeichnet Israels Weg. Und wir, Israel, wir lauschen Bilams Bede und wissen: es ist unser Weg, es ist der Weg zum Licht, der Weg zum Gegen ... » Eva Büttner. Durch die Zionistische Ortsgruppe wurde auch den Mitgliedern der Dresdner Gemeinde der neue Palästina-Film „Hatikwah" durch eine Aufführung im Trianon-Saal zugänglich gemacht. Wer eine wirkungsvolle moderne Verfilmung des Aufbauwerkes erwartete, war freilich von diesen meist aus alten Filmdokumenten zusammenkomponierten Streifen nicht ganz befriedigt. Man wollte die großen Leistungen der Vergangenheit durch authentische Bilder von absoluter Echtheit ohne jede Aufmachung oder pathetische Illustration vor Augen führen. Bilder des Landes, wie es war: Wüste, Karst und Sümpfe wechselten mit den alten Von Juli bis September 10 REISEN NACH LONDON mit Dampfer »Monte Pascoal«. Dauer 6 Tage von und bis Hamburg. Preis ab RM 65.—. 23. September ab Hamburg 56TÄGIGE BRASILIEN-REISE ohne Visum mit einwöchentlichen Aufenthalt in Rio de Janeiro und Santos mit M.S. »Monte Rosa«. Fahrpreis ab RM 500.—. Alle Reisen veranstaltet von » Hamburg - Süd «. Anmeldungen und Auskünfte bei Reisebüro Dr. Hurwitz, Gabelsbergerstr.25 (62568) historischen Stätten: Jerusalem, Tiberias, Jaffa, dann - nach Einfügung von Photographien zionistischer Führer (Herzl, Wetzmann. Sokolow, Bialik u. a.) und nach dem Dokument der Balfour-Oe< klarafi'on - wurde in vielen Bildern der schwere Beginn des Aufbaues gezeigt: die Kämpfe mit dem Boden, die Erschließung des Emek, die Entwicklung des Verkehrswesens, der Bau des Buthenberg-Krasiwerkes, das Wachsen der Kolonien in den letzten 30^Jahren bis heute. Besonders fesselnd waren die auf die Universität Jerusalem bezüglichen Oarsiellunaen sowie die Geschichte der Stadt „Tel-Awiv" bis zu den neuesten Apfnabmen. Oie musikalische Untermalung führte am Klavier Herr Meyerheim (Leipzig) in einfacher aber den Bildern wohl anqepafiter Weise aus, so daß die sebr zahlreichen Besucher trotz einiger technischer Störungen doch ein eindringliches Gesamtbild von der aufopferungsvollen Arbeit der letzten Jahrzehnte in Palästina bekommen konnten, die auch für zahlreiche deutsche früher nicht zionistisch eingestellte Juden schicksalsmäßig von Bedeutung wurden. Oie an dem Abend eingeleitete alljährliche Schekel-Aktion fand lebhaften' Zuspruch. b. Amtliche Bekanntmachungen Zeittafel Gemeindeamt, Zeuqhausstraße 3, Telephon 14051 und 17887, geöffnet für den allgemeinen Verkehr: werktäglich von 8-13 Uhr. Sprechzeit des Syndikus ». Büroleiter vr. Saalheimer, 11—13Uhr Gelchäftsfükrender Vorsteher: Herr Mar Lesfer. perlönllche Rücksprachen mit den Vorstandsmitgliedern vermittelt das Gemeindeamt. Sprechzeiten des Gemeinderabbiners: Rabbiner vr. Wolf. Jeugkausstraße 1,3., Telephon 14051 und 17887 Montag, Mittwoch und Freitag von 10—',12 Uhr. ver Gemelndedajan, Herr Rabbiner Horowitz, Große Zwingerstraße 6, täglich 9—12 Uhr. Wohlfahrt-steile: Sprechstunden vienstag u. Lreitaa von 9 -10' , Uhr Kleiderkammer: Ausgabe nur auf schriftliches Gesuch und erfolgte Bewilligung. . Wirtschaftshilfe: vienstag und Freitag oon, 9 - lO'H Uhr. Darlehenskasse: Dienstag und Freitag von 9 - IO»/» Uhr. Nittelstandsküche: Essenausgabe täalich außer Sonntag von 12-13 Uh: Ausgabe der Speisemarken daselbst. Die Rüche befindet sich Zeughausftraß« 1, Erdg. >8 Bibliothek: Ausleihe: Sonntaa von 11 — 12 »4 Uhr, Mittwoch, ■ I und Sonnabend von 20-22 Uhr (kostenlos). DI Lesezimmer: Geöffnet Mittwoch und Sonnabend von 20— ■ | 22 Uhr (kostenlos). Kulturbund: 10-1 Uhr. (Zeughausstr. 1) Tel. 18418. Wer hilft mit? Es werben erbeten: Ein Kleiderschrank) l Bett, l Waschständer, l Küchenschrank sowie Garten-Möbel. Wohlfahrtssielle. Es wird hierdurch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Besuch unserer Kindererholüngsstätten sowohl von Angehörigen der dort befindlichen Kinder, als auch von anderen Semeindemitgliedern unerwünscht ist, da die Betriebe dadurch gestört werden.

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