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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1937-05-15 · 10 (15.5.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
13 (1937)
Issue
10 (15.5.1937)
Date
1937-05-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 10 Remeialellafi let Israelitische» Vtcligioafncmciatc Stelle« Seife 3 Gemeindemitglieder rauchen »AVUS« 4 Pfg. JÜDISCHES KULTURBUND DRESDEN Zeughausstraße 1, II. Fernruf 18 4 18 Geöffnet werktäglich 10—1 Uhr Dienstag, den 8. Juni 1937, 20 Uhr Synagoge mit Saal Das musikalische Ereignis der Spielzeit Balak und Bilam Biblische Szene für Solostimmen. Sprecher, gemischt. Chor, Streichorchester, Klavier u. Orgel Auf Worte der Heiligen Schrift komponiert von Hugo Adler Ausfuhrende: Die Jüdische Chor- und Instrumentalgemeinschaft Dresden unter Mitwirkung namhafter Solisten (Sprecher: Otto Bornstein) Zwischen den beiden Teilen des Musikwerkes hält Herr Rabbiner Dr. Wolf eine geistliche Rede über das Thema »Segen in der Bibel*. Musikalische Leitung: Walter Goldmann Eintrittspreise: RM2-, RM 1.-u.RM0.50. Jugendl.0.25 Der Vorverkauf hat begonnen Me die Aeifverhälfnisse ihren Ausdruck in der Entwicklung der jüdischen Presse finden, wird auch durch die Stellung deutlich, die sich das »Gemeindeblatt* erworben hat. Allen anderen ging die Jüdische Gemeinde Berlin voran, die schon 1910 zur Schaffung eines Gemeindeblatfes schritt, in der klaren Erkenntnis, baß ein solches für die Stärkung des Gemeinde-Bewußtseins und -Willens größt« Wirkung haben müsse. Erst zehn Jahre später, dann aber in schneller Folge, gingen auch die anderen Großgemeinden daran, sich ihre amtliche Ortspresse zu geben: Breslau {1920), Nürnberg- Fürth, (1921), Frankfurt a. M. (1922), Mannheim (1923), München, Königsberg, Stuttgart (1924). In Dresden, wo der plan schon seit 1922 erörtert worden war, wurde das Gemeindeblatt 1925 verwirklicht. In einer Zeit, die die jüdische Gemeinde vor neue Aufgaben stellte, war die innere Teilnahme eines jeden Mitgliedes geboten. Feder Einzelne mußte erfahren, welche Nöte zu beheben, welche Hoffnungen zu beleben waren, denn nur wenn jeder Einzelne sich in die Gesamtheit hineinstellt, als mitverantwortlich bereit ist, sie nach seiner Kraft zu fördem, kann sie dem gerecht werden, was heute und in Zukunft von ihr zu leisten ist. Das sind die Triebkräfte, die diesen Zweig der jüdischen Presse mit innerer Notwendigkeit wachsen ließen: die Gemeindeblätter haben ungemein befruchtend gewirtt. Ludwig Philkppson stellte nach 25 jährigem Bestehsn seiner Zeitung fest, daß das Ergebnis seiner Mühen befriedigend fei, zumal wenn er berücksichtigte, daß »bekanntlich unsere Glaubensgenossen in der Jetztzeit nicht allzuviel, und namentlich nicht was im Interesse ihres Glaubens und Stammes erscheint, lesen*. Oie Zeiten haben sich gewandelt: Juden lesen heute. Dank der Entfaltung der jüdischendpresse?" 0. C. Billige Kuren an denlheiBen, hochrad. Thermen Bad Teplitz-Schönau bei dicht, Rheuma, Ischias. Auskunft: Städtische oder Clarysche Kurdirektion. Die Entstehung und Symbolik ~ der jüdischen Spezialgerichte ($ortfefeun<} und Schlich) Oer Jom Kippur selbst ist zwar durch das Gebot des Fastens wenig gelgnet, vollstümliche Gpeisefltten hervorzurufen, doch ganz unberührt hiervon blieb auch dieser Tag nicht, wenn sie sich auch nur auf den Vor- und Gchlußabenb beziehen. Am Vorabend zum Jom Kippur gibt es Suppe mit Nudeln oder »Kräplech* und als Fleischgericht Hühner, die vorher zum Kapporoth-Gchlagen verwendet wurden. Als besonders sättigend und nachhaltend wird vielfach Nubelschalet gegeben. Meist wird mit Kaffe« und Guglhopf angebissen. Etwas später werben häufig noch Fleischspeisen gereicht. Am Laubhüttenfest empfangen die Mahlzeiten ihre fröhlichfeierliche Stimmung so intensiv von der Stätte, an der sie verzehrt werden, von der festlich geschmückten, laubdustenden Sukkoh, baß die Aufmerksamkeit scheinbar ganz von den Gerichten abgezogen wurde und daher keine besonderen Gebräuche bekannt sind. .Erst am Simchath-Thora gibt es wieder ein obligatorisches Backwerk, den Honigkuchen oder Lebkuchen, der seit alter Zelt vom Ehoson- Berescbith in freigebiger Weise an die Kinder der Gemeinde, sowie beim Ehoson-Mahl an bie Freunde verteilt wird. Nach dieser laygen Festzeit zu Beginn des Jahres folgen viele Wochen, ln denen nur der Schabbos Veranlassuttg zu besonderm Tafelfteuden gibt und erst die fröhlichen Tage des Ehanukkahfestes werden wieder durch besondere Leckerbissen ausgezeichnet. Auf dem Lande pflegt man in dieser Zeit häufig Magenkugel (gefüllte Ochfenmagen) als besondere Delikatesse zu bereiten. Jetzt tief im Tsilnter ist auch bie Gans wohl die beliebteste jüdische Fleischspeise von besonderer Güte. Gerade für dieses Geflügel hat sich, entsprechend seiner Beliebtheit, eine große Neihe vyn Rezepten herangeblldet. Das Gänsegekröß, Gänsekleln ober -jung, in Knoblauchsauce, dessen Dicht (Flügel) besonders geschätzt wirb. Die abgeschundenen, ausgelassenen Fetthäute, die als^»Grieben* frisch schon am Freitag beim Mittagessen den kommenden Genüssen vorangehen, das gefüllte Hälschen und der Gansbraten selbst, werden am Schabbos-Ehanukkah und an den folgenden Samstagen wohl auf vielen jüdischen Tischen zu finden sein. Ein großer Topf voll schönen Gänseschmalzes, auf das die jüdische Küche als Ersah für Butter und andere Fettarten besonders angewiesen ist, sammelt sich so im Laufe des Winters an, bis sich am purimfest das Sprichwort bewahrheitet: »Wenn man liest die Megilloh, jagt man die Gans aus der Killoh.* ' Das Fest des Schmausens und pokulierens Par excellence ist das purkmfefl. Oie Purimsude wird mit den besten Fischen, Geflügel und Braten beseht und zu Schlachmonoth werben die schönsten Leckerbissen verschickt. Als charatteriflischepurimspeise können gelten die aus Kuchenteig bereiteten »Kindl* oder »Hamänner*, die »Hamannstaschen* und »Malchesbrettl* (zur Erinnerung an Königin Esther). Jahraus, jahrein, seit vielen hundert Jahren, haben bie Sabbate, die Feiertage und die Gesetze gestaltend, auf die Kochkünste des im jüdisch-traditionellen Sinn geführten Hauses gewirtt und dabei ungefähr die oben geschilderten Formen geblldet. Oie Ausführungen, bie zum Test einer Schrift von Prof. Or. S. Krauß, Wien, »Aus der jüdischen Küche* entnommen sind, zum Test eigene gesammelte Erfahrungen wiedergeben, machen keinen Anspruch auf Vollständigkett ober wissenschaftliche Exaktheit, sie möchten nur weitere Kreise jüdischer Frauen mit diesen Dingen bekanntmachen und so dazu beittagen, baß auch diese Dokumente jüdischer Kultur kn dem Leben unserer Zeit nicht in Vergessenheit geraten. ,<S ln Dresden befinden sieb ca.5000 Juden, W' ■ » 3^,. niir i Schreibmaschlnengeschift von Sally Mayer» vialpurMlr. 9 » Ruf iro« Erika, Conti, Ideal und andere Systeme Rechenmaschinen - Farbbänder- Kohlej>aplere

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