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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1937-02-10 · 4 (10.2.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
13 (1937)
Issue
4 (10.2.1937)
Date
1937-02-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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(%cmcinktllatt der Jsraettttsche« VteligtoRlgcmcinbt Dresden $eU«.3 Wt.4 Anna Zoachimsihal-Gchwabe, eine ln unserer Dresdner Gemeinde und weit darüber hinaus verehrte edle Frau voll tiefer Neligiösität, echter werktätiger Menschenliebe und hohen künstlerischen Gaben, ist nach jahrelangen schweren Leiden-erst 44jährig - auS unserer Mitte geschieden. Den tiefen Schmerz aller ihr Nahestehenden möge eine Betrachtung über dieses reiche frühvollendete Leben mildern, daS wie selten eineS in wundervoller Einheit beS FühlenS, Möllens und VollbrlngenS in religiöser und künstlerischer Zielrichtung verlief. Demnächst wird - vom Philo-Verlag, Berlin, herausgegeben - ein Band ihrer schönsten religlöS-lyrffchen Dichtungen erscheinen, von denen einige bereits durch den Abdruck in Zeitschriften und Tageszeitungen ober durch ihre BezitationSabende bekannt geworden sind und starken Widerhall fanden. Anna IoachimSthal-SchwabeS unvergeßliche Bedeutung liegt aber vor allem auch in ihrem unermüdlichen Eintreten für junge damals noch unbekannte Dichter, die sie in eigenen öffentlichen NezitationSabenden förderte (so u. a. Kurt Heynicke, Walter Georg Hartmann, HanS Earoffa, Friedrich Schnack, Gertrud von de Fort, Paula Ludwig). Ihre sehr zahlreichen Abende im eigenen Hause Bergstraße 34 in den Jahren -1922 - 3t gaben dann weiter vielen schaffenden und reproduktiven Künstlern Deutschlands auf allen künstlerischen Gebieten Gelegenheit, vor einem großen kunstverständigen Kreise aufzütreten, und die Dresdner Presse würdigte interessiert diese kunstfördemden musikalischen und rezitatorischen Veranstaltungen. Im Men leistete daneben diese selbstlose edle Frau eine große sozial-ethische Arbeit in der Hilfe an zahlreichen belasteten Menschen, die hilfesuchend niemals vergeblich bei ihr anllopften. Zugleich konnte sie hier durch ihren unerschütterlichen Gottglauben Dielen Vorbild und Stühe werden, die heute bei ihrem Heimgang in Wort und Schrift ergreifende Zeugnisse ihrer Dankbarkeit und Verbundenheit gaben. Wenn auch dieser Kreis weit über konfessionelle Grenzen hinausreichte, so gehörte doch ihre große Liebe und Gorge dem Iudentum. Mit tiefer Verantwortung verneinte sie deshalb jede materialistische und oberstächliche Strömung im Iudentum und wurde nicht müde, in ihren religiösen Dichtungen, kn Aufsätzen, Briefen und Aussprachen immer wieder zur Derinnerlichui^und zu unbedingtem Gottvertrauen aufzurufen. Auch ihre Stellung zum Aufbau Palästinas (als Erez Israel) war auf ihre lebendige Neligiösität gegründet, weshalb sie einen echten Zionismus in erster Linie erfüllt von biblisch-prophetischem Geiste erhoffte. Sie empfand die Zugehörigkeit zum Iudentum alS eine AuSerwählung, um der Menschheit immer wieder den messianischen Erlösungsgedanken, die bedingungslose Hingabe an den göttlichen Willen, wenn auch unter schmerzvollsten Schicksalen, vorzuleben. E. B. Wir bringen nachstehend zwei Gedichte der Verewigten zum Abdruck. Oer Jude an seinen Goff. Ich weiß mein Gott— auch dies ist Deine Gnade daß ich entblättert siehe — wie im Herbst der Baum daß ich so lief in meiner Ohnmacht bade daß ich veröde wie ein leerer Raum Du willst den Tod — den tiefsten, letzten Tod Du saugst den letzten Tropfen aus der Schale Du willst mich auf den Bergen meiner Nol: herabzustürzen mich in dunkle Tale. Du willst die Form, die nichts mehr trägt, noch hält / die ihres Inhalts, ihres Seins vergaß — in die kein Strahl von Deiner Sonne fällt die nicht mehr weiß, daß sie dich ganz besaß. Und so — ein leerer Kelch in Deiner Hand — strömst Du das neue Wunder in mich ein — — und blühend stürz ich über meinen Rand nichts als — Dein Strom, Dein Wille — Gott nur Du zu sein. Wer sollte es wlffent Jüdisches Lehrhaus Die Propheten Israels (Dr. Fuchs) Nächster (5.) Abend: Dienstag, 16. Februar 1937. Jüdische Geschichte im Rahmen der Weltgeschichte (Dr. Wolf) Nächster (2.) Abend Dienstag, 23. Februar 1937. Jüdische Liturgie (Büttner) Nächste (3.) Arbeitsgemeinschaft: Donnerstag, I I. Februar 1937. Soziologie der Juden um die.Jahrhundertwende (Dr. Apt) Rechtzeitige Anmeldung erbeten. Beginn: Donnerstag. 18. Februar 1937. Ausgewählte Kapitel aus dem textilen Kunstgewerbe (Levi) Nächster (3.) Abend: Mittwoch, 24. Februar 193,7 (Einführung in die Farbenlehre). Jüdisches in der bildenden Kunst (mit Lichtbildern) Dienstag, 16. März iy37. (Anmeldungen schon jetzt erbeten!) Das Lehrhaus befindet sich irrt Heinrich-Arnhold-Bau. Zeughausstraße 1, Gartenhaus. Die Vorlesungen beginnen um 20 Uhr. Hörerkarten im Gemeindeamt und vor den Vorlesungen im Lehrhaus. An den Goff Israels. Wir — Dir durch Schuld verbunden! Jahrtausendleid aus Deinen Wunden Hat uns eng an Dein Herz gestellt — Was w'eiß davon die Welt! Ob Schmerzen uns verbrennen Wir haben — zu bekennen Dir treu Dein Feld bestellt — Was weiß davon die Welt? j Durch Dich zu üeerwinden Von Dir — von Dir zu künden . Ist — was uns tragt und hält! Was weiß dav/on die Welt- Ob sie uns martern, schänden! ■ Dein Tun in unserri -Händen Dein Geist, der uns erhellt!! Was weiß davon die Welt! Hermann Haugk Nachf. SSÄetzyn Herren-Hüte - Herren-Moden Prager Straße 37 Herren-Wäsche

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