Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 1 (1.1.1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I Gemeindeblatt -er Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes MWlWrblMdesSWsAii" ' ~ Verantwortliche Schristleitung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgemeind« Oresden-A. l, Zeughausstroße 3 / Ruf 14051 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Jar. Sternlicht, Dresden-A. 24, Altenzeller Straße 34 / Fernruf Rr. 48029 / Annahmestelle für Inserate ebenda / Oie 4mal gespaltene 46-mm-Zeile kostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Gruhnert, Dresden-A. 1, Ammonstr. 81 XlU. Iahrg. Dresden, den 1. Januar 1937 Rümmer l 1 '' / - - Die bisker gereichneten und gespendeten Mittel der jüdischen Aimerftilke reichen nicht au; . .. wer gerne ändert geben läßt, aber selvlt nicht; geben will, der bat ein mißgünstige; stuge aus üa; Seinige. wer gerne selbst gibt und auch gern andere geben steht, der Ist elN frommer. .'rErorr veirr Dein Deben fei BeifpielJ Opfere der JÜDISCHEN WINTERHILFE zur reltlyten Erfüllung aller Rufgaben. €ö muh mindestens der gleiche Betrag wie im vergangenen )abre aufgebracht werden. Rn alle, welche für die jüdische Winterhilfe aufbringungspflichtig stnd, richten wir die Herrliche Kitte, ihre Pflicht zu tun. wir haben es in dlefem jahre bisher unter, lasten, die aufbringungspstichtigen Qemeindemitglieder für die Winterhilfe zu besuchen, und glauben, dah es nur dieses üffentlichen Hinweises bedarf, um diejenigen, die er angeht, zu erinnern. JÜDISCHE WINTERHILFE DRESDEN Konto beim Bankhaus 5. Mattersdorst postfcheck°2ahlkarte liegt dlefem Oemeindeblatte bei v ACHAD HAAM HEUTE Worte und Hinweise zu seinem 10. Todestag am 2. Januar ' Von Hans Lamm, Mönchen Je größer der Abstand vom Tod eines Mannes wird, je ferner also die Tage rücken, da er durch Wort und Tat seine Zeitgenossen immer neu aufrufen tonnte, desto größer wird die Gefahr, daß seine Gestalt in nebelhafte Ferne entschwindet, sein Wert der Vergessenheit anheimföllt. Diesem Schicksal entgeht fast fein Sterblicher,- aber dieses tragische menschliche Schicksal tann zwei, wesenhaft grundverschiedene Ausdrucksformen annehmen: einmal tann wirtlich der Mann und sein Lebenswert überlebt und als nur historisch zu registrieren sein, zum anderen aber tann seine menschliche Gestalt zwar an Unmittelbarteit abnehmen, sein Wert nicht mehr die Frische beflhen, die das eines Lebenden auszeichnet, aber perfönlichteit und Idee «gehen ein in die VorsiellungS- und Äegriffs-Welt der Rachwelt, sie formen nicht allein die Geschichte, sondern auch die Zutunst nach ihrem Tob: ste erweisen ihre überzeitliche Größe durch ihr lebendige Geschichte bildende Genialität. So ist es Achad Haam ergangen. Es lpöre tein legitimer Gradmesser seiner Äedeutung in. unserer Zeit, wenn man feststellen wollte, wie start etwa sein wesentlichstes Wert, die mehrbändige Aufsatzsamml. ng »Am Scheideweg" gelesen wirb. Wir hoffen zwar, daß sie viel benutzt und immer aufs Reue herangezogen wird, und wir wünschen - aus Gründen, die im folgenden noch deutlicher zu «rtennen sein werden -, daß die Achad-Haam-Lettüre immer weitere Kreise ziehe, in immer tiefere Schichten vordn'nge: aber dennoch, selbst wenn Achad Haam gar nicht mehr gelesen werden würde und sein Rame der heutigen Generation tein Äegriff mehr wäre, wäre er nicht tot, sein Leben nicht umsollst gelebt, sein Kampf nicht vergebens gestritten worden. Oie Tatsache, daß die einzelnen dieser Debatten für unS Heutige zuweilen mehr historisches Interesse haben, beweist nichts gegen