Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 18 (1.10.1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2 Btmeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden Nr. >8 »Makkabi ruft zur Einheit« Werbeyeranstaltung {les Jüdischen Turn- und Sportverein Bor Kochba Vorführungen von Sportfilmen: Wintermakkabiah und Mokkabi-Leichtathletikmeisterschaften 1936 Sonnabend, 3. Oktober 1936 20 Uhr, Gemeindesaal Eintritt frei iiii»ii»»»>»»iiii»»i»»iii»»»»»»»«»i>»>>»»»«i»»>»»i»»»»»»»»» lllltlllllMllllltllllllUtlllMlllllimilllllKIMIItlllMlltlllllllllllltlllllltllllllltlllM .. lllltlllllllllllttlllimillllllllllltlllllllllMIlIHHIIIMItlllMIIMIIMIimilHIHHMmi Referat: D T. RdbdU, KSflllT Vizepräsident des Deutschen Makkabikreises imiitiiMiiMitititiiMiiiiiimmiitiiMiiiiiiiiMiiiititiMtitttmiiittittniiiiitiiiiiMi iiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiniDiniiiiMimiiiiMiiitiiMiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiii ... DAS JUDICHE GEHEIMNIS Von Karl Wolfskehl Das Judentum ist ganz Historie und ganz Metaphysik, es ist beides schlechthin: voll Wirklichkeit und durchaus Idee. Dies Volk hat als Volksganzes das Unzeitliche, das vom zeitlichen Zustand wesentlich verschiedene Moment der Währung, als Zeitlichkeit innerhalb dieses Hier, raumhaft ausgedrückt, es ist immer dagewesen und lebte immer wo anders. Man kann es eigentlich nicht das .alte Volk* nennen, denn auch die Gesetze des Wachsens in der Zeit sind nicht seine Gesetze. Darum hat es seine besonderen, abgesonderten Blütezeiten oder es hat deren viele. Es wird nicht, es besieht, und selbst in seinen heiligen Büchern, die von seinem Anfang reden, ist eS ein ursprünglich Gegebenes, könnte man doch mit allem Fuge sagen: schon Abrahack ist das ganze Dost, Altvater und Einheit. Dessen verhülltes (Spiel mit den Mächtigen der Erde, sein Kauf der Grabsiatt als des einzigen Grundes, den er sichern will (wie wichtig ist das, wie aufschlußgebend, daß dem Ienseits ein Hier gegeben wird und nur ihm!), sein Freien aus dem gleichen Stamm, den es noch nicht gab, sein Feilschen um die Anderen (Sodom!), sein in den Geist verlegtes Fleischesopfer des- Sohnes: ist das nicht die ganze Zübischheit im Einzelsein? Was sonst Leben heißt, scheint hier in jedem Moment in Frage gebracht, ja überwunden, was sonst Denksormen, Oenknormen sind, ist hier Erscheinung geworden. So ist das Judentum da, greifbar, schmeckbar wie sonst nichts auf der Erde, faktisch und sich selber' gleich, selbst eigen - so ist es zugleich bildlos in jedem Verstand, ist nicht Form, nicht Leib, nicht schaubar im höchsten griechischen, :m Mysieriensinne, ist fremd und unterschieden, anerlebbar den Völkern, die in seinem Allerheiligsten, da sie es sprengten - Nichts fanden. Denn diese wirklichste Wirklichkeit entzieht sich der symbiotischen, pflanzenhaften Gemeinschaft von Leben und Leben, sie befruchtet ohne die Organe des Zeugens. Und so spottet sie auch der Einordnung in Gattungen, so kann sie unter keinen .Gesichtspunkt^ gebracht werden. Vatlos stehen Natur- und Geschichtswissenschaften vor dem Problem. Ist das Iudentum eine Nasse oder eine Glaubenseinheit oder eine Zufallsmischung, ein Staat, ein Stamm, eine Gemeinde, ist es zugrund gegangen oder lebt es weiter, wann war seine antike Lebensstuse, wann beginnt seine Transzendenz, ist das Prophentum, dies unerhörte Novum in der Welt, ein Novum fürs Iüdische? Iede Erwägung schlägt fehl, jede Feststellung wanft, gleitet ab von diesem Unfaßbaren. Ia, die letzten, einfachsten Fragen sind nicht zu erledigen, nicht mystische, nicht sittliche, nicht äußerlich reale. Ist es zuhaus oder in der Fremde, ist es treu oder abtrünnig, ist es berufen oder verfemt? Das Göttliche selber war immer im Hader mit ihm und ist immer mit ihm zusammen gewesen: welch ein Zustand, welch eine Bewegung! Zahllose Wege, dunkel das Ziel. Übergroß das Wirken in die Weite, unendlich die Vereinsamung. Mehr ist nicht auszusagen, als daß hier das durchaus Antitheiische Wesen wird. Und so dürfen wir gewiß sein, daß diese stets straffe und stets zerstiebende Einheit, dies Beharren und dieses Verstreuen, dieses ewige Ietzt, stets Gegenwart sei. Denn Er, der Bund schloß mit dem Ahnherrn, Er ist dessen Samen fern und nah geblieben, nie so eins mit ihm, daß Er ihn ganz zu sich zwinge, ganz ihn übergehen lasse in das Andere Neich, nie so abgewondt, daß er in Spreu zerstäube, in Scherben zerfalle und Schutt, und untergehe irgendwann. (Aus dem Almanach des Schocken-Derlags aus das Jahr 5647) 5. MATTERSDORFF GEGRÜNDET PRI VAT BAN K HAUS 1 ,8 4 9 SEESTRASSE 14 RUF 25955 i i Uettet-Heül\&JUh COMPLETS KLEIDER BLUSEN MÄNTEL KOSTÜME RÖCKE GOLDMANN AM ALTMARKT u