Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 13 (1.7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 8 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. lZ ZUM 17e THAMMUS (Soeben ist im 3. Kauffmamr-Serlag, Frankfurt a. M. der dn'tte Sand der sogenannten Torcznner-Äibel erschienen: ,Oie heilige Schn'ft. N«u ins Deutsche übertragen. Dritter Sand. Nebiim Aharonim. Oie Gottbegeisteten.^ Wir bringen zum Abdruck: Firmejahu,- Kap. 52, Sers 1-17, 24-27. l. Einundzwanzig Fahre war Zidkijahu alt, als er König wurde, und elf Fahre regierte er in Feruschalaim; und der Name seiner Mutter war Hamutal, Tochter Firmejahus, aus Libna. 2. Und er tat, was böse ist in den Augen des Ewigen, ganz wie Fehojakim getan hatte. 3. Denn nach dem Zorn des Ewigen geschah es an Feruschalaim und Fehuda, bis daß er sie hinwegwarf vor seinem Angesicht. Und Zidkijahu empörteisich gegen den König von Sabel. 4. Und es war im neunten Fahr seiner Regierung, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats, da kam Nebuchadrezzar, der König von Sabel, er und sein ganzes Heer, wider Feruschalaim heran, und sie lagerten davor und bauten rings darum einen Wall. 5. Go kam die, Gtadt in Belagerung bis zum elften Fahr des Königs Zidkijahu. 6. Fm vierten Monas am Neunten des Monats, der Hunger aber war stark in der, Stadt, und das Volk des Landes hatte kein Srot, 7. da wurde die Stadt erbrochen, und alle Kriegsleute siohen und gingen des Nachts aus der Stadt auf dem Weg durch das Tor zwischen den Mauem am Garten des Königs, während die Kasdäer rings um die Stadt lagen, und sie zogen den Weg zur Niederung. 8. Da setzte das Heer der Kasdäer dem König nach, und sie' holten Zidkijahu in den Niederungen von Fereho ein, sein ganzes Heer aber hatte sich von ihm verlaufen. 9. Und sie ergriffen den König und brachten ihn hinauf zum König von Sabel nach Nibla im Land Hamas und der sprach ihm Gericht. 40. Dann schlachtete der König von Sabel die Söhne Zidkijahus vor seinen Augen ab, und auch alle Obersten Fehudas schlachtete er in Niblata ab. 11.- Und die Augen Zidkijahus blendete er und fesselte ihn mit ehernen Ketten, und der König von Sabel brachte ihn nach Sabel und tat ihn ins Haus des Gewahrsams bis zum Tag seines Todes. 12. Aber im fünften Monat, am Zehnten des Monats - es war das neunzehnte Fahr des Königs Nebuchadrezzar, des Königs von Sabel kam Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, der vor dem König von Sabel Dienst hielt, nach. Feruschalaim. 13. Und er verbrannte das Haus dH Ewigen und das Königshaus, und alle Häuser Feruschalaims und jedes große Haus verbrannte er im Feuer, ll. Und alle Mauern Feruschalaims ringsum rissen sie nieder das ganze Heer der Kasdäer, das mit dem Obersten der Leibwächter war. 45. Aber vom armen Volk und den Nest des Volkes, der in der Stadt geblieben war, und die Überläufer, die zum König von Sabel abgesallen waren, und die übrige Menge, führte Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, fort. 46. Nur von den Ärmsten des Landes ließ Nebusar'adan, der Oberste der teibwächter, zurück als Winzer und Ackerleute. 47. Und die ehernen Säulen, die zum Haus des Ewigen gehörten, und die Fahrgestelle und das eherne Meer, das im Haus des Ewigen war, zerbrachen die Kasdäer und brachten all ihr Erz nach Sabel. 5. MATTERSDORFF PRIVATBAN KH AUS GEGRÜNDET 18 4 9 SEESTRASSE 14 RUF 25955 24. Dann nahm der Oberste der Leibwächter Seraja, den Ober' Priester, und den Zweitpriesier Zefanja und die drei Schwellenhüter mit, 25. und aus der Stadt nahm er einen Höfling, der über die Kriegsleut« bestellt war, und sieben Männer von denen, die das Antlitz des Königs sehen, die sich in der Stadt vorfanden, und den Schreiber des Heeresobersten, der das Volk des Landes zum Heeresdienst aushob, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die sich in der Stadt vorfanden, 26. die nahm Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, und führte sie zum König von Sabel nach Nibla. 27. Und der König von Sabel schlug sie und tötete sie zu Nibla im Land Hamat. So mußte Fehuda fort von seinem Soden. SCHACH-ECKE I Bearbeitet von I. Schöner. Am 24. d. Mts. fand in den Räumen Moritzstraße 1 b, I. das von unserem Gemeindeblatt veranstaltete Slmultan-Spiel des Altmeisters Mieses statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Nach einer kurzen Begrüßung des Meistefs und der Gäste durch Herrn Dr. Saalheimer begann der Meister mit dem Abschreiten der 22 Bretter. Es entwickelten sich nun sehr anregende Spiele. Nach vier Stunden waren sämtliche 22 Partien beendet mit 13 Gewinnen, 2 Verlusten und 7 Remisen, also ungeiähr 75 % zu Gunsten des Meisters. Es gewannen die Herren Feuer und Wiesclmann. Es remisierten die Damen Frl. Helft und Frl. Meißner,' ferner die Herren Berschtel, Großmann, Dr. Bruno Rosenbaum, Schwarz und Teig. Das Simultanspiel hatte auch zahlreiche Interessenten als Zuschauer angelockt. Möge es dazu beigetragen haben, dem jüdischen Schach in Dresden neue Freunde zuzuführen. Richtige Lösung der Partie 2 sandte ein: Herr Dr. med. Br Rosenbaum. Nachstehend bringen wir eine Endspielstudie des leider zu früh verstorbenen genialen jüdischen Schachmeisters und Endspielkomponisten Richard Rdti. Seine Studien zeichnen sich besonders dadurch aus, daß sie denkbar einfach, zugleich tiefgründig und sogar für Meister lehrreich sind. Das besonders (Charakteristische dieser Stellungen aber ist," daß sie gar nicht den Eindruck künstlicher Kompositionen machen, sondern das Gepräge der praktischen- Partie an sich tragen. Endspielstudie Von Richard R£ti: a b c d e f g h Weiß, am Zuge macht remis. Oder: 2. K f4—g3, Lösung: 1. K e5—d6! ... Auf jeden anderen Zug würde Weiß verlieren. Die Annahme, daß, da die symmetrische Stellung vorliegt, 1. Ke5—f6 dieselbe Wirkung haben müsse wie K e5—d6, ist irrig, denn es würde folgen: I. ..., K e3—f4 und, falls nun 2. K f6— g6, so 2. ..., K f4—g3 u. Schwarz gewinnt. — Nach dem Textzuge aber würde Weiß auf 1.K e3 —f4 mit 2. K d6—c5 das Remis erreichen. 1. K e3—d4 2. Kd6-c6! Kd4-c3 K c6—d7, K e5—f4, 4. K d7—d6 . ... X d4—e5, 3. 5. K d6—c5, und das Endspiel ist remis. 3. K c6—d5 b4—b3 4. Kd5—e4! b3—b2 Auf 4.. h4—h3 würde 5. K e4—f3 usw. mit Remisanschluß, erfolgen. 5. L e6—a2, und nun sind beide Bauern aufgehalten. _Zur freundlichen Beachtung. Jüdische Schachspieler treffen sich jeden Mittwoch Abend im Restaurant und Kaffee Hermann, Christianstraße 32.