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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1936-06-01 · 11 (1.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
12 (1936)
Issue
11 (1.6.1936)
Date
1936-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes meilungsblatt I« SWIAn" ~ Verantwortliche Schriftleitung: Lto Anschel, Dresden / Vertag: Israelitische Religionsgemeinde vresden-A. 1, Zeughausstroße 3 / Ruf 14051 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Iac. Sternlicht, vresden-A. 19, Stübel-Allee 35 / / Ruf 34185 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / / Die 4mal gespaltene 46-mm-Zeil« kostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Gruhnert, Dresden-A. 1, Ammonstr. 61 IS t XII. Iahrg. Nummern Donnerstag, 4. Juni 1936, 2030 Uhr im Neuen Gemeindesaal iiiiHiiiimmmmiiimiiiiimHmimiiimiHHHHHmiHHtmMitniiiiiHimHMiMiMmmHiiiimHmmmimmN Dr. Friedrich Brodnjtz, Berlin von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland spricht Ober | Die Arbeit der Reichsvertretung und das Werk von Hilfe u. Aufbau |! Der Eintritt ist frei. Bei yder zentralen Bedeutung des Themas wird das Interesse der gesamten Gemeinde für diesen Abend erwartet. niiiiiinminn»imiiiiiit»iiiimiiim«»i»mii»»»i»umiiiinimiitimntninmiitimiii NAHUM SOKOLOW Rahum Sokolow, Ehrenpräsident der Zionistischen Weltorganisation und der Iewish Agency, ist am 17. Mai 1936 ganz plötzlich in London gestokben, und er wurde dort zwei Tage später mit großen Ehren beerdigt. Es ist fast sicher, daß seine Gebeine, wie die der Stammväter Iakob und Josef, später hinaucgeführt werden in das Land, für das er so viele Iohrzchnte lang mit feiner ganzen großen Begabung und Persönlichkeit gearbeitet halte. Oer über 75jährige unermüdliche Arbeiter für sein Volk war mit seinen Vorbereitungen fertig für eine lange Propagandareise nach Südamerika, die er mit seiner Tochter, die seit Jahren seine treue Begleiterin war, anireten wollte, als ihn der plötzliche Tod erreichte. Er ist so nach kurzer Zeit seinen zwei besten Freunden Bialik und Ghmaryo Lewin in die Ewigkeit gefolgt, und das jüdische Volk, das gerade in dieser Zeit der schweren Bedrängnis Führer braucht, die ihm mit Rat und Tat und Trostworten zur Seite stehen können, ist in tiefer Trauer. Ich kenne so ziemlich alle hervorragenden jüdischen Männer, die in den letzten zwanzig Iahren im öffentlichen jüdischen Leben standen, und ich bin überzeugt, daß Rahum Sokolow in der vordersten Reihe dieser Menschen stand, als jüdischer Patriot, als Volksführer, als Gelehrter und besonders als großer Volksredner. Er war mit der Schöpft r der neuen hebräischen und jiddischen Sprache, und außerdem standen ihm alle Sprachen der großen europäischen Länder zur vollkommensten Verfügung. Ihm war der Wortschatz und Sprachklang aller dieser vielen Sprachen ein so gefügiges Instrument wie Orgel und Klavier und Violine den großen Mustkkünstlern. Männer im öffentlichen Leben verstehen es ofi, sich selbst auf ein piedestal zu stellen. Sie imponieren durch ihre Unerreichbarkeit und weil sie niemandem Gelegenheit geben, ihre menschlichen Qualitäten und Schwächen kcnnenzulernen. Ost war ich im Leben sehr enttäuscht, wenn ich Gelegenheit hatte, diese Unerreichbaren intimer kennenzulernen. Rahum Sokolow war dagegen ein Mann, der mitten in seinem Volte stand. Ein Mann, der mit den höchsten Würdenträgern dieser Erde als Ebenbürtiger verhandelte und der mit den ärmsten Krämern und Arbeitern über ihbe Arbeit und Rot des Tages sprechen konnte. Unvergeßlich bleibt mir meine erste Begegnung mit Rahum Sokolow. Im Iahre 1921 war ich Vorsitzender der Zionistischen Ortsgruppe in Seattle im-Staate Washington an der Rordwesiküsie der Vereinigten Staaten. Wir hatten Rachricht von der Zentrale in Rew ifort bekommen, daß Professor Marburg und Rahum Sokolow die erste Aktion für den Keren Hajeffod in den Vereinigten Staaten durchführen würden, und daß wir versuchen sollten, die Kampagne würdig durch einen offiziellen Empfang im Rathaus durch den Oberbürgermeister zu eröffnen. Oer Rame Marburg war uns als Rame einer bedeutenden Bankiersfamilie bekannt, aber den Ramen Rahum Sokolow hatten wir nie gehört, und da wir auch die Bedeutung des neuen Keren Hajeffod damals nicht kannten, erschien es als eine sehr gewagte Sache, für diese so wenig bekannten Herren und wegen dieser so unbekannten Sache, einen offiziellen Empfang im Rathaus unserer Stadt vorzuschlagen. Oer Bürgermeister ging aber sofort auf unseren Vorschlag ein.

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