Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 9 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Gemeindedlalt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes Verantwortliche Schriftleitung: Leo Anfchel, Dresden / Verlag: Israelitische Neligionsgemeinde Dresden-A. i, Zeughausstraße 3 / Ruf 14031 und 17887 / / Verantwortlich fürden Inseratenteil: Iqc. Gtcrnlicht, OrrSdeN'A. 19, 8tübel»Allee 33 / / Ruf 34183 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / / Die 4 mal gespaltene 48-mm-Zeile kostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Gruhnert, DreSden-A. 1, Ammonstr. Ll XII. Iahrg. Dresden, den 1. Mai 1936 Rümmer 9 1 * ___J MitleilWWliilt derSliWsllie« SlkaMWii MnftroerMe; 1[• Mittwoch, 13. Mai 1936, 20'5t)hr, im Neuen Gemeindesaal ÖEMEINDEABEND Rabbiner Dr. Ignatz Maybaum, Frankfurta. O.sprichtüber „Der Chaluz und der Baal-habajit“ ' Wir haben den bekannten Redner und Schriftsteller, dessen kürzlich erschienenes Buch »Parteibefreites Judentum“ von der gesamten jüdischen Presse hervorragend gewürdigt wurde, gebeten, sein Thema für unser Blatt kurz zu umreißen. Dr. Maybaum schreibt u. a.: »Der Chaluz präsentiert heute den Anspruch, das Judentum legitim darzustellen. Der große Idealismus, der in der Chaluziut enthalten ist, darf uns nicht abhalten, die Strukturveränderungen zu erkennen, die das chaluzjsche Ideal am Judentum vornimmt. Es handelt sich hier um Strukturveränderungen, die ebenso radikal an der Gestalt des Judentums vorgenommen werden, wie dies früher —, , ... , ,» vom Reformjudentum aus geschah. Durch einen Vergleich zwischen dem Q,aluz und fciniritt frei. (Karten für reservierte dem Baal-habajit kann die Problemlage des modernen Judentums aufgezeigt werden.“ Plätze zu RM 1.— im Kulturbundbüro) JÜDISCHE SCHULE Oie Schule Hatte am 13. April Eltern und Freunde der Kinder eingeladen, um den Anfang des neuen Schuljahrs gemeinsam festlich zu begehen. Und so viele waren dieser Einladung gefolgt, daß die Sitzplätze im neuen Gemeindesaal längst nicht ausreichten. In den vordersten Reihen saßen die Jüngsten, die es gar nicht erwarten konnten, Schulkinder zu werden und schon lange vor Beginn erschienen waren. Mit zwei liturgischen Gesängen (einfludiert von Herrn Kantor Halmos) eröffneten die beiden obersten Klassen die Feier. In einem gereimten Prolog erzählte frisch und natürlich ein größerer Iungr den Reuen, wie fröhlich eö in der Schule zugehe; die Mädchen tanzten zwei Kinderlieber als Reigen. Aus den Worten des Schulleiters, Herrn Oirektor Schäler, der die Eltem und Freunde der Schule begrüßte, sprach die Verantwortung, der sich heute der jüdische Lehrer bewußt ist und der Wunsch, bei den Eltern damit vollem Vertrauen und rechtem Verständnis zu begegnen. Er verglich die fragend und erwartungsvoll in Schule und Leben schauenden Kinder mit den Wundern des Frühlings, dem Blühen, Wachsen und Reifen in der Ratur. Hegen und Pflegen, Aurechtbiegen und Stützen - Liebe und Verstehen sind Pflichten des Gärtners - wie des Lehrers, den ganzen freudigen Einsatz seiner Kräfte erfordernd; und der Lehrer gibt ihn gern, um den Schülern eine ungehemmte Entfaltung zu ermöglichen, damit sie alS aufrechte und'zielbewußte Iuden einmal ihr Schicksal meistern. Rach der Ansprache des Direktors stellten sich in einem lustigen »Klassengespräch" die unentbehrlichen Gegenstände des Schulzimmers den »Achtem" vor: Bank, Wandtafel, Kreide, Tintenfaß usw. Dann kam das, was auf die Reuen den größten Eindruck machte: Kaspertheater, in dem die bisher Iüngsien selbst die Puppen waren' Ein origineller Kanon, der die verschiedenen Musikinstrumente nachahmte und damit ein ganzes »Orchester" erklingen ließ, beschloß die Feier, an deren Vorbereitung die Kinder mit großem Eifer gearbeitet hatten. Oie Kleinsten wurden in ihr Klassenzimmer geführt. Dort bekam jedes Kind eine riesige Zuckertüte, mit der es beseligt abzog. - Dies war der zweite Auftakt für das zweite Iahr der Iüdischen Schule, das - wie das erste - ein Iahr voll ernster und froher. Arbeit, ein Iahr voll jüdischen Lebens zu werden verspricht. , Anmerkung: Oie Schule hat jetzt annähemd 130 Kinder, die sich auf die ersten fünf Klaffen verteilen. Das fünfte Schuljahr (Klasse 4) kam zu Ostern neu hinzu. Gegenwärtig haben die Klaffen keine verfügbaren Plätze mehr, so daß die Schule z. Zt. keine Kinder mehr aufnehmen kann. - Im vierten Schuljahr beginnt der Iwrit-Unterricht, im fünften Schuljahr kommt Englisch hinzu; außerdem ist Werkunterricht (Tischlerei oder Gartenbau) für die oberste Klasse in Aussicht genommen. In das Lehrerkollegium traten ein: Herr Anschel und Fräulein Ok. Äpt. Or. Alice Apt. Q2)er mit der GQejafytung der iflbonnementgebü^r des (Oemeindeblattes für 1936 in Jjöfye von 2.~ nodf im GRücbftande ift, überweife diefen gewiß geringen GÖejugspreis für ein ganjes {Jafyr auf das Spoftjdfeckkonto der 0enternde Dresden 10288.