Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 6 (15.3.1936)
- Date
- 1936-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 GemetzbeSlatt der Israeltttschr» Reltßto»D>,mei»be Dresben S«tt« s An die Dereinsvorsihenden Wir weisen die Vereine darauf hin, daß zum l. April - Endtermin 10. April - die Ergänzungen zu den Vereinslisien bei der Polizei elnzureichen sind. Kleiderkammer Wegen Aufräumungsarbeiten bleibt die Kleiderkammer bis Ende April geschlossen. Englische Arbeitsgemeinschaft Frau Martha Kantorowicz-Neumann, geprüfte Sprachlehrerin, hat sich bereit erklärt, die englische Arbeitsgemeinschaft fortzuführen. Interessenten werden erbeten, sich mit Frau Kantorowicz, Münchner Platz 6, Erdgeschoß rechts, in Verbindung zu setzen. Personalien: Gterbefäke: 28. Februar 1036: Fräulein -Curie Philipsohn, Löbtauer Str. 31 20. Februar 1036: Frau Margarete veno. Gerstel, geb. Philipsohn, Veichenbachsiraße 12 3. März 1036: Fräulein Sidonie Eg er, privata, Gedanplah 4 5. März 1036: Frau Golde verw. Vubin, geb. Vogel, Stephanienstraße 10 8. März 1036: Herr Julius Gerson, Subdirektor, Sachsen-Allee 5 Silberhochzeiten: 28. März 1036: Herr Leon Kandel und Frau Fanny, geb. Mich, Westendstraße 22 30. März 1036: Herr Paul Weiner und Frau. Lina geb. Stockhamer, Eranachstraße 6 Benutzt die Bibliothek, besucht die Lesezimmer der Gemeinde sAlte und neue Äücher jüdischen Inhalts, jüdische Zeitungen) Bibliothek: Ausleihe: Sonntags von 11-12'/., Uhr, Mittwochs und Sonnabends von 20-22 Uhr (kostenlos). Lesezimmer: Geöffnet: Mittwochs und Sonnabends von 20- 22 Uhr (kostenlos). Jüdische Winterhilfe Dresden III. Bunter Abend Donnerstag, 19. März 1936, abds. 815 Uhr, im Gemeindesaal Ellen Bergmann — Gesang , (Lieder von Schubert und Wolf) Rosa Satsch — Violine (virtuose Violinmusik) Walter Goldmann — Klavier Und. eine ganz besondere Überraschung die nicht verraten wird! Eintritt für die Betreuten unserer Winterhilfe kostenlos, für alle sonstigen Gemeindemitglieder gegen ein Opfer in die Sammelbüchse der Winterhilfe. (Karten im Kulturbund-Büro und im Gemeindeamt). mtmand versäume diesen wirklich .bunten“ Abend Jüdischer Kulturbund Dresden iiiwmmiiwiwiimwiiiwiiiwiiimuiwmmmmwminnmmimimimin 7. Abonnement-Abend Donnerstag, den 26. März 1936, abds. 815 Uhr im Trianon (Volkswohl), Ostra-Allee, Haltestelle der Linien 2, 6 und 10 Der Abend mit Del« Llplnetre)* kann nicht stattfinden* Nod) den neuesten Bestimmuhgsn können nur toldie Künstler nichtdeutscher Staatsangehörigkeit in den Kulturbünden auftreten, die mindestens söit dem 1. 8. 1914 ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. 'Joseph Plaut Der berühmte Humorist — Heiteres und Heiterstes — Es wirkt mit: Erich Schwarzwald u. seine Solisten Die Tanzkapelle von Ruf (5 Künstler) Nur Mitgliedsausweis und Eintrittskarte zusammen bereditigen zum Eintritt Preisgruppe Bi RM 3.50, 2.50, 1.50 (Jugend —.75) Vorverkauf.! Zeughausstrofte 1 (Tel. 18 418) „Ernstes und Heiteres in Wort und Ton" (Abend der Jüdischen Winterhilfe Dresden) Oer zweite Abend für die Setreuten unserer Winterhilfe wurde von Gesang und Rezitation ausgefüllt. Bella Erdoes, die uns Dresdnern feit ihrem schauspielerischen Wirken an der „Komödie'', später als Operettensängenn im „Central-Theater" in bester Erinnerung stehi, dann bei den Offenbach-Einaktern lehies Fahr im Kuliurbund am besten abschnitt und auch früher hier im Synagogen- Ehor eine wertvolle Stütze'war,. - Äella Erdoes überraschte mit einem fast abendfüllenden Programm von 16 Nummern. Zuerst Volkslieder in den Originalsprachen: russisch, tschechisch, österreichischer Dialekt, ungarisch und hebräisch, - durchwegs grundmusikalische und hier noch unbekannte Gesänge, die die Sängen'n mit lebhaftem Ausdruck bald ernst, schwermütig, bald neckisch und herzlich charakterisierte, wobei man über die Äeherrschung der fremden Sprachen staunen mußte. (Gute Übersetzungen der Lieder ins Deutsche enthielt dankenswerterweise der Programmzettel.) Ebenso geschmackvoll fesselte Äella Srdoes weiter mit Arien und Ehansons aus Opem und klassischen Operetten. Bon den reizend vorgetragenen Stücken soll die Liebesarie der Vose Frique aus Maillarts „Glöckchen des Eremiten", das altbekannte Lied aus Jones „Geisha" („O tanze, Heine Geisha du") und das neckische Ehanson „Äabette und der Eadett" aus Mamsell Nitouche von Hewö hervorgehöben werden, - Muster fein ausgefeilter Operettenkunsi. Oie schier unermüdlich scheinende klangvolle Stimme fand noch nach dem Eouplet der Adele aus der „Fledermaus" und den modernen einschmeichelnden Schlagern aus Prager Filmen starken Äelfall. Walter Goldmann führte die oft recht schwierigen Begleitungen am Flügel rhythmisch sicher (manchmal klanglich etwas zu scharf hervortretend) aus. - An der Spitze des Abends standen drei (allerdings für das Programm nicht paffende) Dichtungen Goethes „Oer Gott und die Äajadere" und „Zueignung" sowie Liliencrons „pidder Lüng", bi« Schauspieler Paul Skohki auswendig und' mit Hingabe rezitierte. Jüdische Motive behandelten die beiden Dichtungen im zweiten Teil: Eine Märchengeschichte von Hedwig Ury lm Stile von Andersen, wie sich in einem Trödelkeller ein alter Sack, Silberborte und Mesusah von ihren Schicksalen unterhalten, sprach Gkotzki schlicht und charakteristisch; ein humorvolles Gedicht von Arthur Fltger „Maaffer bezahlen" erweckte in der freien lebendigen Wiedergabe aNseitlge Heiterkeit. E. Ä.