Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 6 (15.3.1936)
- Date
- 1936-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Seit« 3 Temetndeblatt der Israelitischen Reli-ion»ßkm«tnde Dresden Beim Arbeitsgebiet Kultus wurde auf den starken religiösen Eindruck hingewiesen, den die Mädchenkonfirmation hinterlaffen Hai, deren regelmäßige Wiederholung von vielen Geilen gewünscht worden ist. Gedacht wird auch des 25 jährigen Oienstjubiläums des Herrn Kantor Galzmann und des Ausscheidens des Kastellans Hoffmann nach elfjähriger Oienstzeit. Oie Mitteilung, daß ein langjähriges Gemeindemitglied in seinem Testament der Gemeinde ein ansehnliches Legat ausgesetzt hat, wird dankbar ausgenommen, und es wird dem Wünsche Ausdruck gegeben, daß die stark in Vergessenheit geratene Sitte, die Gemeinde und ihre Einrichtungen mit Legaten zu bedenken, wieder allgemeinere Verbreitung finden möchte. An den Verwaltungsbericht schloß sich an ein Äericht des Finanzdezernenten, Herrn Or. Grün, über schwebende Finan^sragen. Oer Gemeinderat nimmt mit herzlichem Dank Kenntnis von einer sehr namhaften Stiftung, die Frau Or. Arnhold zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, Herm Or. Heinrich Arnhold, gemacht hat und erwartet näheren- Äericht über die Verwendung des Betrages; gedacht ist an ein Heim für den Kinderhort. Oer Gemeinderat nimmt weiter Kenntnis von der Abrechnung des Gynagogenanbaues und stellt fest, daß im Synagogenneubau- Fond noch Mittel zur Verfügung stehen, die für etwaige Ausbesserungsarbeiten dez ^Synagoge Verwendung finden können. Ferner nimmt der Gemeinderat Kenntnis von einem Äericht über bas Sammelaufkommen der Winterhilfe. Er ersucht den Vorstand, dafür Gorge zu tragen, daß kein zahlungsfähiges Ge-' meindemitglied sich seiner Verpflichtung entzieht und erwartet Äericht über diejenigen Gemeindemitglieder, die trotz Ermahnung ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind. Schließlich nimmt der Gemeinderat von Erwägungen zur Erweiterung des bestehenden bzw. Angliederung eines weiteren Altersheimes Kenntnis und begrüßt die Anregung, sog. Zimmerstiftungen für das neue Altersheim entgegen zu nehmen, die zum Gedächtnis Verstorbener in der Gemeinde errichtet werden. Ein ausführlicher Äericht wurde erstattet über die Geschäftsführung der Oarlehnskoffe, die von dem Nevisor der Zentralstelle für Jüdische Oarlehnskaffen geprüft und in Ordnung befunden worden ist. Abschließend wurde noch ein Vorbericht über Grundsätze zur beabsichtigten Neufassung der Pensionsordnung gegeben. Oie Pensionsordnung unserer Gemeinde stammt aus dem Fahre 1903 und bedarf der Nevidierung. Folgende Personenstandsveränderungen wurden in der Sitzung bekanntgegeben; in der Gemeinde Dresden fanden statt: -1935 1934 1933 Geburten 23 19 19 Eheschließungen 20 12 16 Sterbesälle 02 64 66 Austritte -14 22 51 Wiedereintritte S 13 1 Eintritte t> 7 5 Was wird aus unseren Kindern? An jeden Vater, an jede Mutter, und an jeden, der heute in einer der vielen jüdischen Organisationen arbeitet, tritt täglich die immer wiederkehrende Frage heran: „Was wird aus unseren Kindern?" Und in Äerufsberatungen und Lehrstellenvermittlungen begegnen wir den hoffnungslosen Gesichtern der schulentlassenen 'Fugend, die nach Wegen sucht, der drohenden Erwerbslosigkeit zu entgehen und einen Platz in einer Gemeinschaft zu finden, die ihren jungen Kräften Aufgaben stellt und Verantwortung überträgt. Sie wollen ein freies, gleichberechtigtes Leben führen. Durch die Erfahrungen der letzten Fahre gewitzigt, geht das Streben unserer Fugend dahin, Landwirsschaft und Handwerk zu lernen. Lehrstellen, die für sie zur Verfügung stehen, gibt es weder im Fnnoch Ausland in annähernd ausreichender Anzahl. Das einzige Land, das sie wirklich braucht und will, ist Palästina. Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich eine Neihe jüdischer Organisationen, die besonders am Schicksal der Fugend interessiert sind, zusammengeschlossen zur Arbeitsgemeinschaft für Kinderu. Iugendalijah, Berlin, Kantstr. 155. Oie Arbeitsgemeinschaft steht in allen Fragen, die die Überführung und Eingliederung der Fugendlichen in Palästina betrifft, im engsten Zusammenhang mit dem Palästinaamt; in allen Fragen, die die Organisation und Finanzierung der Arbeit betrifft, mit dem Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. Oie Arbeitsgemeinschaft hat bereits gegen 1000 Jugendliche zur Ausbildung nach Palästina gebracht. Eie sind in Siedlungen und Heimen untergebracht worben und befinden sich in einer zweijährigen Ausbildung, die allen Erfordernissen einer modernen Lehrausbildung entspricht. Nach Abschluß dieser Ausbildung bleiben sie in den Siedlungen als gleichberechtigte Mitarbeiterdazu haben sich die Siedlungen verpflichtet. Neben der Fachausbildung genießen die jungen Menschen eine gute Allgemeinschulung. Oie ersten Pädagogen lehren Hebräisch, Tenach, Geschichte, Literatur, Naturwissenschaft u. a. m. Oie Kinder stehen dauernd unter ärztlicher Aufsicht und sozialer Äetreuung. Oie ersten Erfahrungen sind in diesem Fahre gesammelt, die ersten Fehler korrigiert, die Anfangsschwierigkeiten überwunden. Das Fazit ist ermutigend. Es hat sich herausgestellt, daß, je jünger die Menschen sind, die aus Deutschland nach Palästina kommen, desto größer ihre Anpassungsfähigkeit ist. Sie überwinden viel schneller und leichter die ersten Schwierigkeiten des Einlebens, können in jungen Fahren noch viel tiefer mit der neuen Muttersprache verwachsen, wie überhaupt der noch unfertige Mensch sich eher an neue und anfangs noch fremde Umgebung und veränderte klimatische Verhältnisse gewöhnt. Oie schwere psychische Belastung, der das jüdische Kind heute in unjüdischer Umgebung ausgesetzt ist, kommt in Fortfall. Oie Kinder werden freier, froher und selbständiger. Oie Arbeitsgemeinschaft hat sich der englischen Negierung gegenüber verpflichten müssen, die Mittel für die zweijährige Ausbildungszeit eines jeden Kindes in Palästina zu hinterlegen, bevor das Kind einreisen darf. Oiese nicht unbeträchtlichen Mittel müssen aufgebracht werden - und sind aufgebracht worden. Oie Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Fugendalijah hat es sich nach den ausgezeichneten Erfahrungen des letzten Fahres zur Ausgabe gemacht, in der begonnenen Nichtung fortzufahren. Sie hofft, auch im Laufe dieses Fahres mit Hilfe ihrer Freunde.im Fn- und Ausland die Mittel aufzubringen, die gleiche Anzahl Fugendlicher und noch mehr nach Palästinain Lehrstellen zu bringen. Sie richtet deswegen an alle Menschen, denen die Zukunft unserer Fügend am Herzen liegt, die Bitte, sie in ihrem Äestreben zu unterstützen. Fn allen großen Städten des Reiches werden Aktionen durchgeführt: in Oresden hat diese Aftion in dieser Woche begonnen. Oiese vielleicht wichtigste Fugendaufgabe zu fördern ist Pflicht Aller! Alfred Aron. Lisa Arnhold. Karl Äochner. Or. Fames Äreit. Alfred Fischl. Hans Gerstle. Or. Walter Grün. Frau Or. Handzel. Frau Herz. Or. Hurwitz. Max Leffer. David Maerzon. Or. Rosenbaum. ' Oirektor Schaeler. Erich Schapira. Hermann Schocken. Georg Selo. Rabb. Prof. Or. Winter. Rabb. Or. Wolf. Günstige Geltgenheitskäufe geebrLrch.edr Schreibmaschinen Sal;y Mayer, Lüi tichaustr. I kuf 12045 iimmiiHmiHHitiMiim Reichhalt. Auswahl ln Kolterniascbliien we Erika,Merceccs Remlnfion.Torpeco Untern ooduitv.u««, IIMOlllHlinilMIMlMlIin