Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 1 (1.1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. l * Gemeinbeblatt bei Israelitischen Sie11gion8gemeinbe Dresden Bilder - Ausstellung von Alfons Brock Oer Maler Alfons Brock ist gebürtiger Dresdner und hat bei Prof. Dorsch und Prof. Nich. Müller studiert vor und nach dem Kriege, den er im Felde miterlebt hat. Zn seiner Einführungsrede ließ uns der Künstler am Eröffnungsabend der Ausstellung « Mittwoch, den 15. Dezember in den Räumen Moritzstraße 1, I.) seinen problematischen und schweren Lebenslauf nacherleben, der uns einen ernsthaft nagenden Menschen zeigt, der religiöse und künstlerische Fragen inmitten von erschwerenden bürgerlichen Lebensumständen zu lösen versucht. Große Pausen treten in seinem (Studium und seiner KunstauSübung ein durch ihm innerlich fremde kaufmännische Berufspflichten, doch brachte ein Aufenthalt in Palästina 1425 -1927 sein Talent zur Entfaltung. Wir sahen in der Ausstellung zahlreiche Ölgemälde aus jenen eindrucksreichen Fahren, so Gesamtansichten von Jerusalem (Weg nach der Klagemauer, die Tempelmauer), Wasserfälle in Obergaliläa am Iordanquellgxbiet, Bilder aus Kfar Gilead bei Tel Ehay «wo Trumpeldor gelebt hat), aus dem Nuinengebiet von Athlit am Meer, Oorfstraße aus Methulla mit Libanon. Bevorzugt Brock auch in den meisten seiner Bilder aus Erez Israel leuchtendes Sonnenlicht, so sind doch auch einige zarte Pastelle vorhanden, z. Ä. Morgensiimmung in der Fordonwüste. Amtliche Bekanntmachungen Zeittafel Gemeindeamt, Ieughausttraße 3, Telephon 14051 und 17887, geöffnet für den allgemeinen Verkehr: werktäglich von 8 —lZ Uhr. Sprechzeit de; Syndikus u. vüroleiter vr. Saalheimer, 11-15 Uhr Gejchäftsführender Vorsteher: Herr Max Lejjer. persönliche Rücksprachen mit den Vorstandsmitgliedern vermittelt das Gemeindeamt. Sprechzeiten der Herren Rabbiner. Die Herren Rabbiner sind in sämtlichen seelsorgerischen, besonders auch persönlich-religiösen Rngelegenheittn wochentäglich zu folgenden Zeiten zu sprechen: Rabbiner Professor vr. Winter, neue Rdresse: Sedanstraße 24, Trdg. Telephon 47355, von 11 —13 Uhr. Rabbiner vr. Wolf, Zeughausstrahe 1,5., Telephon 14051 und 17887 Montags, Mittwoch; und Freitags von 10 — ' ,12 Uhr. ver Demeindedajan, Herr Rabbiner Horowitz, Große Zwingerstraße 6, täglich 4 — 12 Uhr. Wohlfahrtsstelle: Sprechstunden Montag;, Mittwoch; und Freitag, von 4— 10i& Uhr. Marken-Abrechming der blauen Beitragskarte künftig Montag und Mittwoch von 12 bis i Uhr. Oie Jüdische Winterhilfe dankt allen Helfern und Helferinnen für die zugunsten der Allgemeinheit geleisteten Dienste und bittet, in den Bemühungen zur Linderung der Not von Glaubensgenossen nicht müde zu werden. „öte Mitarbeiter der Winterhilfe haben sich in spotaner Erfüllung einer moralischen Pflicht ehrenamtlich zur Verfügung gestellt: Empfangt daher die Sammler und Helfer freundlich! Erleichert ihre Tätigkeit durch Bereithalten der Gelb- und Sachspenden!" So bat die Jüdische Winterhilfe in der letzten Nummer des Gemeindeblattes. Leider ist ihre Bitte nicht von allen Gemeindemitgliedern gehört worden, sie erneuert daher heute diese Bitte. Kartei der Gemeindemitglieder Die Kartet der Gemeindeangehörigen, die eine der wichttgsten Grundlagen einer geordneten Verwaltungsführung ist, kann nur mit Hilfe unserer Gemeindemitglieder selbst auf dem laufenden gehalten werden. Sie wird zu einem wertlosen Ballast, wenn nicht durch dauernde gemeinsame Bemühung Fehlerquellen möglichst ausgeschaltet werden. Eine eigenartige Technik handhabt der Künstler bei seinen zahlreichen ausgestellten Porträtköpfen, die mit Stabilostiften gemalt sind und einen feinen Pastell-Eindruck machen. Es gelingt ihm neben äußerlicher Ähnlichkeit, auch die Individualitäten seiner Modelle zu erfassen. Das Bildnis seiner Mutter lächelt gleichsam unter Tränen; Oberkantör N. H. sieht uns gütig an; die Bildnisse der Herren A., Dr. W. und Or. N. sind charakteristische Typen unserer Zeit; Kantor p. und Or. I. Porträts drücken viel von dem Wesen der Oargestellten aus. Man möchte dem Künstler, der Dresden eine Zeit lang verlassen will, günstige Gelegenheiten in anderen Gemeinden für ein menschlich und künstlerisch befriedigendes Schaffen wünschen. B. Wer nimmt Künstler auf? Oer Kulturbund benötigt fortlaufend zur Unterbringung seiner Künstler gute Privatquartiere. Wir bitten, Gemeindemitglieder, die bereit sistd, einen Künstler (bitte anzugeben, ob Herrn oder Dame) als Gast in ihrem Hause aufzunehmen, ihre Adresse dem Kulturbund schriftlich bekanntgeben zu wollen. Oie Gastgeber werden rechtzeitig, d. h. etwa etne Woche vorher, vom Kulturbund verständigt. Wir bitten deshalb dringend uns alle Veränderungen umgehend mitzuteilen, insbesondere llm- und Wegzüge; ferner Änderungen des Geschäfts oder Berufs und Ausscheiden aus dem bisherigen Haushalt ufw. Es liegt im eigensten Interesse aller Gemeindemitglieder, daß die persönlichen und sachlichen Einträge der Kartei möglichst vollständig und richtig sinh-und bleiben. Dresden, den 30. Dezember L933. Der Vorstand der Israelitischen lieligionsgemeinde zu Dresden. Max L^fer. Ausbildungskurs für jüdische Sozialarbeit in Berlin Die Neichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit, daß ihre Abteilung Zentralwohlfahrtssielle beabsichtigt, gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund einen einmaligen einjährigen Ausbildungskurs für jüdische Sozialarbeit in Berlin einzurichten. Oer Lehrgang soll eine Ausbildung-in Theorie und Praxis der jüdischen Sozialarbeit (Sozialpolitik, Wohlfahrtspflege, Jugendfürsorge, Jugendpflege, jüdische Gegenwartskunde ufw.) umfassen. Voraussetzungen zur Aufnahme in diesen Lehrgqng ist für weibliche und männliche Teilnehmer vollendetes 20. Lebensjahr, Ausbildung in einem anderen Berufe oder bereits ausgeübte Tättgkeit. Oie Ausbildungskosten werden monatl. NM 20. - bis NM 25. - bettagen. Oer Lehrgang soll im April oder Mai 1936 beginnen, wobei für die einzelnen Teilnehmer eine mehrwöchige Vorpraxis bis zum Beginn der Ausbildung in einem jüdisch/sozialey Betriebe geplant ist. Diejenigen, die den Voraussetzungen des Lehrgangs enssprechen und sich für soziale Arbeit besonders interessieren, werden gebeten, sich mit einem Lebenslauf, Zeugnisabschriften über ihre Ausbildung und berufliche Tättgkeit möglichst umgehend bei der Neichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zenttalwohlfahrtsstelle, Berlin E 2, Kantstraße 158, zu bewerben. Es sei darauf hingewiesen, daß der jüdisch/soziale Beruf augenblicklich besonders günstige Existenzmöglichkeiten bietet, da sich ein Mangel an geeigneten fachlich vorgebilbeten Kräften zeigt. Durch diesen Ausbildungslehrgang kann einzelnen Menschen, die zur Sozialarbeit Neigung haben, in verhältnisntäßig kurzer ergänzender Ausbildungszeit zu einem befriedigenden Berufe verholfen werden. Mädchen, die das Maturitätszeugnis besitzen und bas 20. Lebensjahr vollendet haben, können von der Voraussetzung, eine Berufsausbildung bereits abgeschlossen zu Haben, befreit werden.