Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 1 (1.1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des (Semeindevorstandes * Mitteilungsblatt des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes » Verantwortliche Schriftleitung; Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Neligionsgemeinde Oresden-A. l, Zeuahausstraße 3 / Ruf 14051 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Ioc. Sternlicht, Oresden-A. 1», Etübel-Allee 35 / / Ruf 34185 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / Die 4 mal gespaltene 48-mm.Zeile kostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Gruhnert, Dresben-A. 1, Ammonstr. 61 | XII. Zahrg. Dresden, den 1. Januar 1936 j Rummln j Auch in diesem Winter finden einige ©E JflEHMUlE AIBE.MKUIE Statt, der erste am Sonntag, 5. «Januar 1936, pünktl. 830 Uhr in der Synagoge (bei geöffnetem Gemeindesaal). Es ist gelungen, die hervorragende Meister-Rezitatorin Edith Herrnstadt - Oeffingen, Berlin zu verpflichten, die. aus Bibel und Jüdischer Dichtung u. a. Psalm 90; Salomos große Rede an Israel; aus dem Roman '„Hiob" von Joseph Roth; lesen wird. Wo immer Frau Herrnstadt-Oettingen das Programm gesprochen hat, gestaltete sieh der Abend zur wirklichen Feierstunde. Die Plätze sind nicht nummeriert. Der Eintritt ist nur Gemeindemitgliedorn gestattet und ist kostenlos. Lediglich eine Anzahl von Plätzen des Mittelschiffs wird gegen eine Gebühr von RM 1.— (zugunsten der Jüdischen Winterhilfe) reserviert. Aus der Gemeinderatssitzung vom -12. Oez. 1935 An der Gemeinderatssitzung nahmen alle Vorstandsmitglieder, alle Gemeindeverordneten mit einer Ausnahme teils Oie Sitzung wurde vom Vorsitzenden, Herrn Max besser, geleitet und mit der Äegrüßung und Verpflichtung des neugewählten Gemeinderats' Mitgliedes, Or. Friedrich Salzburg,-eröffnet. Sie brachte zwei wesentliche Äeschlüsse: Zunächst die Verlängerung der Wahlperiode des Gemeinderates. Auf Grund der gepflogenen eingehenden Verhandlungen erging, um in Berücksichtigung der jetzigen Situation einen Wahlkampj zu vermeiden, folgender einstimmige Beschluß: ' „Oft Reichsvertretung wird gebeten, die auf Grund ihres Schiedsspruches vom 3. April 1934 bis zum 31. Dezember 1935 geschaffene Regelung in der Verwaltung der Gemeinde um ein Jahr zu verlängern. Innerhalb dieses Jahres sott durch Verhandlungen zwischen sämtlichen im Gemeinderat vertretenen Gruppen eine dauernde Regelung auf Grund einer neuzufassenden Gemeindesahung herbeigeführt werden. Dieser Ordnung der Wahlangelegenheit haben sämtliche Richtungen, die im Schiedsspruch der Reichsvertretung ausgeführt sind, zugestimmt/ Vgl. auch Amtliche Bekanntmachungen. Ferner lag dem Kollegium der Entwurf des tzaushaltplanes 1936 vor. Herr Dr. Grün als Finanzdezernent gab als Einleitung zum Etatreferat einen Iahresüberblick sowie einen Ausblick in Bezug auf di« Gemeindefinanzen. Er stellte fest, daß eine wesentliche Verminderung der Etatsumme, ohne gleichzeitig die Erfüllung lebenswichtiger Gemeindeaufgaben zu schmälern, sich im Hinblick auf die bereits seit Fahren obwaltende Sparsamkeit nicht habe durchführen lassen. Herr Or. Grün trug den Entwurf des Haushaltplanes 1956 in allen Positionen vor und erläuterte im Zusammenhang die Ansätze. Fragen aus dem Kollegium wurden im Anschluß daran beantwortet. Oie Verminderung einer Position um RM 1000.- soll versucht werden. Zn der Aussprache wird die Schaffung einer ständigen Fürsorgekommission gewünscht. Oie Beschlußfassung hierüber wird bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. Oer Vorsitzende dankt dem FiNanzdezementen für den klaren Aufbau des Haushaltplanes und besonders für die Tatsache, daß er noch vor dem 31. Dezember vorgelegt werden konnte. Hierauf wird durch einstimmigen Beschluß der Haushaltplan 1936 auf der Einnahmen- und Ausgabenseite gleichlautend auf den Betrag von RM 254 789.11 mit einer durch GemeGdesteuer aufzubringenden Summe von RM 187 512.- festgesetzt. Im Anschluß hieran stimmt der Gemeinderat der Erhebung von zwei Vorauszahlungen auf die Gemeindesteuer 1936 mit je 40 X der Gemeindesteuer 1935, am 10. Februar und 10. Iuli, zu. Oer Verwaltungsbericht des Gemeindesyndikus brachte einen Überblick über die Tagung des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes sowie über die Reuordnung des Religionsunterrichts, nachdem der Gemeinde nunmehr Räume in städttschen Schulen hierfür nicht mehr zur Verfügung gestellt werden.