Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 21 (1.11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Gemeiildeblatl der Israelitischen lNeligionsgemein-e Dresden Amtliches Organ des «Semeindevorstandes '' * Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes * Verantwortliche Schristleltung: Lev Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische ReligionSgemeinbe DreSben-A. 1, ZeuahauSstraße 3 / Ruf 14051 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Iac. Sternlicht, DreSden-A. 19, Stübrl-Alle« 35 / / Ruf 34185 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / Die 4 mal gespaltene 48-mm-Zelle kostet 22 Pfennig, laufend Rabat« / Druck: A. Gruhnert, OreSden-A. 1, Ammvnstr. 81 | XI. Zahrg. Dresden, den 1. November 1935 Nummer ri Einweihung unseres Am Freitag, dem 25. Oktober - am Vorabend des Schabbos Bereschis - wurde der an den altehrwürdigen Tempelbau Gottfried Sempers angebaute Reubau als selbständige Gebeistätte eingeweiht, und das Rer-Tomid wurde zum ersten Mal zum Leuchten gebracht. Schon zu den hohen Feiertagen war unserer Gemeinde der Erweiterungsbau unseres Gotteshauses zugänglich, der nach Westen das Synagogenschiff um 14 m verlängert und eine Empore mit amphitheatralisch ansteigenden Platzreihen.umfaßt, sodaß fast 350 Plätze mehr zur Verfügung stehen. Run'mehr wurde der würdige Raum durch eine hierzu konstruierte Roll-Holzwand von dem großen Tempelbau abgetrennt und durch die Aufstellung eines eigene Oraun-Hakaudesch für die nicht so stark besuchten Gottesdienste der Sabbathe geweiht. Diese heilige Lade zur Aufnahme der Thorarollen ist aus dem alten kleinen Gebetsraum entnommen und durch farbige Auffrischung und Vergoldung in Verbindung mit dem wundervollen grünlichen, gestickten Vorhang, der mehrere hundert Jahre alt ist, daS kultische Hauptstück des neuen Raumes, in das am Einweihungsabende unter liturgischen Gesängen die Thorarollen eingehoben wurden. Oer feierliche Gottesdienst in dem überfüllten neuen Vau wurde durch eine Weiherede des Vorfitzenden des Gemeindevorstands Max Lester, eingeleitet, der die Geschichte des Baues kurz darlegte, der hochherzigen Stistrrtn des Baufonds, Henriette Schie*, gedachte und dem Baumeister, Architekt, Fritz Brauer, für das bautechnisch sowie künstlerisch-stilistisch heworragend gelöste Werk dankte. 'Mit dem zuversichtlichen Enb-Vers des Abaun aulom-Gesanges ließ er seine Ansprache ausklingen; »Adaunoj li - welau iro/ (Gott ist mit uns - wir fürchten uns nicht!) * Dann sprach unser ehrwürdiger Rabbiner Prof. Or.' Winter Worte des Dankes an den Gemetndevorsitzenden und den Baumeister- »Rer mizwoh und Tauro aur" empfahl er der andächtigen Gemeinde, damit sie auch im Dunkel des heutigen Weges eine Leuchte habe und nicht strauchele. Mit dem Segen »Schehechejonu* schloß er. Oer Freitag-Abend Gottesdienst wurde von Kantor paglin als Vorbeter und dem kleinen Frauenchor unter Frau Anschel-Hofstein in gewohntem schönen musikalischen Rahmen bargeboten. Di« Ansprache von Rabbiner Or. Wolf knüpfte an bas erste Wort des Thora-Abschnittes »Bereschis* an: dem Judentum sei noch immer ein neuer Anfang möglich gewesen. Aus der Weite seien wir in die Enge verwiesen worden, wo sich brüderliche Gemeinschaft erst recht bewähren Itlnne. Von ttefer Wirkung wird die Mahnung gewesen sein, ity dem neugeweihten engeren Raunt Synagogen-Anbaues nie durch unfromme Unterhaltung oder durch zu hastigen Aufbruch vor dem Schluß-Kaddisch (dem Gebete zum Gedenken an unsere Heimgegangenen) zu stören. So wird sich der bei der Einweihung überfüllte Reubau sowohl als religiöse Andachtsstätte, wie auch als »Beth hak'neffes*, als Versammlungsraum der Gemeinde und als Stätte für geplante Kulurveransialtungen bewähren als Zeichen eines ungebrochenen Idealismus. E. 25. *) Für die Stifierin Henriette Schie, wie für die lm Kriege Gefallenen unserer Gemeinde sind zwei Gedenktafeln auS der Künstlerhanb Bruno Gimpels angebracht. Erster Einiopffonntag der Iüd. Winterhilfe -10. Aovember (2. allgemeiner Eintopfsonntag) Oie Sammler zeigen Ausweise der Gemeinde vor. Sie erbitten die Sintopffpende für Rovember und gleichzeittg für (den infolge des südischen Feiertags ausgefasienen l. Sammeltag lm) Oktober. Oie Kleidersammlung erfolgt ebenfalls nach Bezirken. Oie Tage, an denen die einzelnen Bezirke besammelt werden, werden in der nächsten Rümmer des Gemetndeblattes bekanntgegeben. Es wird gebeten, die Kleidungsstücke - besonders erwünscht sind auch guterhaltene Wäsche (Leib- und Bettwäsche) sowie Schuhe - ab 15. Rovember bereitzuhalten. Ehrenamtliche Helfer für die Sammlungen der Winterhilfe noch gesucht. tkilmeldungen an dar Gemeindeamt (unter Sei» fügung einer Lichtbilder für den Helferaurweir) fügung einer Lichtbilder für den Helferaurweir) erdeten.