Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 20 (19.10.1935)
- Date
- 1935-10-19
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionlgemeinde Dresden Nr. 20 der einzige ist, bei dem Angebot und Nachfrage sich nicht entfernt decken, bas er gute Verdienstmöglichkeiten bietet, daß man damit in jedem Lande eine Existenz aufbauen kann und daß er als Grundberuf für alle sozialen und pflegerischen Berufe, deren Erlernung erst mit 18 Jahren einsehen kann, verlangt wird. Alle Organisationen schenken dem Hausangestelltenproblem besondere Beachtung und versuchen auf neuen Wegen die Lösung dieses Problems. Bei einer Berufszählung von 1925 waren bereits 4500 Jüdinnen in häuslichen Diensten beschäftigt. Ferner hat eine Gruppe von Mädchen bereits hauswirtschaftliche Aus- . bildung (Hachschara) im Hechaluz mit der Blickrichtung auf Palästina genossen. Diese jungen Mädchen, die bei der geringen Zuteilung von Mädchen-Zertifikaten noch 1 bis 2 Jahre in Oeusschlanb bleiben müssen, stehen sofort für Haushaltsstellen zur Verfügung. Der Hechaluz hat sich bereit erklärt, einen Teil der Mädchen- Hachschara in den Familienhaushalt zu verlegen, um so der Notlage wenigstens zu einem Teil abzuhelfen. Oie Bedingungen, die er daran knüpft, sind so gehalten, daß sie für jede Hausfrau annehm bar sind. Auch viele Mädchen, die nicht im Hechaluz zusammengeschloffen sind, haben in HauSwirsschaftsschulen oder sonstigen Heimen ein Hauswirsschaftsjahr durchgemacht. Ihre Zahl ist nicht unbeträchtlich. Alle diese Kräfte sollen erfaßt und den privathaushaltungen zugeführt werden. Schließlich kommen noch abgebaute Büroangestellte und Verkaufskräfte für eine Umschichtung zur Hauswirtschaft in Frage. Hier erwachsen nun unseren Hausfrauen neue Aufgaben und Pflichten. Nach Möglichkeit sollen sich jüdische Hausfrauen bereit erklären, sofort in ihrem Haushalt kurzfristig ein jüdisches Mädchen anzulernen, auch wenn sie für ihren Haushalt später keine Hilfskraft brauchen, oder einen Haushaltlehrling anzunehmen, der in allen Zweigen der Hauswirtschaft eine gründliche Ausbildung erhalten kann. Oer Ernst der Gegenwart bestimmt die Haltung der jüdischen Frau. Sie wird ihre Kraft und ihren Stolz für die Erhaltung von Heim und Familie, für die Ehre der jüdischen Gemeinschaft einsehen, wie es der .Jüdische Frauenbund" in seinem Aufrufe allen Frauen besonders ans Herz legt. E. Et. Am Zreitag, den 25. Oktober 1935, findet der erste Gottesdienst im neuen Teil der Synagoge statt. vor Beginn des Gottesdienstes um 5 Uhr wird das Ner tomid entzündet. Df. Heinrich Arrrhold f. A. Durch das Ableben, des Herrn Dr. Heinrich Amhold ist unsere Gemeinde in tiefe Trauer verseht worden. Als wir vor wenigen Monaten dem nun Heimgegangenen zum so. Geburtstage gratulieren konnten, ahnten wir nicht, daß er uns so bald entrissen werden würde. In einer Zeit, in der uns starke persönlichketten besonders nottun, tn'fft uns sein Verlust doppelt schwer. Die ruhige Sicherheit seines Wesens ließ die Menschen Vertrauen zu ihm fassen, die Ehrlichkeit seiner Gesinnung und seines Wortes erweckte Achtung bei allen. » Daß er, der an führender Stelle im Wirsschastsleben stand, noch die Zeit aufbrachte, sich für Aufgaben des Judentums einzusehen, ist ein Beweis für seine hohe Auffassung 'von Pflicht und Treue. Vielen Organisationen des Judentums stellte er seine Kraft und seinen Rat zur Verfügung. Mit offener Hand hat er mitgeholfen, Not und Elend zu-lindem. Seine besondere Fürsorge galt der Sozialen Stiftung, die er als Vorsihender betteute. -In den letzten Jahren hat er unserem Gemeinderat angehört. Wir wissen, wie sehr er bedauerte, daß sein Leiden ihn hinderte, mit voller Kraft an der Erfüllung der Aufgaben dieser Körperschaft mitzuwirken. Die Dresdner Gemeinde dankt dem Oahingeschiedenen für alles das, was er ihr gewesen ist. Or. Heinrich Amhold gehörte zu den Menschen, deren Andenken im Leben der Gemeinde und des Judentums segensreich fortwirkt. r Dresden 3ffe Hurwih ^rih 3/rae( verlobte Äetftn In Haufe am 20. Oktober J 2 leere schöne Zimmer und Küche bei einzelner Dame für RM 52.— zu vermieten. Fürth, Carlowitzstraße 28, I. I. 05 i/t die Inserenten des GemelndebUtte« zu berücksichtigen iiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiitiiimiiiiiiiiiiiiii Geigen-Unterricht Um den heutigen Zeitverbältnfcsen Rechnung zu tragen, beabsichtige Ich f Minderbemittelte Gemeinscbaftskurse einrurichten und zwar je vier Schüler in einer Stunde. Der Preis pro Schüler beträgt RM 2.— monatlich, zahlbar im voraus Anmeldungen erbeten I. Seiller, Braascbstraie 18,11. 3 BimnenDOInnug gti. Wo Unterverm. gest Bad u. etektr Licht. Preis bis RM 50.— inkl. Steuer. Olf. u. Chtffie 75* Exp d. Bl . 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