Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 18 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ deS Gemeindevorstandes * Mitteilungsblatt des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes * Verantwortlich« Schriftleitung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgemeinde Dresben-A. 1, Zeuahausstroße 3 / Ruf 14051 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Jar. Gternllcht, vresden-A. 19, Stübek^Mee 35 / / Ruf 34185 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / Die 4mal gespaltene 46-mm-Zeile tostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Sruhnert, Dresben-A. l, Ammonstr. tzl | XI. Iahrg. Dresden, den 20. September 1935 Rümmer iS •IIMIHIIIIIIIItllllllltllllllllltllllllllllllMHIIIIIIIIIMIMIHIIIIIIIIIIIIIItllllllllllllllllliailllHIIIIISIIIIIMIIIIIIIIIIIIMlIllllllltlllllllMIIIIKIIIIIIimillMIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMmillHIIIIIillllllllllHIMIIItllC: Und Jahre kommen und vergehen | Und Jahre kommen — und vergehen | Und wie ein Lied verhallen Menschenleben | Du hast genommen, ^as du einst gegeben | Wie könnten wir vor deinem Thron bestehen I | Wir sind die Herde — du bist unser Hirt | Wir sind wie Laub im Wind, du aber dauerst | Wir sind gebunden in ein Taggeviert | Du aber ragst von Ewigkeit ummauert. Wie soll ich, Zeitenloser, dich begreifen, | Der mich zerbrach wie dürres Holz. i Laß meine Demut wie ein Saatkorn reifen | Laß mich den Saum nur deines Mantels streifen, - Den leuchtenden, im Licht des Sonnengolds. | Wir kennen nicht das Los, das uns beschlossen - Wir kennen nicht das Ziel, das du gesetzt f Wir stehen, Zitternde, von Furcht umschlossen, | Scheu wie das Wild, das man zu Tode hetzt. | Vergiß uns nicht, vergiß nicht unsrer Toten Weis uns den Heimweg, denn wir wurden müd: Entbiete deinen längst verheißnen Boten, Der wie die Feuersäule vor uns zieht. . Aus „Das Mal der Sendung" | von tan Chorin (Fritz Rosonthal.) : iMimmtiMimiMMiHnfiiiniMiiimmnifmiimimiiiiiiiiiiiiiiimiiimiaiiiHiiiiiiiiiiitiiiiMmitiiiiiiiiiiiiiMmiiiiiiiHMiMiiiiiiiiMiiiiiiaiiiiiiiitmiiiiimiiiimiiiiiiiHiiiiiiiMMiiiiiiiMiiiiitimiiiK Rückblick - Ausblick ®n schweres, ernstes Jahr geht zu Ende. Im Vertrauen auf den Sott unserer Väter gehen wir aufrecht in das neue Jahr. Cs ziemt sich für jeden einzelnen Juden, vor den Hohen Feiertagen Entehr' und Umschau zu halten und sich Rechenschaft zu geben, ob er ernsthaft bemüht war, die Aufgaben, die ihm gestellt warm, zu erfüllen. So hat aber auch eine jüdische Gemeinde die Verpflichtung, am Schluffe des Synagogmjahres sich und ihrm Mitgliedern Rechenschaft zu legen darüber, was sie geleistet hat und was ihr zu tun gebltebm ist. Das Aufgabengebiet einer jüdlschm Gemeinde ist hmte - das bedarf keiner Äetonung - ein ungleich weiteres als es früher war. Sstse und Aufbau ist zu leisten. Zur Ehr« unserer Gemeindemltglieder sei es gesagt, daß fle bisher der Gemeinde die Mittel, di« fle zur ErMung ihrer dringendsten Aufgaben benötigt, nicht vormthatten haben. Das neugewonnen« Lewußtsetn von der jüdischm Schicksalsgemeinschast hat auch viele bisher tndiffermte Gemeinde- Mitglieder zu einem größeren Verständnis namentlich für die sozialen Ausgabm der Gemeinschaft gefühtt, die mit den Worten Wohlfahrtspflege, Jugmd- und Alterfürsorge, Verufsumschichtung, WänderungHilse, Rredithllfe hier nur kurz angedeutet werden sollen. Es gilt, die wlchtt'gsten religiösen und karitativen Instttuttonen der Gemeinde nicht nur zu erhalten, sondern, soweit die Zeitverhältniffe ein vermehrtes ÄedürfniS mit sich brachten, sie auszubaum und zu verstärken. In dieser Richtung hat die Gemeinde Dresden kn dem abgelaufenen Jahr ein Werk in Angriff genommen und eben in diesen Tagen zu Ende geführt, das in. der Chronik der Gemeinde eine besondere Hervorhebung verdient: Dem ehrwürdigen Synagogenbau, der in zwei Jahren auf ein 100 jähriges Äefiehm zurückblicken kann, hasteten schwere bauliche Mängel an, die mit dazu beitrugen, ihn bisher nicht in dem wünschmswertm Maße zum Zentrum des Gemeindelebens werden za lassen. Es wurde nun ein Saal- Anbau errichtet und durch den Einbau von Räumen im Souterrain sowie durch dm Umbau der Treppenhäuser vielfach neue Verwendungsmöglichkeiten geschaffen. Richts lag an sich näher als der Gedanke, daß di« jüdisch« Gemeinde in der heuttgen Zeit das ihr zur Vekfügung stehende Haus, das Gotteshaus, zweckentsprechend ausbaut. So wurde nicht nur die Möglichkeit vorgesehen, dm regelmäßigm Freitag-Abend- und Sabbat-Gottesdienst in einem Raum abzuhaltm, der von intimerer und daher die Andacht stärker