Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-07-29 · 14/15 (29.7.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
14/15 (29.7.1935)
Date
1935-07-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4892693-5739429-5770140--2274-4894836
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 14/15 Semetwbetlatt der Israelitische» Wtltgionigtwelwbe Dresden Seit« 3 Weise offen stehen. Das ist der Grund, weshalb auch für di« jungen Kaufieute Formen des Geinelnschastslebrns gefunden werden müssen, die dem GemeinschastSdenken der jungen Generation entsprechen. Oie Problematik des »Lernens" hängt mit den Fragen der Lerufsumschichlung sehr eng zusammen. Früher waren die Mitglieder der Äünde durchweg Schüler der unteren und mittleren Gpmnastalklaffen, die Führer Schüler der Oberklaffen und Studenten - Menschen also, die ein individuelles Äildungsziel vor sich und einen sehr eigenwilligen Kopf auf hatten. Oie Heimabende arteten deshalb leicht zu Oiskuflonsveranstaltungen aus und wer über 20 Fahre alt war, den führte sein Weg mit Sicherheit aus Äund und Äindung hinaus. Oie bürgerliche Gesellschaft nahm die zurückkehrenden Kinder auf, geprägte Köpfe zwar, aber keine geschloffene revolutionäre Phalanx. Alles dies ändert sich vor unseren Augen mit rasender Geschwindigkeit und »Generationen" folgen beinahe so rasch aufeinander wie früher die Jahrgänge. Mit -13, 14, 15 Fahren werden die Kinder - voretligerweise, wie wir glauben - aus der Schule getan, bestenfalls ln eine Äerufsschule, meist aber sogleich in eine Lehre gesteckt. Es ist erstauulich, was solche junge Menschen nach einem anstrengenden Oerufütag an ihren Abenden gemeinsam geistig zu bewältigen versuchen, aber über die Kraft kann niemand. Heute noch hat dt« Schicht der hündischen Führer wenigstens Mittelschulbildung. Fn spätestens l oder 2 Fahren wirb das vorüber lein. Amtliche Bekanntmachungen Jetttafel Gemeindeamt, Zeughaurltraße 2, Telephon 14VS1 und 17887, geöffnet für den allgemeinen Verkehr: werktäglich von 8—15 Uhr. Sprechzeit de» Sqndtkur u. Büroleiter vr. Saalheimer, N-IZUHr Gelchästrführender Vorsteher: Herr Max Leiser. persönlich« Fachsprachen mit den Dorftandrmitgliedern vermittelt da? Gemeindeamt. Sprech^iten der Herren Rabbiner. Vi« Herren Rabbiner sind in sämt. llchen seelsorgerischen, besonder» auch persönlich-religiösen Ungelegenheilen wochentäglich zu folgenden Seiten zu sprechen: Rabbiner proseffor vr.Winter, neue Rdiesse: Sedanstrab« 24, Trdg. Telephon 47355, von 11 — 13 Uhr. Nabbiner Vr.'wolf, 3eughau»stratze 1,3 , Telephon 14051 unb 17887 Montag», Mittwoch» und Freitag» von 10 — ‘/,12 Uhr. Der Gemeindedajan, Herr Rabbiner h o r o w i tz, Drotze Zwingerstrab« 6, töglich 4-12 Uhr. - Dohlfahrtestell«: Sprechstunden Montag», Mittwoch, und Freitag, von 4—10% Uhr. Kleiderkammer: Rurgabe zur Zeit nur auf schriftliche» Gesuch und erfolgte Bewilligung. Wirtschaftshilfe: a) Allgemeine Beratung und Rurwanderung. Mantag», Mittwoch» und Freitag» von 9— V»ll Uhr, Donnentag» von 18-14 Uhr. b) Beratung für Berufrumschichtung: Montag, von 18 — 14 Uhr, Mittwoch» von 10—11 Uhr. varlehenskaff«: Mittwoch, von 4-ftll Uhr und Donnentag von 18-14 Uhr. Wittelffimdsküch«: Tffenaurgabe täglich autzer Sonntag von 12-12'/, Uhr, Rurgab« der Speisemarken Montag», Mittwoch» und F eitag» von 12-12 Uhr in der wohlfahrtrstelle. wer den prei» von NM 0.45 bezahlt, braucht keine Speisemarken. Die Rüche befindet stch Seughaurstrabe 1, Trdg. Bibliothek: Rurleihe: Sonntag» von 11-12'/» Uhr, Mittwoch» | und Sonnabend» von 20 — 22 Uhr jkoftenlor). j Lesezimmer: Geöffnet Mittwoch; und Sonnabend; von 20— I . ,22 Uhr (kostenlor). I Lüdisch« Künstlechitfe: (Rulturoeranltaltungen) Montag, bl» Donner», tag, von 10-12 und 15-18 Uhr, Freitag, von 10-15 Uhc. Synagogeachor. n Guter Terror möglichst Mattsänger für dle hohen Feieriage zur Verstärkung des Spnagogenchores gesucht. Soforttge Meldungen lm Gemeindeamt Zeughausstraße 3. Schulbeginn: Donnerstag, den 8. August! Dem Gesuch der Schulleitung um Genehmigung, den Unterricht am S. August wegen des Fasttages Tischoh beav an der jüdischen Schule ausfallen zu lasten, tonnte von der Schulaufsichtsbehörde nicht stattgegebea werde«. Demzufolge beginnt auch an unserer Schule nach beendetea Sommerserien der Unterricht am Donnerstag, den S. August wieder. Die Schulleitung Schäler. Personalien Geburten: 2. Full 1935: Eva Flegenheimer, Tochter des Veisedlrektors, Herrn Gustav Flegenhetmer und dessen Ehefrau Anna geb. Oallmann, Hähnelstraß« 11, l. 19. Full 1935; Lothar, Manfred Fanowsky, Sohn deS Marktfahrers, Herrn Abraham Fanowsky und dessen Eheftau Ehaja geb. Vutkowski, Großenhain i. Sa., Klostergaffe 13, l. Larmizwoh: Fn der Synagoge, Zeughausstraße l,b. 17. August 1935: Peter Kirschfietn, Sohn des Kaufmanns, Herrn Hans Kirschfietn, Wintergartenstraße 19. Fm Gemeindegottesdienst nach altem Vitus »Abaß Feschurum", Morttzstraße lb. 20. Füll 1935: Karl-Heinz Wermuth, Sohn des Veisenden, Herrn Abraham Wermuth, Sttehlener Straße £3. Trauung: ' 7. Füll 1935: Fräulein Friede! Estleln, Tolkewitzer Straße 16 mit dem Kaufmann, Herrn Siegbert Lohn, Vadebeul, Moritzburger'Sttaße 13. Ster befalle: Funi 1935: Herr Emanuel Hammerschlag, Ventner, Zöllnerstr.9. 21. Full 1935: Frau Doris verw. Euchantke geb. Lohn, Viesa a. d. Elbe, Echlageterstraße 73. Geburtstag: 5. August 1935: Frau Eugenie Schmidt, Webergasse 1, 82. Geburtstag. Max Levi zum SO. Geburtstag Am 13. August begeht Herr Max Levi, Oresden-A., George- Äährstraße 6, in voller geistiger und körperlicher Frische die seltene und schöne Feier des 80. Geburtstages. Wie schon bei seinem 70. und 75. Geburtstage nimmt die Gemeinde den herzlichsten Antell daran, denn Herr Max Levi gehört zu den verdienstvollsten Männem unseres Gemeindelebens. Seit 1902, also seit mehr als drei Fahrzehnten, ist er in der Gemeindearbeit tätig, als Gemeinde-. verordneter, als Vorsteher und als Mitglied desSynagogenausschuffes, dessen Ehrenvorsitzender er noch heut« ist. Oer Ausgestaltung und liturgischen Äereicherung unseres Gottesdienstes hat von jeher seine besondere Liebe unb Tätigkeit gehört. Als Vachkomme einer der ältesten jüdischen Familien unserer Gemeinde hat er hier eine wertvolle Traditton weltergeführt. Als im Fahre 1838 unsere Synagoge errichtet wurde, war sein Großvater, Wolf Simon Levi, unter den einstweiligen Verwesern des Ältestenamtes und hat so am Vau des Gotteshauses und der Einrichtung des Gottesdienstes mitgewirkt. Auch sein Vater, Selig Wolf Levi, war Gemeindeverordneter, sodaß hier drei Generationen zum Wohl unserer Gemeinde tätig gewesen sind. Noch heute betätigt stch Herr Max Levi, wie seine Vorfahren, trotz seines Alters im Synagogenausschuß, sodaß sein 80. Geburtstag einen wlllkommenen Anlaß bietet, ihm für sein edles und gemeinnütziges' Wirken den herzlichsten Dank auszusprechen. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Fahre in Gesundheit und Frische unter unS zu weilen - den Füngeren als Vorblld - und daS 100jährige Bestehen der unter Mitwirkung feines Großvaters gebauten Synagoge mitzubegehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.