Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 14/15 (29.7.1935)
- Date
- 1935-07-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1 -er Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ -es Semein-evorstan-es * Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes * Gemeindeblatt Verantwortliche Schristleltung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgemeinde vresd«n-A. 1, Zeug Hausstraße 3 / Ruf 14051 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Zar. Sternlicht, vresdeil-A. 19, Stübel»Allee 35 / / Ruf 34185 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / Die 4mal gespaltene es-mm.Zeile kostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Sruhnert» Vresben-A. l, Ammonstr. 61 | XI. Lahrg. Dresden, den 29. Loli 1935 Ar. 14/15 Am 9. Ab Von Ben-Chorin Des Sommers heißer Atem sengend schnaubt Um morschen Mauerwerkes dumpfe Enge. — Aus düstern Winkeln dringen Bußgesänge Verwaisten Volks, das seiner Pracht beraubt: „Ach, wie sitzt sie verlassen. Die Stadt, die einst volkreich war; Tod füllt und Brand ihre Gassen Klageruf in den Gelassen Um der Erschlagenen Schar...“ Auf nackte Erde gekauert Aus dem Brande der hohen Psalmodieret im Chor Festgebauten Stadt Der Rest, der Zion betrauert. Schlagen die ewigen Lohen, DerRest,der gedenkend erschauert. Die durch Jahrtausende drohen Weil er sein Zion verlor. Weiterzeugende Tat! Wie war es möglich, daß ich nicht gedächte Des dunklen Tags—sein Weinen nicht vernähm’: „Verdorren sollst du, meine Rechte Vergäß ich dein—Jerusalem!“ Aus dem Gediditsband „Das Mal der Sendung" von Fritz Rosenthal (Ben-Chorin), München 1935. Verlag B. Heller. WM Ü fj -H 8« k 88 1* il 1* A II Oie Hausfrau macht Kiddusch. <ks ist in Israel keine Hütte so arm, es war in Israel keine Rot so groß, daß nicht mtt der Fürstin Sabbath das Glück wieder über die Schwell« kam, der Frieden und di« Heiligung. Wo das .Gedenke des flebenten Tags, daß du ihn feierst — * mtt der sinkenden Rächt als Fest einzieht, kann keiner ganz in seinem Leid versinken, kann keiner seiner Sorge erliegen. Damm ist mtt diesen letzten Jahren der Besinnung, der Umkehr und Erneuerung vor allem auch der häusliche Kult wieder lebendig geworden, wo er vergessen oder nie gekannt war, und mit der Sorg«, mit der Angst ist der Sabbach wieder in tausende von jüdischen Häusern heimgekehrt und schenkt mtt der Mahnung, daß wir ihn hüten und halten, auch die Glückseligkeit seiner Stille und seiner Freud«. Hunderte von jüdischen Frauen decken heut« in Oeusschland wieder mtt stillem Gesicht den weißen Tisch und stellen die Sabbathlichter darauf, daß sie darüber den Segen sagen. Sie heißen wieder wie ihre Großmütter ober Mütter den Satten festlich wllllommen, sie haben den Kiddusch und baS Tischgebet an ihrem Sabbathttsch, sie rüsten zum Abschied vom edlen Gast die Geräte der Hawdoloh. Aber wie ist es mit denen, die allein sind? Oie keinen Satten willkommen heißen? Oie'Schar der Alleingebliebenea ist unter uns jüdischen Frauen groß - tausende der Kriegsgeneratton ge> hären dazu. Diele Witwen, viele, die den Satten irgendwo in die Feme gehen lassen mußten, damit er dort ein neues Heim, neues Arbeitsgebiet für sich und sie aufbaue, sind allein am Tisch,