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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-07-01 · 13 (1.7.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
13 (1.7.1935)
Date
1935-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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t S«ttt 6_Temeindeblatl der Israelitische« Neltgionflgemeinh« Dresden Nr iS Vereinsrrachrichie« - J.L.S D. Bar Kochba, Dresden Am Sonntag den 7. Juli 1935 finden auf unserem Platz, Nadrennbahn Neick, die Nundenspiele gegen Bar Kochba, Leipzig, statt. (H treten folgende Mannschaften gegen uns an: 1. Herren-Fußball, 2. Herren -Fußball, 1. Jugend-Fußball, 1. Knaben-Fußball, l. Herren-HandbaN, i. Oamen-Handball. Oie Spiele beginnen vormittags 9 ilhr. Oie Hauptsptele beginnen nachmittags 4 Uhr. Wir hoffen, daß unsere sämtlichen Freund« und Gönner zu diesen interessanten Spielen erscheinen werden. Zionistisch« Ortsgruppe Oie ftlr die ausgefallene Vorführung des Palästina-Tonfilms »Land der Verheißung* gelösten Karten werden nur bis 10. Full im Sekretariat der Zionistischen Ortsgruppe, Grunaer Straße 13, zurückgenommen. Ort und Zeit der nächsten Filmvorführung wird noch bekanntgegeben. Oie Schekrlaktion ist beendet. Wir bitten unsere Mitarbeiter, die Schekelblocks sofort zurückzugeben und abzurechnen, da sonst die Schekalim von der Exekutive nicht anerkannt werden. Am 7. Juli 1935 um 7 Uhr abends findet im Saale der Harmonie Landhausstraße ll die Gründungsversammlung des Vereins polnischer Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Dresden, e. V., statt. All« polnischen Staatsbürger werden hiermit ringeladen, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Neuerscheinungen Max Samter: Der Gatt. (Eine Erzählungphilo-verlag Berlin 1935. 4* ist ein verdienstliche» werk de» philo-verlag», dem jüdischen Leserpublikum Arbeiten zeitgenössischer Schriftsteller zugöngl ch zu machen. Unter den h«rau»gegebenen Bändchen ist die vorliegende Erzählung, die de, jüdischen Moment, zu entbehren scheint, von aktuellem Interesse. In gegeinvärttge» Geschehen verwoben, zeichnet der Autor da» große Gleichni, für unsere durch den politischen Umbruch geschaffene Lage. E» ist die tiefe Tragik de, wandernden Juden, der immer wieder auf neuem Boden Wurzel faßt und immer wieder die Entwurzelung fürchtet. Ein Fremder, ein jugendlicher Seefahrer, wirb unter Bauern, die fern der Heimat auf einer entlegenen Insel siedeln, verschlagen. Durch Arbeit und opfervolle Tat aleich aulgezeichnet, bleibt er, obwohl al» einer der ihren in die Gemeinschaft ausgenommen, der Fremde. Eine Revolte der jungen Bauern, die Jahre hindurch vergeblich auf Betättgung warten, wird den Nachkommen de« F-emden zum verhängni». vor die Wahl gestellt, auf beengtem Lebenrraum al» Gäste zu bleiben oder weiter zu wandern, verlaßen sie die Insel. Max Samter» packende Erzählung, ein getreue, Spiegelbild leden»naher Wirklichkeit, wird zweisello». vielen Gegenstand nachdenklicher Lektüre sein. Dt. I. Rabbi Mattste ben Rtafmon. Gin systematischer chuerfchnitt durch sein Werk. Au»gewähtt, übertragen und eingeleitet von Nahum Norbert Glotzer. Schocken-Verlag. Berlin 1935. Die vorliegende Schrift, ein« sehr geschickte Zusammenstellung, will die überraqenbe Erscheinung in der Geschichte de, Judentum, den Menschen näher bringen, die zu den (Duellen noch keinen Zugang haben. Sie enthält in einer sehr guten deutschen Übersetzung die wesentlichsten Kapitel au, den Schriften de, Maimonide» und vermittelt einen klaren Überblick Über leine Nelig!on»philosophie, seine Ethik, seine jüdische Pflichten- und Glauben,lehre. Dem Buche, da, den bedeutendsten jüdischen Philosophen de» Mittelalter, und den geistigen Führer der Judenheit seiner Seit treffend charakteristert, ist weiteste Verbreitung zu wünschen. Dr 3. Pbilofopbt« und Gesetz. Beiträge zum verftSndni, Mai. monide» nnd feiner Vorläufer von Leo Straub- Schocken- Verlag Berlin 1935. E» ist ein tiefe», weit über da» Iubiläumrjahr hinau,reichende» Buch, für da, wohl nur der philosophisch orientierte Leser wird Interesse oufbrinyen können. Die unter dem gemeinsamen Titel .Philosophie und Gesetz' lose verbundenen Auffätze lehnen sich an da» Werk von Juliu, Suttmann .Die Philosophie de» Judentum»' an, indem fl« da, Hauptproblem der mittelalterlichen jüdischen Religionipbilosophie, den widerftrett zwischen Denken und Glauben, aeiftvoll hervorkehren. E« handelt sich um ein Werk von bleibendem werte, da» der jüdischen Maimonider-Forschung neue Wege zu weisen bestimmt ist. Dr. I. Mitteilungsblatt des GSchf. Israelitischen Gemeindeverbandes Juli Merkblatt für die Aufnahme von Grabsteininfchristen auf jüdischen Friedhöfen Eine wichtige Quelle für die Feststellung von Daten unserer Vorfahren find die Mazewoth, die Grabsteine der jüdischen Fn'edhöse. Für die Zeit vor 1S12 (und an manchen Orten und zu manchen Zeiten noch bis ins späte 19. Jahrhundert hinein) find sie eine sichere und gewisse Quelle, da die Steine gewissermaßen llrkundenwert haben. Oa mit Necht zu befürchten ist, daß im Laufe der Zett die Grabsteine immer mehr verwittem und unlesbar werden und fo diese wichtige Quelle allmählich zu versiegen droht, ist es an der Zett, heute eine Bestandsaufnahme der Grabsteine und damit eine Sicherstellung der auf ihnen befindlichen Urkunden vor» zunehmen. Daraus ergibt sich, daß die jüdischen Gemeinden als die Inhaber der jüdischen Friedhöfe im Interesse chrer eigenen Geschichte und der Vorfahren ihrer Gemeindemitglieder gewissermaßen die moralische Verpflichtung haben, diese Bestandsaufnahme, soweit es in chren Kräften steht, zu unternehmen. Es ist selbstverständlich, daß diese Arbeit nur durch solche Personen vorgenommen werden kann, die im Besitz eines gewissen Maßes jüdsscher und hebräischer Kenntnisse find. Otes wären in erster Linie die jewelligen Gemeindebeamten, evtl, auch Schüler mit hebräischen Kenntnissen oder sonstige daran interessierende Personen, die diese Arbett (wenn möglich ehrenamttich) vielleicht in den Ferien mache« könnten. Vor ^Beginn der Arbeit ist feflzustellen, ob zu ben betreffenden Frübhösen auch schon Negifier vorhanden find, fei es bei den Gemeinden, sei es bei der Ehewra kadischa, fei es bei Einzelpersonen. Diese Register erleichtern selbstverständlich die Arbeit. Außerdem muß vor Beginn der Arbeit noch eine Numerierung der Grabsteine (womöglich^ mit^ wetterfestem Anstrich) stctttfinden, /■ 1935 damit jederzeit die Steine an Hand der Nummer wieder aufgefunden werden können. Oie Arbeit selbst besteht also in folgendem: 1. Numerierung und Zählung der Grabsteine. 2. In den meisten Fällen bürste noch vor der Entzifferung eine gewisse Säuberung der Grabsteine (sei es durch Abwaschen, Bürsten, Abretben usw.) notwendig fein. 3. JederSrabstetnistaufeinembesonderenBlattabzuschreiben.Vorder- und Rückseite des Grabsteinsfind dabei zu berücksichtigen. Oie Inschriften sind wortgetteu, und wenn möglich, nach der Zeilenanordnung der Grabsteine auszuzeichnen. (Schwer lesbare und verwitterte Stellen können mit dem Finger auf dem Grabstein nachgefühlt werden.) 4. Me Grabsteine vor 1812 sind zu photographieren sowie auch -je nach Maßgabe der Mittel-wichtige spätere Grabsteine. 5. Aus diesen einzelnen Grabinschriften ist ein Buch anzufertigen. Oie Daten 'und sonstigen Angaben können dabei mit den Arcgaben im Sterberegister oder Masktrbüch oder sonstigen Quellen verglichen werden. 6. Diese Zusammenstellung wird zweckmäßig in drei Exemplaren hergefiellt, von denen bas eine für bas eigen« Archiv der Synagogengemeinde, das zweite für das Archiv der Gesellschaft für jüdisch« Famtlienforschung, Berlin W 9, Tkrpitzllser 22, bas dritte Exemplar für das Sefamtarchiv der beusschen Juden, Berlin N 24, Oranienburger Straße 28, bestimmt ist. Mit der Fertigstellung dieses Srabsteinregisters, bas in kleineren Gemeinden ja 'nicht allzuviel Zeit ln Anspruch nehmen dürste und bas keiner Gemeinde fehlen soMe, werden bl« Zeugen einer Vergangenhett auch für die nachkommenben Geschlechter gerettet und der Gefahr der Vergessenheit entrissen sein. (Oie Arbeiten sind natürlich am besten im Frühjahr oder zu Beginn der warmen Jahreszeit auszuführev.) Rabb.B. Brilling.

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