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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-06-15 · 12 (15.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
12 (15.6.1935)
Date
1935-06-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Temetndeblatt der Israelitische« Religion»gemeinde Dresden lb. 12 Siedler" den heldischen Weg unserer Iungm. Er Ikrönt ihre Opfer mti dem'aus den strahlenden Farben" biblischer Verheißung gestalteten Äild einer heimatleuchtenden Hellen"Zukunft. Auch der dichtungsferne Mensch unter uns Juden sollte Sturmanns Such in dt« Sand nehmen, und es «yöge von dem tief verpflichtenden Wort »Kinder des Ewigen", wie Gturmann seinen letzten Zyklus betitelt, sich jeder einzelne Jude angemfen wissen und sich ihm verantwortlich fühlen. Dann ist das Ziel, das Manfted Sturmann seinem neuen Sand mit auf den Weg gab und das er nennt »lebendige südische Gesinnung" stlr ihn zum Dank und für uns -zum Segen erreicht. Anna Ioachkmsthal-Schwabe. Ein Anbau an unsere Synagoge von Or. Walter Grün Viele Gemeindemitglieder werben erstaunt sein zu hören, baß durch einstimmigen Äeschluß des Gemeinderates ein Anbau an unsere fast 100 Jahre alte Synagoge durchgeführt werden soll. Dieser Äeschluß beruht jedoch auf eingehender Überlegung und genauer Würdigung aller Umstünde, die in der heutigen Zeit für oder gegen ein derartiges Äauvorhaben sprechen. Äekanntlich Hot unsere Synagoge bet ihrem hohen Alter viele bauliche Mängel, so daß schon seit Jahrzehnten Neubau- und Umbaupläne bearbeitet worden find. Oie Wendeltreppe zu den Frauenemporen sind sogar nach den Vorschriften der Äaupolkzei nicht mehr zulässig, da sie bet einer entstehenden Gefahr Anlaß zu Unglücksfällen geben könnten. Man hat jedoch seit Jahren Teilverbefferungen aufgeschoben, weil die Synagoge ohnehin der Vergrößerung der Gemeinde seit der Zeit ihrer Erbauung (-1837) längst nicht mehr genügte, und daher an der Ostseite ein großer Anbau auf dem am Hasenberg hinzugekausten Grundstück schon seit Jahrzehnten vorgesehen war. Diese Planung, zu der auch die Mittel schon in einem Gynagogen-Neubaufonds gestiftet waren, ist nur durch Kn'eg und Inflation verhindert worben. Heute steht nun die Erkenntnis fest, daß es zu einem derartig großzügigen Erweiterungsbau nicht mehr kommen wird. Wenn auch die Synagoge an den Hohen Feiertagen noch immer nicht genügend Platz für alle Erscheinenden bietet, so ist doch diesem Mangel durch einen kleineren Anbau abzuhelfen, während die früher geplante Vergrößerung durch die starke Abwanderung von Gemeinbemitglledern und den erheblichen Überschuß der jährlichen Todesfälle über die Geburten ihre Grundlage verloren hat. Nachdem der ehemalige große Erweiterungsplan endgültig verlassen werden muß, läßt sich die Äeseitigung der bestehenden baulichen Mängel nicht ins Ungewisse aufschieben. Oie Treppen zu dm Emporen gebm jedesmal bei den Hohen Feiertagen Anlaß zu emstm Äedenkm. Außerdem wird der Mangel einer Garderobe schon seit Iahrm dringend beklagt, besonders wmn bei regnerischem Wetter an den Hohen Feiertagm die Unterbringung der nassm Kleidungsstücke Schwierigkeiten bereitet. Schließlich drängt aber der Zustand unserer Wochentags-Synagoge zu einer Änderung. In seiner Querlage ist dieser Naum zur Abhaltung von Gottesdiensten sehr ungeeignet, durch dm Mangel an Zmtrakheizung bei schlechter Witterung auch hygienisch nicht einwanbftei. Auch bei Trauungen ist die Stimmungslosigkeit dieses Zimmers ost gerügt worbm. Da in der heullgm Zeit die Synagoge immer mehr eine Zuflucht für viele Gemeindemitglieder wird, erscheint es Pflicht der Verwaltung, dem wachsenden religiösm Äedürfnis Nechnung zu tragen. Oer vom Gemeinderat beschlossene Anbauplan geht also dahin, die Wochentags-Synagoge durch einen Anbau zwischen den beidm Treppentürmen zu erweitem, eine Empore zu schaffen, so daß die Gottesdkmste auch für Frauen zugänglich sind und unter dem Anbau ein Untergeschoß anzulegen, wodurch außer der Garderobe ein weiterer Naum entstehen wird. Zugleich werdm die Treppm zu dm Emporen in einer den heutigm Vorschriften entsprechenden Weise umgebaut. Es wird also außer der Verbesserung der Treppen und der Schaffung der Garderobe ein Versammlungsraum gewonnen, der bei den Schwlen'gketten für jüdische Organisallonm, ln heutiger Zelt geeignete Versammlungsräume zu bekommen, einem der dringendstm Bedürfnisse der Gemeinde entspricht. Sein Verwendungszweck ist auch für kleine künstlerische Veranstaltungen gegeben und wird auch der Förderung jüdischen Lebens in den Kreisen der Iugend dienen können. Schließlich wird nunmehr eine würdige Nein« Synagoge mit einem Fassungsvermögen für etwa -180 Männer und 80 Frauen geschaffen, die endlich dm weihevollen Ort bietet, der in heutiger Zeit vom religiösen Äedürfnis virltr ersehnt wird. Er wird durch einen breitm Durchbruch mit der Hauptsynagoge so in Verbindung stehen, daß er'an dm Hohen Feiertagm den bisher fehlendm Platz für alle Äesucher bietet. Äei der schwierigen Finanzlage der Gemeinde kann dieser Äau natürlich nicht aus laufenden Mitteln, etwa aus dem Steueraufkommen, gedeckt werden, da die gesamten jährlichen Einnahmen der Gemeinde gerade zur Äestreitung der dringend 'notwendigen Ausgaben hinreichm. Es steht der Gemeinde jedoch der Synagogen- Neubaufonds zurVerfügung, der vor dem Kriege aus reichen Stiftungen angesammelt, nach den Verlusten der Inflatton eine gewisse Aufwertung erfahren hat. Oie noch vorhandenm Äestänbe nunmehr dem Stiftungszwecke zuzuführm, erschien dem Gemeinderat richllg, zumal sie nach den Stiftungsbestimmungen zu einer andem Aufgabe nicht verwendet werden können. Es wird dafür Sorge gettagm, daß der Eynagogenanbau die verfügbaren Mittel keines falls übersteigt. Nach Vorliegen der endgülttgen Äauplckne werden noch genauere Einzelheiten bekannt gegeben. OUBLITZ Feinkost, Weine, Tabakwarei

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