Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 12 (15.6.1935)
- Date
- 1935-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gemeindeblall der Lfraelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Semeindevorstandes * Mitteilungsblatt des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes * > . » - > >- — Verantwortliche Hchrlstleitung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgemeinde Dresden»«. 1, Zeuahausstraße 3 */ Auf 14031 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Iac. Sternlicht, Dresden-A. IS, Stübel-ANee 33 / / Auf 34183 / / Annahmestelle flr Inserate ebenda / Die 4 mal gespaltene '46»mm»Zeile kostet 22 Pfennig, laufend Aabatt /• Druck: A. Sruhnert, Dresden»«, l, Ammonstr. 61 XI. Iahrg.' Dresden, den 15. Juni 1935 Nummer 12 Q Der Siedler Der dürre Boden ist hart und voll Stein, . Geduldig, wir werden ihm über sein. Ihn teilen und wässern und brechen. Noch wuchert die Distel, noch peinigt der Staub. Noch wehrt die quälende Sonne kein Laub, Noch gibt es keän Ruhen an Bächen. Du Mann mir zur Seite, der du mit uns baust. Du hast nur den Glauben und nur deine Faust, Dich und das Land zu bezwingen. Verwandelt den Boden! Dies winzige Stück Der Erde ist Zukunft, es gibt kein Zurück Aus dem großen, dem heiligen Ringen. Beugt nieder die Rücken und hacket und grabt, Bis Zie Schatten sich neigen am Abend, dann labt Ups Brot und kühlende Krüge. Wir haben nur Zelte und noch kein Haus, Was macht es! Und reichen die Pferde nicht aus, Wk,spannen uns selbst an die Pflüge. Ihr Wißt, was nach harten Jahren uns winkt: Der Boden, mit Schweiß und mit Tränen gedüngt. Wird die dunklen Tage erhellen. *Dann werden hier Felder und Herden sein Und wogender Weizen und Früchte und Wein Und Bäume und rauschende Quellen. I Der Same wird wachsen, den wir uns gesät. Wie die Wurzel im trächtigen Boden besteht. Die Söhne sind Walter und Wächter. Wir geben die Pflüge in ihre Hand, Als lebendes Erbe das blühende Land, Die Heimat unsrer Geschlechter. Manfred Slurmann. Manfred Sturmann Au seinem soeben erschienenen Band: Jüdische Gedichte »Herkunft und Gesinnung* (Erich Neiß-Derlag, Berlin) Mit einem schweren Schicksal betraut zu werden, ist für den Gläubigen immer ein Auftrag sich offenbarender Goftesliebe. In dem Bewältigen solcher Aufträge erleben wir die uns zugedachte Segnung. Keine Zeit vorher war so reich an Aufträgen, wie an Segnungen, wie die unsre - für den, der zu hören und zu sehen vermag. Geschenke bieten sich uns dar, die uns eben nur aus dem Boden dieser!Zeit Zuwachsen. Vielleicht wuchsen sie auch schon früher neben uns auf, aber - wir sahen sie nicht. Eines solcher Geschenke ist der eben erschienene Band »Jüdische Gedichte* von Manfred Sturmann. Manfred Sturmann war schon immer ein Schenkender (wir erinnern an den bei Heffe 6 Becker, Leipzig, erschienenen Band »Wunder der Erde*), aber - wer, und besonders unter den Juden, wollte sein Geschenk? Heute nun hat sich der Dichter mit einer vollen Hinwendung zum Judentum unS zugewandt, uns, seinen Brüdern und Schwestern gleichen Leides, gleicher Segnung. Er nmnt sein Buch »Herkunft und Gesinnung*. Schon diese Benennung, wie auch das abschließende Nachwort, erklärt uns eindeutig die Aufgabe, die Sturmann heute für sich sieht. In den Zyklen »Aufbruch* und »Schöpfung* erleben wir mächtige Hymnen der großen Schöpfungswerke unseres Gottes, tönt uns zu, die Verkündigung des von Ihm an unser Volk ergangenen Auftrages. Aus diesen. Hymnen (in der letzten Nummer des Gemeindeblattes lasen wir den »Aufbruch*) ruft es uuS auf zum neuen Erleben der Gottesweit und der, durch sie offenbarten, uns in jedem Augenblick ümgebenden lebendigen Gottesnähe. Oer Ofchter Manfted Sturmann, er, der Wissende, der Nufer und Tröster, stellt uns - meisterhaft gestaltet - die großen Beispiele unserer Geschichte vor Augen, uns die Augen zu öffnen für die ewigen Zusammenhänge, für den Sinn unseres Iudeseins. Er singt in dem Gedicht »Oie