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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-04-15 · 8 (15.4.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
8 (15.4.1935)
Date
1935-04-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7 * Sdtt 3 , Gemeindeblatt der Israelitischen stteligiontgemetnde Dretde^n Mischehen) selbst nicht gewußt hatten und nun durch die Erklärrung des standesamtlichen Austritts nur eine Formalität nachgeholt haben, oder uw früher übergetretene Witwen jüdischer Ehemänner, die nunmehr zu ihrem alten Glauben zurückgekehrt sind. Die gleiche Erscheinung wird übrigens aus anderen deutschen Großstädten berichtet. Diese Art von Austritten ist lediglich als eine Erscheinung der Übergangsjahre -1933 und -1934 zuwerten und hat im wesentlichen ihren Abschluß gefunden. Austrittsfälle der früher üblichen Art sind in den Jahres, 1933 und 1934 so gut wie ganz verschwunden. Es würde aber auch unverständlich erscheinen, wenn in einer Zeit wie der uns'rigen Austritte aus gelblichen Gründen vorkämen, zumal eine ganze Reihe von Juden, welche unsere Gemeinschafi früher verlassen hatten, zu ihr zurückgefunden haben. Oer Vorstand und Rat der Gemeinde Bremen geißelt ein solches Verhalten in nachstehend wledergegebener ErNärung: * „Die jüdische Gemeinde einer Stadt Ist für alle - in ihr lebenden Juden der heilige Bezirk ihrer geschichtsgemeknschastlichen Verankerung und der Mittelpuntt alles jüdisch-religiösen, sozialen und menschlichen Geschehens. Ote jüdische Gemeinde einer Stadt ist in feft> und Freud, im Glück und Unglück, von der ersten bis zur letzten Stunde beS Lebens die Mutter aller . . . Wer heute glaubt, seiner jüdischen Gemeinschafi fem bleiben zu können, lädt schwerste Schuld auf sich, denn er handelt treulos. Mangelndes Verantwortungsbewußtsein gerade in einer Zeit, welche die Treue zur Gemeinschafi und die Verantwortung ihr gegenüber mit zu den höchsten aller Gebote menschlicher Sittlichkeit erhoben hat, bedeutet Verrat an sich selbst und Verrat an der Gemeinschafi. Wer heute ' noch glaubt, seinejüdische Gemeinschafi nicht nöttg zu haben, der hat sich in Selbstüberhebung selber um die Beglückung gebracht, die schon das Bewußtsein verleiht, ihr angehören zu dürfen. Wer heute noch glaubt, die Lasten der Gemeinde getrost von anderen tragen lassen zu können, ... der beleidigt die Gemeinschaft und treibt Sabotage an ihr. Wir, Vpsstand und- Rat, werden ihn hinfort ohne Ansehen her Person und des Standes der Kritik der Gemeindeöffentlichkeit übergeben. . / In der Gemeinderatssihung kamen schließlich auch berechtigte Klagen über ein Übermaß von unzeitgemäßen Veranstaltungen zu Sprache. Oer Gemeindevorstand hatte sich schon vor einiger Zeit an mehrere Vereine gewandt, die erfahrungsgemäß öfter derartige Vergnügungen veranstalten, mit dem dringenden Ersuchen, künftig von Tanzabenden usw. abzusehen, leider ohne Erfolg. Auch im Gemeinbeblatt war die Mahnung der Reichs- Vertretung der deutschen Juden abgedruckt, wonach die Vorstände der Organisattonen in der Planung von Veranstaltungen sich größtmögliche Zurückhaltung auserlegen sollen. Zahl, Form und Inhalt der jüdischen Veranstaltungen, so erklärte die Reichsverttetung, müsse durch die Rücksicht auf die Gesamtheit des deutschen Judentums bestimmt werden. Oie jüdischen Veranstaltungen müssen ein Spiegelbild der Lage und Haltung der deutschen Juden sein. Unter allen Umständen muß vermieden werden, daß di« iöffentlichkett angesichts der Abhaltung von Tanzvergnügen etwa Schlüsse zieht, die im krassen Widerspruch zu der Rot und auch der Geisteshaltung stehen würden, die in weitesten Kreisen der deutschen Jubenheit heute herrscht. Inzwischen hat sich die Reichsvertretung veranlaßt gesehen, sich mit einem Aufruf an das jüdische Publikum zu wenden, den wir nachstehend abdrucken: „Oie Relchsvertretung hat vor einiger Zeit, wie bereits ' mitgeteilt, bei den jüdischen Gemeinden und Organisationen, den jüdischen Zeitungen und den Gemeindeblättern eine Akktvn untemommen, um die Zahl und Form der staliungen der Lage des deutschen Judentums Diese Anregungen haben, wie wir mit B, fi stellen konnten, bei nahezu allen in Frage kom Verständnis und Bereitschaft zur Durchführung wir dürfen erwarten, baß die Zahl der Vera Art. noch weiter vermindert werden wird. Bedjc» gibt es noch immer einige wenige Kreise, auch Untergruppen jüdischer Organisation«^ dem Ernst der Zeit für vereinbar halten, Veranstaltungen abzuhalten. Wir wissen uns mit der erdrückenden Mel rheit des deutschen Judentums, das mit Würde und innerei Haltung seine Sorgen trägt, einig, wenn wir auf das En schiedenste das Verschwinden solcher Veranstaltungen fordern die das,Bild des deutschen Judentums verfälschen. Wir erwarten, daß die deutschen Juden durch ein Kernbleibe, von Veranstaltungen, die der Forderung würdiger Zurückhaltung nicht entsprechen, ihr Verständnis für das Gebpt.der Stunde bekunden." jüdischen Verananzupassez. riedigung festjnenden Stellen gefunden, und Haltungen aller uerlicherweise i «runter leider die es mit Fest- und Ball- Oer öffentlichen Sitzung schloss sich eine Beratutz die Angelegenheit „Erweiteruug des Friedhofes" meindeverwaltung seit längerer Zeit beschäftigt, Israel lebi! Or. Martha Wertheimer-Frankfurt a. M. Am Tttusbogen in Rom sind als Schmuckteile >es Frieses die heiligen Geräte zu sehen, die der triumphierende Imperator aus dem Tempelbrande mit nach Rom führte und dort zu seiner eigenen Verherrlichung „auf ewig" als Denkmal feines.Sil geS über Juda abbilden ließ. Das gewaltige Forum ist ein Trümmerhaufen, der Triumphbogen und alles, was er bedeutet, ein Tors > - Israel lebt. Durch die Jahrtausende hindurch haben immer nieder römische Bischöfe, gotische Herzöge, spanische Kleriker, haken Geistlichkeit oder Fürsten oder adelige Herren versucht, ihren Ti iumph über die niedergetretene/gepeinigte, gefolterte, ausgesaugt«, bei leumdete Schar der Söhne Jakobs in irgend einer Form zu verewigen. Eie sind nicht mehr da - aber Israel lebt. Eine ungeheure Lebenskraft isi in diesem Glaukien, der überall in der Welt Wurzel fassen, den kein fremder Bodr n, keine andere Sprache hindern konnte, immer wieder aufzuleb;n; ob eö «in babylonisches, ein spanisches, ein deutsches, stanzösscheS, russisches Judentum wurde - es lebt, und über seinem V eg leuchtet der Gedanke des Eins und Einig, des Echod mit feil er Sinngebung für alles Geschehene. Wik aber fragen uns: wie ii? das Möglich? Woher diese Kraft der Wandlung und des Wurzelschlagens, der Aufblüte und des Fruchttragens? 1 An jedem Sederabend wird uns die Antwort darauf: im Aufstieg aus der ersten Unterdrückung, von der die Geschichte Israels berichtet, unmittelbar vor dem Auszuge aus Ägypten, stehen die Wotte, die die Einsetzung des peffachmahles begleiten: „Wahr! diesen Dienst!" Oer Tisch des Ben Iisroel, der Tisch des Hauses wird die Zelle, von der die'Erneuerung a äsgeht. Mögen die Synagogen in Brand stehen, mögen die Gem rinden zerstreut g an, bei der velche die Ge- Erörtert wurde. Or. M. G. » ... 4 I Freude zu Pralinen Ostereie Bitter-M -c«i/T7ka Ostern arzipan tzkamm

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