Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 6 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 >9emetn>eHatt der Israelitischem Vtcligtonlgcmctnbc Didtoi Seite 5 Mitteilungen über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen Jüdische Künstlerhilfe Dresden Kulturveranstaltungen 1934/1935 Oie für Donnerstag, den 21. März 1955, ange setzte Veranstaltung wird verlegt! Neuer Termin wird rechtzeitig an dieser Stelle bekannt gegeben. Gemeinde Sonntag, den 31. März 1935 abends 8.15 Uhr in der Synagoge Musikalisch umrahmfe tlqimonides - Feier Dr. Albert Lewkowitz Dozent am jOd.-theol. Seminar Breslau hält dsn Festvortrag Ober: „Die gcittegesdiidillidie Bedeuten) des tlatmonfdes" Eintrittskarten werden ab 20. März Im Gemeindeamt ErdgeschoQ In der Zelt von 10-1 u. 3-6 unentgelt* lieh abgegeben. Ohne Karten kein Zutritt. Rabbi Moses ben Malmö« (RaMBaM: Maimonides) geb. am 30. März 1135 zu Coröooa - Spanien, geft. zu $oftat - Ägypten, am 13. Dezember 1204. veigesetzi ln Liberias. vedeutenüster jüdischer pkilofopl) der ITtittelalters, Gesetzerlehrer (Koöihafor) und Ärzt (Ceibd?3t der Sultans in Ägypten), schrieb arabisch und hebräisch. Werke' More Newuchim (.Führer der verirrten-, arabisch), sein philosophischer Hauptwerk, gibt, überzeugt von der IudentitSt von Religion und Philosophie, eine Vorstellung der Zudentums mit den Formen der Äriftolelirmur, Mischne Thora (Wiederholung der Gesetzes, auch »Jod ha-Lhasaka-, starke Hand, hebr.) Neuordnung und »sassung der gesamten gesetzlichen Stoffes nach sachlichen Prinzipien; ferner; Mtschna-ttommentar (arab.); Leser Ha-Mizwot (Such der, Gebote und Verbote, arab.). (Nur dem Phllo-Lexikon.) Oie dreizehn Grundlehren des Judentums nach Maimonides Ein Oeutungsversuch von B. S. Zocobson. Man feiert Maimonides in diesen Wochen mit Recht als einen der Größten unseres Voltes, läßt wieder auf sich wirten die völlige Einheit von Lehre und Leben, steht bewundernd vor der Größe seiner Werte, es wird viel gesprochen und geschrieben werden über den Mann und sein Wert, beide unvergleichlich groß und einmalig in des Geschichte unseres Voltes, aber gerade in diesem Zeitpuntt betommt für uns das tiuge Wort Lessings seine mahnende Bedeutung: Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein. Oas Jahr 5695, in welchem die Zudenheit der ganzen Welt unseren großen Lehrer Rabbi Mose ben Maimon würdigt, wird erst dann seinem Werte gerecht werden, wenn die Feiern die Sehnsucht ouslösen, Rambam zu lernen, wenn alle Kreise der Judenheit sich nicht nur von seinen philosophischen Gedantengängen anregen lassen, sondern ihn, den Meister der Halacha, zum Wegführer wählen, der sie hinführt zu Halacha, jener großen Kunst der Lebensgestaltung vom Ewigen her. Ein ganz tleiner Bruchteil der Riesenleistung dieses Mannes ist in dos religiöse Bewußtsein fast aller Juden gedrungen. Religiöses Bewußtsein betundet sich im Beten, rührt an die tiefsten Schichten unserer Seele. Wenn wir Zig dal singen in Feiertagsstimmung, wenn es den Kol-Ridre-Gottesdienst beendet, am Totenbett angestimmt wird, dann sagen wir Entscheidendes aus über den Lehrinhalt des Judentums, .wie ihn Maimonides zusammengefsellt, nein zusammengeschaut hat, dann wird Ertenntnis der letzten Urgründe unseres Zudeseins zum frommen Betenntnis. Versuchen wir ganz schlicht, statt über das Wert und Leben des Maimonides im allgemeinen abzuhandeln, die 43 .Grundlagen* des Judentums, die Wurzeln, aus denen das ewig lebendige Judentum wächst, in ihrer zeitbedingten Auswahl und ihrer dennoch ewig gültigen Bedeutung uns zu deuten. Um folgende 13 Grundlehren des Judentums geht eS: 1. Oasein Gottes, 2. seine Einheit, 3. seine Untörperli'chteit, 4. seine Ewigteit, 5. die Pflicht, ihn allein anzubeten, 6. die Prophetie, 7. die Überlegenheit der Prophetie Moses über alle anderen Propheten, 8. die Göttlichteit der Thora, 9. ihre Unveränderlichteit, 40. göttliche Allwissenheit, TI. Lohn und Strafe, 42. das Kommen des Messias, 43. die Auferstehung der Toten. Drei Fassungen dieser Lehren sind, allgemein betannt und'zugänglich. 4. Oas Zigdalgebet, eine poetische Bearbeitung, die wahrscheinlich aus Italien stammt. .Zn einem Siddur vom Zähre 4383 ist angegeben, daß es vom Großvateb des Besitzers, d. i. von Daniel ben Zehuda Oajan aus Rom, versaßt wurde . . . Wir i)ii..iiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiimniHiiinimimmiiminiiiiiiiiiinniuniBnHmniiiiwiwiii«wr Hinweis Än Sonntag, ben 17. März 1935, abends 8 Uhr, liest der Dichter Manfred Sturmann (München) irn Hause ZoachirnHthal, Sayrruther Strahe 34, ags eigenen werken. Eintrittspreis RM 2. -. wegen beschränkten Raumes wird um fernmündliche Anmeldung unter Nr. 40929 gebeten. Die Veranstaltung steht unter dem Protektorat dex jüdischen Künftlerhilfe Dresden. Aus den preffeurteilen aber Sturmanns Cqrtk: Hier IH »ine neue KlalfUt Im 4'Nitehen 4s *f» dein 2we fei, 6afe Stur, mann eine der ttärhften li)ri(djen Begabungen ift, die In den letzten Zähren herausgetreten find. Berliner Bdrlen-Leilung. SlUrmanns Sprache hat die freimütige Sürliichiieii und WLrme, die nur bei grafter und schonender Liebe mdglich ift. valsische Zeitung, Berlin. Siurmanns Strophen haben natürlichen, überdies sehr mannigfaltigen lthyihrnus. und daher ift wirkliches Singen und Klingen in feiner Sprache. vr. Conrad tvandrey in den Münchner N.N. ZW $üUce**d&7xw^lU&<iceti. DcmcUm! Täglich nachmittags und abends das groBe Programm Nachmittags Eintritt frei / Kein Oedccku. Weinzwang! WaisenhausstraBe / Telefon 22944