Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 5 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 3 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. S Iüdlsche sublimiert, raffiniert und europäisiert/ Auch künstlerisch knüpft er an die Tradition der Berliner WirNichkeitsmalerei, an Ehobowiecki, Krüger, Menzel an. Aber er ist darüber hinaus Deutscher, an dm Geschicken Deutschlands hat er leidenschaftlichm, tätigen Anteil genommen und mit seinem Namen ist die größte Entwicklung verknüpft, die deutsche Kunst je gmommen hat. Sr hat der berlinisch-provinziellen Kunst den europäisch-weltmännischen Zug gegebm, dmn er wurde eine intemastonale Berühmtheit. Seine Bilder hängen in Paris und in London, eben erst hat man ihm in London eine Ausstestung bereitet und sein Selbstporträt für die Tate-Gastery erworben, in Amerika ebnet seine Empfehlung die Wege. Er ist nicht mehr da, aber sein Lebenswerk in Schaffen und Wirken hat seinen unverrückbaren Platz in der Geschichte. Gleich viel wie man seine Kunst charakterisiert, ob er den Willen seiner Zeit realisiert hat ober ob er der Zeit seinen Wisten aufgezwungen hat, jedenfasts hat er den Gehalt einer Zeit restlos erschöpft. Und ebmso unverrückbar bleibt bestehen, was er als Organisator, Kunst polistker, Schriftsteller und vorbildlicher Sammler geleistet hat. Er hat für die Freiheit der Kunst gekämpft, ihre reine, zwecklose Sphäre abgegrenzt, verteidigt gegen aste wesensfremdm Gesichtspunkte und unkünfilen'schen Eingriffe. Ebmso eindeustg hat er die Autonomie seiner ureigensten Gebiete Malerei und Graphik fesi> gelegt. Es gibt Erkenntnfffe und Worte, die nicht mehr zurück' gmommen werden können. So hat Liebermann eindringlich formuliert, daß der Wert eines Bildes nicht in seiner Idee liegt, sonbem ln der Ausfühmng der Idee, daß der Ausgangspunkt nicht bas Gedankliche, sonbem das Schaubare ist, daß bildliche OarfieNung eine Angelegenheit von Auge und 'Hand ist. Wenn aber daraufhin talentlose Verfechter eines bedingungslosen Naturalismus seine Oarfiellungsform verflachen und trivialisieren und sich dabei auf chn berufen, so kann X * «1 bleibt Cherg Der Universal - Gabardine - Mantel für alle 4 Jahreszeiten. Der zweckmäßigste Mantel bei Wind und Wetter, auf der Reise, auf dem Wege zum Geschäft, am Alltag und am Wochenende. Und die Preislagen s4nd Mk. 46.- 55.- 69.- 86.- aber nur in der König-johannstr. bei Eger & Sohn man sie mit seinen Worten bekämpfen: „Naturwährheit ist nicht Nachahmung sonbem Nachschöpfung/ Der schöpferische Akt - von Liebermann als „malerische Phantasie" bezeichnet - erhebt das Kunstwerk über jede Realität. In diesem Sinne hat er gekämpft in der Iugend. gegen die Alten, im Alter gegen die Iugend, unbeirrt, ohne Gefahr und Feindschaft zu meiden. Mit Dank und Bewunderung blicken wir zurück auf das nun abgeschlossene Lebm, das nicht umsonst ein kämpferisches gewesen sein soll. In unserer Zeit tiefster Aufgewühltheit und unsicherster Zielsetzung richten wir uns aus an diesem Repräsentanten des deutschen Iudentums, der durch Glück ukd Verdienst Schrittmacher deutscher, europäischer, menschlicher Kulsur geworden ist. Or. St. V ^Türkisch 8 WA* [ Ihre diesjährige StOUOr«rkiirunK durch Bücherrevisor Dr. Hans Pohly, Viktoriastr.12, Ruf 19450 Mitglied des Verbandes der Bücherrevisoren u. Steuerberater 64001 Krast-roschken-Huf 64011 TSCHECHOSLOWAKEI ERZGEBIRGE Sanatorium Theresienbad^ Eichwald bei Teplitz -Schönau Direkte Aatobueverblndung Dntdtn«Zinnwild• Elotiwald, Teplttz-Schdneu andeck/Schi«.' Dr. med. Erwin Sa Iin per Knrpemion Villa ]ohanna Vollständ. renovierte Zimmer und Gesellscb »Räume. Erstkl. Verpfleg Auf Wunsch Diät Wintersport Winterkuren Pauschalpreis 6RM. Hans Gerfon flmtsqcridüsrol i. ft. Dresden-fl.1 Lhemniher Straße 44 / Tel. 45 *27 Beratung in Denifenfadien, Reditsfodjen und ftusmanderungsfadjen. Hautoennallungen. InhofTobüro. UnMiiMiiiiiiiiimHiiiiiiiiliiiiiiiiiiitiiimiiiiiiiiiMiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiniimiiiiiiiiiMiiiiiMiiiiimiii Palästina-Wodie 1 vom 3.-10. März 1935 verbunden mit PfllflStlUG — SdlGlI | von Sonntag, den 3.-5. März, in den Räumen f der Fraternitas-Loge, Moritzstraße 1 b | Im Rahmen der Palästina-Woche sprechen: f Dr. Kanowitz-Tel Aviv, Frau Qr. Moses, | Dr. Josephstal, Fred Estreicher f Zton-2 lahrtausende jüdisdier Sehnsucht, | ein Oneg-Schabat, Rabbiner Dr. Elk, Ober- | kantor R. Hofstein, Otto Bernstein | Sonnabend, den 9. März 20 Uhr im Feit- | saal der Harmonie, Landhausstraße 11 f Der tlakkebiah entlegen Matinee des ITSV.-Bar Kochba | Sonntag, den 10. März vormittags 11 Uhr | in der Komödie, Prager Straße 1 ilÜiillltlHIlHlllIHMIlIHHIlHillllUimiHttlimMIIIIIIMimHimiHIHIMMIIIHItlllllllMIHIIIIIlIHHtlltT. C