Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 4 (15.2.1935)
- Date
- 1935-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 Nr 4 Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-gemeinde Dresden schiedensien Dichtungen, gingen sie - als Gottesstreiter und nicht als Politiker, als.Rechts- oder Linksgerichtete, es gäbe kein Gegen-einander-strhen, so, wie wir es heute so.manches Mal beschämend erlebten und erleben. Ich möchte ihnen allen Zurufen, den Zungen wie den Alten, allen meinen Brüdern: Wendet Euch an Euren Gott - laßt Ihn in Euch hinein! Oer Augenblick ist da, daß Gr von Euch gerufen, gefordert werden will. Aber - Ihr müßt es ernsthaft tun. Es muß sin ganzes Hinwenden sein, mit ganzer Seele, mit ganzem Blick, mit ganzem Ohr. Dann werdet Ihr wieder lernen. Seine Stimme zu hören - wenn Ihr es gelemt habt, ganz still zu werden. Dann werdet Ihr, die Ihr aus der Stille an irgend eine Arbeit geht, wissen und fühlen, daß Er mitgeht, daß Er Eure Arbeit mittut und Ihle werdet Euch schämen zu sagen „ich* tue. Und Ihr würdet merken und staunen, wie Euch alles,' was Ihr aus solchem Geiste tut, gelingt. Und Ihr würdet weiter staunen - wenn viele so gingen -> wie Hader und Meinungen aufhörten, wie Menschen sich gegenseitig tief, tief zu beglücken vermögen. *■ Ach meine Brüder, der Weg ist uns gezeigt, so leicht ist er zu gehe«: Geht ihn, geht ihn! Daß nicht alles Mühen vergeblich sei! .Daß nicht eines Tages alles mit Kampf und Schweiß Erbaute wie der Turm zu Babel zusammenstürzt. Es geht nicht ohne Gott! Tkicht einer unseres Volkes darf sein ohne Ihm, ohne Seine lebendige Gegenwart. Rufi Ihn - Er gibt Euch Antwort! Was ich hier schrieb, mein geliebtes Kind, ist aus tiefster Liebe für unser Volk, aus großer Herzensangst, daß es ins Leere geht, geschrieben. Er ist an alle gerichtet, wo immer sie sich „Iude* nennen, sei es in „unterm* Land, sei es hier in der uns, Fremde gewordenen Heimat. Wo immer ein I»de lebt, hat er am Gottesreich zu bauen. - Ich weiß, Ou, mein Kind, wirst dprt unter Oeinen kleinen Schwestem und Brüdem das Deine dazu tun. Lehre sie beten, ganz innig beten. Fast alle Großen haben verlernt zu beten, eine falsche Scham hält sie davon zurück. Ihr Kleinen aber könnt es wieder. So betet für uns mit, betet, daß die Herzenstüren unseres Volkes endlich sich auftun, daß der Raum ihrer Herzen frei werde - für Ihn, her da ist das, Licht und die Freude, der da ist der Erlöser aus. aller Rot - Er - der Gott Israels. Mein liebes Kind - ich umarme und segne Dich - - Amtliche Bekanntmachungen Zeittafel Gemeindeamt, 3eughau;ftraße 3, Telephon 14051 und 17887, geöffnet für den allgemeinen verkehr: werktäglich von 8—1 Uhr. Sprechzeit des Syndikus u. Büroleiter vr. Saalheimer, 11 — 1 Uhr. , Geschäftsführender Vorsteher: Herr Max Lesser (j. 3t. verreist; Vertreter : Herren Vr. Walter Grün, und Hermann Schocken), persönliche Rücksprachen mit den Vorstandsmitgliedern vermittelt das Gemeindeamt. Sprechzeiten der Herren Ratbiner. vie Herren Rabbiner find in sämtlichen seelsorgerischen, besonders auch peisönlich-religiösen Angelegenheiten wochentäglich zu folgenden 3eit«n zu sprechen: Rabbiner profeffor vr. Winter, neue Rdresse: Sedanstraße 24, Trdg., Telephon 47355, von 11 — 1 Uhr. _ Rabbiner vr. Wolf, 3eughausstrotze 1,3, Telephon 14051 und 17887, Montags, Mittwoch; und Freitags von 10 —1 ■'* 12 Uhr. ver Gemejnüedajan, Herr Rabbiner h o r o w i tz, Große 3wingrrstraße 6, .. täglich 9-12 Uhr. _ Wohlfahrtastelle: Sprechstunden Montags, Mittwochs und Freitag, von 9-10Z«, Uhr. ' Kleiderkammeri Ausgabe zur 3eit nur auf schriftliches Gesuch uud erfolgt« vewilligung. Wirtschaftshilfe: a) Allgemein« Beratung und Auswanderung. Montags, Mittwochs und Freftags von 9 — tyjll Uhr, vonnerstags von 18-19 Uhr. b) Beratung für Berufsumschichtung: Montags von 6 — 7 Uhr, Mittwoch; von 10—11 Uhr. varlehenskaffe: Mittwochs von 9 -«/, 11 Uhr und vonnerstag von 18-19 Uhr. NittelstandSküch«: Essenausgabe täglich außer Sonntag von 12 — '/,2 - Uhr, Ausgabe der Speisemarken Montag;, Mittwochs und Freitags von 12—I Uhr in der wohlfahrtsstell«. — fver den Preis von RM 0.45 bezahlt, braucht keine S^eisemarken. Vie Rüche befindet fich 3«ughausstraße 1, Erdg. I Bibliothek: Ausleihe: Sonntags von II-12V» Uhr, Mittwochs I und Sonnabends von 20 - 22 Uhr (Kostenlos). I Lesezimmer: Geöffnet Mittwochs und Sonnabends von 20— | | 22 Uhr (Kostenlos). | Jüdische Künstlerhilfe: (Kulturveranstaltungen) Montag; bi; Vonnerstags von 10—12 und 3 — 6 Uhr, Freitags von 10—3 Uhr. Heurietten-Gtift. Das Henrietten-Stist (Eliasstraße 24) ist das einzige Altersheim unserer Gemeinde. Im Iahre 1852 von Wilhelm Schie zum Gedenken seiner Gemahlin Henriette gegründet, tut es seit Iahrzehnten segensreiche Dienste. Heute muß allerdings gesagt werden» daß es, besonders seinem Fassungsvermögen nach, nicht mehr ganz den Anforderungen entspricht, die in der Iehtzeit an das Altersheim einer Gemeinde gestellt werden. Oie starke Überalterung der deusschen Iudenheit, namentlich aber auch die Abwanderung so vieler jugendlicher Personen, die genötigt sind - unter Zurücklassung der älteren Generaston - außerhalb Deutschlands sich ihre Existenz zu suchen, hat es mit sich gebrächt, daß die Zahl der Aufnahmesuchenden weit größer ist als die Zahl der verfügbaren Wohnungen. Hier einem offensichtlichen Bedürfnis zu genügen, ist ganz zweifellos eine der vornehmsten Aufgaben unserer Gemeinde. Es wird daher gegenwärtig eifrig daran gearbeitet, Mittel für einen angemessenen Ausbau des Altersheimes zusammenzubringen. Ein Mitglied unserer Gemeinde hatte die Liebenswürdigkeit, zu einem Wohltätigkeitstee in seinem Hause einzuladen, bei dem ein ansehnlicher Grundstock für den guten Zweck gelegt wurde. Weitere Spenden werben auf die Konten der Gemeinde bei den Bankhäusern Gebr.Arnhold u. 6. Mattersdorff in Dresden erbeten. Blaue Beitragskarte im Februar Oie blaue Beitragskarte für „Hilfe und Aufbau* gilt im Monat Februar der Werbung für Speisung und Kleidung. Niemand aus unserer Gemeinschaft darf gerade jetzt in der kalten Iahreszeit ohne warmes Essen, ohne warme Kleidung sein. Oie Mittelfiandsküche muß Iung und Alt mit guter und nahrhafter Kost versorgen. Wir Haben die Pflicht, für warme Bekleidung zu sorgen. Unsere Kleiderkammer reicht nicht aus, um alle Rot zu beheben. Jeder denke an die Rot des andern! Helft mit, daß niemand hungert oder Mangel an warmer Kleidung leidet. Erwerbt die blaue Beitragskarte für „Hilfe und Aufbau*! Neuerwerbungen der Semeindebibliochek B 28 Frank Rothschild, 3. 25. Levy. Sabbat-Lieder für Schule und Haus. Frankfurt a. M. 1934. H 183 Bialik, Ehaim Rachman. Essays. Auton'sierte Übersetzung aus dem Hebräischen. Berlin 1925. H 185 Heine, Heinrich. Bekenntnis zum Iudentum. Auswahl aus feinen Dichtungen, Schriften u. Briefen. Berlin 1925. I 102 Mendelssohn, Moses. Oer Mensch und das Werk. Zeugnisse- Briefe, Gespräche. Herausgegeben von Bertha, Badt-Etrauß. Berlin 1929. Rath, Moses. Sefath ammenu. 6. Auflage mit Schlüssel. Wien 19201 Herzl, Theodor. Ein Gedenkbuch zum 25. Todestage. Berlin 1929. Gorelik, Schmarja. Herzl in seinen Tagebüchem. Berlin 1929. Rordau, Max. Zionistische Schriften. 2. Denn. Auflage. Berlin 1923. Zemach, S. Das jüdische Dorf. Iemsalem 1933. Prinz, Ioachim. Wir Iuden. Berlin 1933. Zum jüdisch-arabischen Problem. Ein Sammelbuch. Berlin 1933. T 65 Alijah. Informationen f.Palästina-Auswanderer.Berl.34. K 29 60 T 61 T ' €2 T 63 T 67 T. 64