Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 2 (15.1.1935)
- Date
- 1935-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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r Nr. 2 Gemetndetlatt der Israelitische« Religion«gemeinde Drelde« Seite 5 P fr Mitteilungen über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen )üdLsiUe- KüMÜedütQe dcesclm Kulturveranstaltungen 1934/1935 S<&duVtca4rGtoUuHQ. du ICuMÜuUilfc Am Sonntag, den 27. Januar 1935, nachmittags 4 Uhr, im Großen Saal der Dresdner Kaufmannschaft, Ostra-Allee SINFONIE - KONZERT des Berliner Kulturbund-Orchesters ,(42 Künstler) „{ Leitung r "Generalmusikdirektor DR. ROSENSTOCK Solist: Konzertmeister WILLI FREY, (Violine) Werke von Beethoven, Mozart und Schubert Eintrittskarten zu RM. 3.50. 2.50.1.50 u.1.— im Gemeindeamt Theaterkasse Reka und Buchhandlung Strauß. Vorbestellungen werden im Gemeindeamt Erdg. in derZeit zwischen 10—1 und 3—6 Uhr schon jetzt entgegengenommen. Es empfiehlt sich rechtzeitige Entnahme der Karten, da die Nachfrage außerordentlich stark eingesetzt hat Die Inhaber von Patronatsplatzen haben freien Zutritt zu dieser Sonde'Veranstaltung und werden gebeten, die Eintrittskarten bis zum 23. Januar wahrend der oben genannten Zeiten im Gemeindeamt Erdg. in Empfang zu nehmen. Am Donnerstag, den 17. Januar 1935, abends 8,15 Uhr, im Großen Saal der Dresdner Kaufmannschaft, Ostra-Allee KANTORALER ABEND unter Mitwirkung von OBERKANTOR DAVIDSOHN. BERLIN HERTA MAUTNER-FALK — ALT DR. WILLI ARON, BERLIN - Konzertharmonium und Klavier sowie eines gemischten Chores unter Leitung von Kantor Haimos. Moderne Liturgie, Chasonus, palästinensische Lieder ijsw. Eintrittskarten zu RM 2.50, 1.75 und 1.25 im Gemeindeamt, Theaterkasse Reka und Buchhandlung Strauß Gemeindevorirag Rabbiner Or. Gwarsensky Die religiöse Haltung der Gegenwart In der stark besuchten Synagoge versuchte der in letzter Zeit ost genannte junge Berliner Rabbiner unter obigem Thema die Frage nach dem Ginn unseres Lebens aufzurollen. Er konstatierte, daß die Juden in Deutschland zu einer gewissen Gemeinschaft zurückgekehrt seien, was aber noch nicht mit religiöser. Renaissance verwechselt werden dürfe. Er warf die Frage auf, ob es für uns Juden eine Möglichkeit gebe, wieder einen Anschluß an die Religion zu finden, an die Religion, die seit 3000 Jahren dem Judentum seinen Inhalt gegeben hat und das- Leben in seiner Ganzheit umfaßte? Der Redner meinte hierzu: Religion könne nicht gefunden werden, sondern muffe Organisch wachsen, man könne sie nicht empfehlen oder befehlen. Er ist der Meinung, daß der Mensch je nach der allgeigxinen Zeitströmung religiös oder irreligiös sei. So sei im Mittelalter die Religion die autoritäre Macht auf allen Gebieten gewesen, und wie die Ehrisienheit den Papst, so hätten die Juden ihren Schulchan aruch gehabt. In der Reuzeit babe sich der Glaube an Wissenschaft, Technik und Wirtschaft gebildet und das Gefühl für Religion vollkommen verdrängt. Rur Kraft und Stoff würde für das Effektive gehalten und Gott abgesetzi. In den weiteren Ausführungen zeigte er. wie Wirtschaft, Politik 'und Krieg auf die Religion zersetzend eingewirkt hätten und wie das Judentum nach Auflösung des Ghettos in den Strom der Rel gionsentfremdung Hineingetrieben worden sei. Zum Schluß brachte Dr. Gwarsensky den schönen Gedanken zum Ausdruck, daß diese Leidenszeit uns von der Vorsehung zur Selbstbesinnung geschickt sei und die heutige Entwicklung uns deusschen Juden einen staken seelischen und geistigen Aufschwung geben könne, wenn wir sie recht zu verstehen wüßten. Zum Ginfonie-Konzert am 27. Januar 1935 Es ist ein ganz seltener künstlerischer Genuß, der an diesem Rachmittag uns Dresdnern geboten wird, und die starke Rachfrage, welche nach den Karten eingesetzt hat, zeigt, daß die Gemeinde- Mitglieder das Ereignis auch zu schätzen wissen. Wir werden hören: die Egmont Ouvertüre von Beethoven, das Violin-Konzert in A-Dur von Mozart (der 27. Januar ist Mozarts Geburtstag!) und die herrliche Große Sinfonie in L-Dur von Schubert, ein klassisches- Programm, recht geschaffen zur Erhebung des Menschen über den Alltag. Wegen des Vorverkaufs vergl. die Ankündigung! Zum Kantorale n Abend am 17. Januar 1935 i Für den erkrankten Herrn Oberkantor Reu, München, ist es gelungen, den berühmten Oberkantor der Berliner Gemeinde, Herrn Magnus Oavidsohn, zur Mitwirkung zu verpflichten. (Vergl." auch, den interessanten Artikel Oavidsohns über seine Begegnung mit Gustav Mahler in der letzten Rümmer der E. V.-Zeitung vom 10. Jannar 1035!) Freunde echten Ehasonus und moderner jüdischer Liturgie werden an diesem Abend einen hohen Genuß haben. Es wirken ferner mit unsere beliebte Dresdner Altistin, Frau Mautner-Falk, mit jüdischen Kompositionen sowie die von Herrn Kantor Halmos geleiteten gemischten Ehöre des Gottesdienstes nach altem Ritus und der Misrachi-Jugend. Das Dcesdens! Täglich nachmittags und abends das große Programm Nachmittags Eintritt frei / Kein Gedecku. Weinzwangl Waisenhauss'raBe / Telefon 22944 i i 2353235323532348484853532302020023532330532323483148235348010223010201020248235323484853010201020153