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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-10-01 · 10a (Mitte Oktober 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
10a (Mitte Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 10a Gemeindeblatt der Israelitischen Neligion-gemetnde Dresden Seit» 8 Mitteilungen über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen i JüdticUe JtiiMtledUtfe dcejd&t Kulturveranstaltungen 1934 1935 III. H.1NKI HAITIS AIBiHHP Donnerstag, den 8. November 1934 pünktlich 815 Uhr abends im gr. Saale der Kaufmannschaft, Ostra-Allee Dos Fläddien von Elizondo Komische Oper in einem Akt Nach dem Französischen des L. Hatta und J. Moinaux Musik von Jacques Offenbach Nach der Pause: =f ' Nr. 66 Operelfe in einem Akt Musik von Jacques Offenbach Beide Werke sind lür Dresden yöllltr neu einstudiert , und werden in sehr hübscher szenischer Ausstattung' herausgebracht. Mitwirkende: Emil Fischer, bisher Nationaltheater Weimar (Regisseur , und Baßbuffo), Bella Erdoes, Dresden (Soubrette), Hans Horsten, früher Deutsches Landestheater Prag (Tenor) Am Steinway-Flügeh Walt. Goldmann Einzelkarten für den Offenbach-Abend ^u RM 3.50, 2.50, 1.50 im Gemeindeamt, Theaterkasse Reka und Buchhandlung Strauß Nur für Gemeindemitglicder! Seefhoven, in der sogenannten »Frühlings-Sonate" des Letzteren aus der Zeit zwischen I. und II. Sinfonie, noch die entzückende Leichtheit und Dustigkeit der Auffassung. Violinstücke non Josef Suk - Schaler und Schwiegersohn van Anton Dvorak und der bekannte Sekundgeiger des böhmischen Sfreichquartetts - waren voll Temperament und Gfimmungsreiz. Den Höhepunkt bildete aber Joh. Scb. Vachs Adagio und^'Fuge für Violine-Solo, in Soldbergs großartig pastosem Spiel und seiner Sicherheit in Doppelgriffen geradezu zwei Violinen vortäuschend. Als Klaviersoli hatte Paul Aron Werke von Johannes Ärahms gewählt, die mit ihrem knorrigen Wesen, dem Sturm und Vegen des Inhalts, Heute besonders tief ergriffen. Hatte er sich damit wieder als Meister hingebenden Ernstes gezeigt, so vermittelte Aron dann mit Stücken von Dvorak (»Ekloge-Hirtengesänge") und Emetana (»Äöhmische Kinneß") Stimmungen der Heiterkeit, ja Ausgelassenheit. Nach dem zweiten hinreißenden Klangbilde voll volkstümlichem Temverament wollte der Äeifall der einige Hunderte z-lh lende Zuhörerschaft kein Kn de nehmen, so daß der Klar ermeister nach das berühmte pr^lude von Oebuffy in überlegener Gestaltung zugab. Daß Aron durchaus nicht als Äegleiter wirkte, sondern als gleichwertiger Partner mit seinem vornehmen Kammermusikstil, machte die Sonaten am Ein- und Ausgang des Abends zu besonderen Genüssen. Ludwig Hardt ist für Dresden keine Überraschung mit seiner geistreichen, ost kühnen Eigenart des Vortrags. In seinen Rezitationen hört man heute mit dem geschärften Seelen-Ohr unserer Erlebnisse echtes jüdisches Wesen schwingen: bei der Wiedergabe von Heinrich Heine Bitterkeit. Ironie und phantastisches Leben (»Prinzessin Sabbaih"), ethische Entrüstung und Kraft (»Das goldene Kalb"): bei Peter Altenberg jene feine ernst-süße Verständnisinnigkeit für menschliches Leiben, gegossen in die geistreich knappe Form. Aus den »Geschichten Jäacobs" von Thomas Mann las Hardt mit Gestaltung die Schilderung von Jaacobs erster Vegegnmg mit Vahel, eine der sonnigsten Szenen des Werkes, aus dm Otto V ernst eins Kunst uns im letzten Jahre die beiden schmerzverzerrtesten Kapitel nahebrachte. Von Äemstein Hatten wir letztes Jahr auch die unvergleichliche Humorvolle Geschichte vom Milchhändler Tewje gehört, wie sie Scholem Aleichem im »Haupttreffer" erzählt. Ludwig Hardt ist ein virtuoser Veherrscher aller Mittel bis zum schauspielerischen Anbeuten der Figuren in Ton und Geste. Trotz einer Indisposition, der leider die angekünbigten Schauspielerporträts zum Opfer fielen, wußte er das Programm - so lebendig zu gestalten, daß starker Veifall ihm dankte. An ähnlichen Abenden ungewohnte Zwischenbemerkungen des Künstlers in Form einer Eonference brachten gelegentlich «in wenig aus der Stimmung. ß. 23. Kulturabende der Dresdner Künstlerhilfe: - Simon Soldberg und Paul Aron - Ludwig Hardt Die beiden ersten Abende der zehn Veranstaltungen umfassenden Folge erfüllten in jeder Hinsicht die hochgespannten Erwartungen. Simon Goldberg und Paul Aron, die am 4. Oktober im großen Saale der Kaufmannschaft'konzertierten, gehörten beide während ihres früheren Wirkens in Dresden zu den bevorzugtesten Lieblingen der hiesigen kunsiverständigen Kreise. Der Geigenvirtuose Goldberg hatte sich als 4. Koiizertm.^ster des Dresdner philharmonischen Orchesters und zugleich als Solist den Zluhm erspielt, der dann von seiner Stellung am Äerliner philharmonischen Orchester unter Wilhelm Furtwängler international ausstrahlte. Jetzt wohnt der Künstler am Eomo-See und bereist' als Solist die Welt. Wir bewunderten wieder seinen klaren und vollen Ton sowie die siilecht edele Phrasierung in den Diolinsonatcn den Händel und Bruno Gimpel in Dresdner Ausstellungen ver hochbegabte Roftodttr Maler und Graphiker Bruno Gimpelder seit Jahren in Dresden ansSssig ist, hatte sowohl in der Sächsischen Kunstausstellung aus der 3 ohresschau wie auch in der diesjährigen Aquarell-Ausstellung auf der Brühl'schen Terrasse Gelegenheit, wertvolle Proben seines eigenartigen und ansprechenden Könnens zu zeigen. 3n der letztgenannten Ausstellung hing gleich am Haupteingang des großen Saales sein Aquarell »Blich auf Striesen", ein vorsrllhlingsbiid in edelen Zarbtönen, einen ungewohnten. Blick auf Strahen und Dächer darltellend, in dem sich die zum Lüften auf. gehängten roten Betten farbig lebendig einfügen. - 3m Ausftellungspalast hing in der Gruppe »Vereinigung Schaffender Künstler" ein GIgemäide ,Alter pommerscher Bauernhof", worin Gimpels norddeutsche Eigenart besonders stimmungsvoll zum Ausdruck kommt. Es ist eines sc ner Lieblingssujets: in seinem Atelier (Vr.-Blasewitz, veulsch« Kaiserallee 7,111.) stnd zahlreiche verwandt« Landschaften — besonders auch schöne vünenbilder - zu sehen. Erwähnt seien die temperamentvollen graphgchen Blätter Gimpels, der Übrigens auch als Gebrauchspraphiker (Reklame isw.) einen sehr angesehenen Namen hat. B.

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