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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-09-01 · 9a (Mitte September 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
9a (Mitte September 1934)
Date
1934-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemeilldedlatt der Lfraelitischen I^eligionsgemein-e Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes * Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes * Verantwortliche» Schriftleitung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgrmeinde Dresden / Druck: A. Gruhnert, Dresben-A. 1 Alleinige Annahmestelle für Inserate: Iac. Sternlicht, Stübel-Allee ZZ / Ruf Z41SZ / Die 4mal gespaltene 4ü>mrn.Zeile kostet 22 pfg., laufend Rabatt X. Zahrg. Dresden, Mitte September 1934 Nummer 9 s Sukkoth—Zeit der Freude Vorüber sind die jomim nauroim und schon rüsten wir zu neuen I Festen. Rach Beendigung des jaum Kippur geht nicht jeder Jude gleich an den gedeckten Tisch, um nach dem , anstrengenden Fasten dem Körper Rahrung zu geben, so manch einer geht erst in den Garten oder in den Hof, um den ersten Pfahl für die Sukkoh einzuschlagen. Er wollte erst noch ein religöseS Geboterfüllen, ehe er an sich unb1 sein leibliches Wohl dachte. Das Sukkothfest, das wir nun feiern werden, beschließt die Reihe totj Feste des Jahres und dieser Festesabschluß soll uns zu einer Quelle wahrer Freude werben. Äber Sukkoth heißt es in der Thora: »Am 15. dieses siebenten Monats ist das Hüstenfest sieben Tage dem Ewigen . . . Und nehmet euch am ersten Tage eine Frucht vom Baume Hadar, palmzweige und Zweige vom Baume Aboth und Bachweiden und freut euch vor dem Ewigen ... Zn Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage. (3. B. M. 23, 33/34, 40, 42)*. . Dieses Hüstenfest bietet uns eine dreifache lehre: 1. Daß wir uns in Zeiten des Glückes an eine einfache Lebensweise gewöhnen, und alles Überflüssige, das zu unserer Verweichlichung beitrügt, entbehren lernen sollen. Gerade an unseren Freuden- I tagen gehen wir aus unseren bequemen Wohnangen und verbringen diese FesteStage in einer mit Laub bedeckten, einfachen Hütte. 2. Bietet es uns die moralische lehre, daß alle Glücksgüter dieser Welt vergänglich sind. *- Wir sollen uns stets vor Augen halten, daß wir sterblich sind und unser höchstes Ziel sein sott in Tugend, Demut und Bescheidmheit vor Gott zu wandeln. 3. Soll dieses Fest - Chag hooßif - Fest der Sinsammlung als Erntedankfest zur Dankbarkeit gegen,Gost anregen. Wir sollen am Fest der Ernte derer gedenken, die vom Schicksal geplagt sind' und die voll Gorgen der rauhen Jahreszeit entgegen sehen. Daß auch sie sich am Fest unserer Freude freuen können, sei unsere Sorge. Sukkoth — s'man simchoßenu - Zeit unserer Freude. Wir haben 'es verlernt an der Erfüllung religiöser Gebräuche innere Freude zu erleben. Sa Zole iilwr Simm steht eine SeaMesiM. Es wäre erfreulich, wenn sie in diesem Fahre mehr als in allen Vorjahren von den Gemeindemitgliedern ausgesucht werden würde, und wenn auch der Fesistrauß zu Sukkoth mehr als bjsher in jüdischen Häusern seine Stätte finden würde. Sukkoth spricht in unseren Tagen lebendiger zu uns als je. Auch in unseren Tagen befinden sich Tausende unserer Brüder auf der Wanderung. Go wird uns die Hütte zum Symbol der Ungewißheit auch des scheinbaren fest Gegründeten in unserem leben. Aber noch ein anderer Ginn, verbindet sich mit diesem Wort. Oie Hütte ist uns ein« Stätte der Ruh« und Zuflucht wie sie es unseren Vätem war in den Fahren des Zuges durch die Wüste. Den Sinn des Hüttenfestes gili es für alle Iuden wieder lebendig zu machen. 1 Wir wollen uns mit diesen alten und heiligen Symbolen erneut verbinden, um unser jüdisches Gefühl zu stärken. „Möge wieder die Hütte des Friedens ausgebreitet sein über uns. über ganz Israel und über Jeruscholojim". mMmiMMiiHiMMMiMimiiiittiiimmtiMimimtttiiMittiimiMiiiitMiitiiiiiiiiiiiiiiiiimitiiiiimiiiim Die jüdische Gemeinschaft ruft! Zum Werk für Hilfe und Aufbau geeint, ruft die jüdische Gemeinschaft, rufen die jüdischen.Organisationen und Institutionen aller Richtungen die deutschen |uden zur umfassenden Opfergemeinschaft auf. Oeffnet die Herzen! Oeffnet die Händel Es zeugt von menschlicher Grüße und jüdischem Bewußtsein, sich dem schweren Schicksal seiner Gemeinschaft zu stellen, auch wenn es den einzelnen selbst noch nicht erreicht hat. Gerade wer die Not noch nicht verspürt, opfere für die schwerer ringenden Brüder. Es darf nicht sein, daß das deutsche Judentum eine Gemeinschaft ohne Jugend, eine Gemeinschaft ohne Zukunft werde. Dein Opferiührt die Jugend zu produktiver Einordnung |n neuen Lebensraum, damit sie fähig wird, die Sorge für die erwerbslosen Alten auf ihre eigenen starken Schultern zu nehmen. Es darf nicht sein, daß Wissen und Bildung nur dem Besitzenden zugänglich gemacht wird. Dein Opfer baut am jüdischen Schul-und Kulturwerk. Es darf nicht sein, daß Alte und Kranke unversorgt bleiben. Dein Opfer sichert die Aufrechterhaltung von Wohlfahrt, Krankenhäusern und Altersheimen. Nach gemeinsamer Planung soll ein edler Wettstreit herrschen in der Erfüllung der beiden Aufgaben: Sicherung des Schicksals der deutschen Juden in Deutschland und konstruktiver Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina. Die Sammlung für den Keren Hajessod geht deshalb selbständig als in sich geschlossener Bestandteil des gesamten jüdischen HHfswerks neben der Sammlung des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau einher. - feder gebe nach seiner Einsicht und seinem Herzen, aber er gebe bis an die Grenzen seiner Kraft! Reichsvertretung der deutschen Juden. 4

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