Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 8a (Mitte August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4892693-5739425-5770092--2046-4894631- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. S» Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden Seit« 9 Vereinsnachrichten Hindenburg'Gedentfeier Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten <S. D. Ortsgruppe Dresden gab feiner unlöslichen Verbundenheit mit seinem höchsten Führerkameraden in einer Gedächtnisfeier am Dienstag, dem 42. August in dem bichtgefüllten Saal der Fraternitasloge Ausdruck. Man erinnert sich, daß zu Hindenburgs 85. Geburtstag der 3*33?. ihm sein Gedenkbuch überreichte und folgende unvergeßliche Antwort von seinem Generalfeldmarschall eintraf: ,3» ehrfurchtsvoller Erinnerung an die aus 3hren Reihen für bas Vaterland gefallenen Kameraden nahm ich bas Auch entgegen und werde es meiner Kriegsbücherei einverleiben.* 3n ergreifenden Worten gab der Redner des Abends, der selber als Truppenarzt das Hindenburg-Regiment Ar. -14? bei Tannenberg begleitet hat, Kamerad Stabsarzt d. Res. a. O. Vr. Kah, den tief schmerzlichen Gedanken und Gefühlen der jüdischen Frontsoldaten des Weltkrieges Ausdruck. Sie, die unter der Führung des großen Toten gekämpft und 42000 ihrer Aesten auf den Schlachtfeldern für Deutschland gelaffen hätten, - sie dankten dem stets verautwortungsbewußten Gerechtigkeitssinn des verblichenen Marschallpräsidenten besonders, weil er die hoffnungslose Härte des Schicksalsjahres 4933 milderte und ihnen die Kraft gab, in zähem Frontgeist weiter zu kämpfen um Deutschland. Als in diesen Augusttagen vor 20 Fahren der Rame Hindenbürg zum ersten Male für alle Deutschen erklang, erweckte er, vereinigt mit der väterlich-gütigen Ruhe und Selbstsicherheit dieses monumenjalen Kopfes sofort »olle Zuversicht. Der Redner schilderte anschaulich die miterlebte Schlacht bei Tannenberg,'die unbedingte Pflichterfüllung und gewaltige Verantwortung, die, sich immer steigernd, Hindenburg auf sich genommen hatte. Ein historischer Überblick über sein 3 Generationen umfassendes Leben zeigte das Schicksalhaft-Große des Hindenburgschen Weges vom Königgräher Schlachtfeld bis in die Einsamkeit von Reudeck, sein überzeitliches Menschentum, das im Wandel der Fahrzehnte unverwandelt, rein, zwar geläutert, im Kern immer unerschüttert blieb. Gestützt auf die Grundtugenden der Verantwortungsfreudigkeit und Treue, die »das Mark der Ehre* sei, habe Hindenbürg selbst in der trostlosesten Zeit der deutschen Geschichte als persönlichkeitsbildende Kraft vorbildlich gestanden. Als sich der Kaiser des verabschiedeten Generals in Hannover entsann und ihm den Oberbefehl im Osten anbot, war seine kurze, soldatische Antwort: Fch bin bereit! Sollte sich das Vaterland einmal seiner jüdischen Söhne erinnern, dann würden auch sie bereit sein. Wie einst im Schützengraben, so jetzt im Trommelfeuer von Kränkungen und Zurücksetzungen gelobt der RFF. auszuharren und sich von keiner Macht der Erde das geliebte Vaterland aus dem Herzen reißen zu lassen. Dank sprach der Redner noch dem verewigten Feldmarschall aus, daß er wenig Wochen vor seinem Hinscheiden ein Frontkämpferkreuz stiftete, welches allen Frontkämpfern der alten Armee verliehen werden soll. Die jüdischen Frontsoldaten werden es in Stolz und in unauslöschlicher Verehrung seines Stifters tragen, sie, die unter seinen Fahnen kämpfen und siegen, dursten und denen das bitterste Los beschieden war, die Lobeerkränze sich in Dornenkronen verwandeln zu sehen. Die Äedenkworte klangen aus ln jenes einfache Lied wie ein Schwur und ein Aekenntnis für den hohen, toten Führerkameraden: »Du bleibst im ew'gen Leben mein guter Kamerad!* * Dresden-A. ».Prager Straße 26 . ftTnrul 2461+ * Niederlage der ,,Herz“-SchDhe Das Harmonium nahm die Melodie auf und stehend horten die Versammelten die alte Weise an. Oie Rede war umrahmt von feierlichen Musikvorträgen: Franz Schuberts »Der du von dem Himmel bist* und die Litanei »Ruhn in Frieden alle Seelen* sang Frau Falk - Mauthner mit dem rührenden Klang ihres edlen Alts: den Trauermarsch aus Aeethovens »Eroica* und den Marsch »Auf den Tod eines Helden* aus Aeethovens Asbur-Sonate spielte mit stimmungsvoller Wirkung auf dem Harmonium Frau Eva Aüttner. .Oer Saal war würdig mit Pflanzen geschmücktvor Hindenburgs schwanz-umflorten Aildnis brannten Kerzen. A. F. T. ö. V.. Bar-Kochba Dresden Sonntag, den 49. August 4934, veranstalten wir auf unserem Sportplatz Radrennbahn, Reick, unser erstes, großes Makkabi-Sportfest. Sportverein Aar-Kochba, Leipzig, wird mit 8 Mannschaften, 5 Fußball- und 3 Handballmannschasten und einem großen Aufgebot von Leicht-Atlethen erscheinen. Gezeigt werden u. a. Maffenfreiübungen sämtlicher Teilnehmer und Staffel-Wettkämpfe. Den Höhepunkt, der Veranstaltung bildet das Fußballtreffen der ersten Mannschaften zwischen Leipzig und Dresden. Lei dem guten Material unseres Leipziger Arudervereins versprechen sämtliche Rasenspiele und Wettkämpfe ausgezeichneten Sport. Wir bitten sämtliche sportltzbenden Dresdner durch zahlreichen Aesuch unsere Veranstaltung zu verschönern und zu unterstützen und somit dem jüdischen Sport in Dresden das richtige Gepräge zu verleihen. , Programm: Vormittags 40 Uhr: Fuß- und Handballspiele der Fugend und unteren Mannschaften. Rachmittags 3 Uhr: Aufmarsch. Sportliche Vorführungen. Staffel-Wett-Kämpfe. Städtespiel in Fuß- und Handball, Dresden-Leipzig. M. Zucker, Dresden Subdirektion der „Victoria-Versicherungen“ Amalienstraße 7 / Telephon 14 890 IftesicUuuHQCH [täte Ad Leben/l)nfall / Feuer/ Einbruch/ Auto Haftpflicht / Transport / Reisegepäck Spendet zur Hilfsaktion!! r Erwerbt die Beitragskarte!