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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-08-01 · 8a (Mitte August 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
8a (Mitte August 1934)
Date
1934-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8a Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-gemeind« Dresden Seite 5 rpoirrperr I Heute“**“ DES BAR KCXHBA 19. August, auf der Radrennbahn, Reick — Beginn hachnt. 3 (Ihr Aufmarsch — Sportliche Vorführungen — Staffel-Wettkampfe * Fuß- und Handball-Städtewettspiel Dresdan — Leipslg fanbe gemacht haben. Ein edler Wetteifer besteht zwischen Kwuzah und Privatwirtschaft! . . Man fragt flch: weshalb verkauft der Araber sein Land an 3uben? Und die Frage ist soforf beanwortes, wenn man durchs Land fährt. Eine Stunde fährt z. B. von Oaganiah aus das Auto durch vertrocknete, durstige Getreidefelder, deren Ertrag kaum ein Zentner pro Ounam sein wird - und plötzlich steht man grüne Weizenfelder, die deh zehnfachen Ertrag bringen, und abwechselnd dazwischen Wein und Tomaten und Blumenkohl, Bananen und Eitrusfrüchte aller Art. Derselbe Boden, der genau so trocken und durstig aussah vor sieben Jahren, als ich durchreiste, und heute - ein Paradies! Da sind die blühenden Kolonien Beth-Alpha und Tel-Iosef und En-Eharod mit Ihren über tausend jungen Ehaluzim. Wo jüdische Hände das Land bearbeiten, blüht es und gedeiht es. Oer Segen Gottes liegt auf der Arbeit, weil sie mit betender Hand getan wird. Worüber viele Leute erstaunt stnd, und worüber ich gar nicht erstaunt war, das ist das schnelle Wachsen der jüdischen Industrie im Lande und die Qualität der Ware, die dort hergestellt wird. Ich weiß, was Iuden kn anderen Ländern in der Industrie geleistet haben, und nichts, was sie in Palästina leisten, würde ^mich in Erstaunen' sehen. Ich müßte Stunden Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, wollte ich alles aufzählen, waS jetzt schon im Lande produziert wird. Eie können sich vom Kopf bis zum Fuß gut kleiden in Sachen, die im Lande gemacht sind. Qualität gut, Preise sogar billiger als hier. Sie können Möbel aller Art, und Haushaltssachen aus Holz und Blech und Aluminium und Emaille, aus Kupfer und Stahl kaufen. Eine große Glasfabrik wird jetzt gebaut. Schuhfabrik und Bierbrauerei werden jetzt in der Nähe vom Tschernoff-Familienheim in Rischon-le-Zion gebaut. Zement- und * Betonfabriken aller Art sind im Lande. Unser frühreres Borstandsmitglied Or. Iohn Levy fabriziert jetzt Etahlgerüste aller Art für Bauten, und eiseme Gitter und Tore und Schlösser. Er beschäftigt fast doo jüdische Arbeiter. Erstklassige Konfekt-, Keks- und Backwaren aller Art werden produziert. Eine Gurkenfabrik größerer Art fehlt, aber unserer Freund Fritz Baum aus Leipzig ist dabei, eine zu ern'chten. Leute der Bekleidunasbranche New sjorks und Berlins - der Städte, in denen jüdische Fabrikanten und Arbeiter dos Kleiderqeschäft ihrer Länder beherrschen - sagen mir, baß die Bedingungen für den Aufbau einer ganz großen Kleiderindustrie für Export sehr günstig sind. Ich selbst halte die Möglichkeiten für erweiterte Landbewirtschaftung und für Fabrikation für so groß, daß das Land noch viele Iahre lang viele neue Einwanderer absorbieren kann^ Oie zweite Frage, die man stessen muß, und die ich nicht mit so großer Bestimmtheit beantworten kann, das ist die Frage der Zukunft, der Zukunft nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch der politischen und kulturellen Entwicklung. Man kann leicht schon bestehende Tatsachen beschreiben, aber man müßte ein Prophet sein, wenn man über die Zukunft sprechen wollte. Bei gegebenen Tatsachen kann man voraussichtlich mit besonderen Entwicklungsmöglichkelten rechnen. Hier aber stehen die Tatsachen noch nicht fest. Sie sind erst in Entwicklung und Entstehen. Dabei hängt so viel von außer uns liegenden Kräften ab, über die wir wenig Einfluß haben. Da ist zuerst die englische Maydatarmacht, über die es so viele Meinungen gibt als'Menschen,, mit denen man darüber spricht. Meine Meinung ist, daß England immer seine eigenen Interessen wahrnehmen wird, daß man aber die Entwicklung des Landes beim jüdischen Aufbau so gestalten kann, daß keine großen Konflikte oder Differenzen nötig sind, wenn man seine notwendigen Forderungen in der rechten Weife vorbringt. Wenn wir unsere Forderungen in der rechten Weise vorbn'ngen und. uns nicht von unvemünstigen Oraufgängem in unseren eigenen Reihen davon abdrängen lassen werden wir ohne große Beschränkung Weiterarbeiten können. r Ich halte die Beschränkung im Tempo der Einwanderung wohl für schwien'g für uns, weis so viele Menschen zur Zeit auf, sofortige Einwanderung drängen, aber im Ganzen auch in eigenem Interesse. Bierzigtausend Iuden kamen im Hahre 1933 ins Land und sie strömen im gleichen Tempo auch im Iahre 1934 hinein. Ein neuer Zuwachs von 30 °/0 der jüdischen Gesamtbevölkerung jäbft sich durch Einwanderung ist vielleicht so groß wie für di« allgemeine Entwicklung gut ist. Oer zweite Faktor sind die Araber im Lande. Auch sie sind eine fest bestehende Tatsache, mit der map arbeiten muß und mit der man auch arbeiten kann. Eine äußerst schwierige Ausgabe, die gelösi werden muß und die nur gelöst werden kann durch Freundschaft zwischen den zwei verwandten Bölkern. ' Es ist allerdings schwierig, immer neue Zehntausend« ins Land zu bringen, ohne das bestehende Gleichgewicht zu erschüttern, obgleich die Iuden so viele neue Erwerbsmöglichkeiten schaffen, daß die Berdiensimöglichkeiten für die Araber heute viel besser sind als früher. Schwierigkeilen gehören zum lebendigen, vorwärtsstrebenden Leben, und sie sind da, überwunden zu werden und uns zu stärken. Auch diese l wichtige Frage werden wir nur durch absolute Gerechtigkeit und durch freundliches Entgegenkommen lösen können. Oer dn'tte Faktor sind wir Iuden selbst, der Iude, zusammengewürfelt aus hundert verschiedenen Ländem. mit ganz verschiedenen Ansichten in den meisten Fragen. Dieser dritte Faktor ist der mafiaebendsie, und unser Aufbau . und die Entwicklung und die Gestaltung unserer Zukunft hängt überhaupt zum allergrößten Teil von uns selbst ab. Deshalb kann jeder von uns selbst die Zukunft unseres Volkes beantworten, wie er das Iudentum ^jvschäht. Eine Teilfrage der großen Frage um die Zukunft Palästinas isi^die ganz wichtige Fraae. der"Religion. - Sie'beschäftigt"alle^Ge< müter ganz besonders stark "und gibt'Beranlassung zu fortwährenden Reibereien, die sogar manchmal in Tätlichkeiten ausarten. Das er- Werkstätten Karl Franz Innenausbau / / Wohnungseinrichtungen // Lnnelniöbel Boutifchlerarbeiten. / tadenciprichtungen / Tapenercrarbcitcn Freital 1 / Untere Dresdner Straße 4a früher L Lerrinann &■ Söhne / ‘fcnijpr.: 43156, Freital 3394 Herrenmode.waren , Gusf. Tnchler Nachf. Dos 50jährige Fachgeschäft > Örcsden * König-Johenn-Slr. 2

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