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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-07-01 · 7a (Mitte Juli 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
7a (Mitte Juli 1934)
Date
1934-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr.7, Gemeindeblatt der Israelitischen Religiontgemeinde Dresden SeiteZ SEIDENHAIIS JACOBY NACHF. Das Haus der großen Leistungen! Inh.: Ludwig Si.b.l Dres(^en.At Altmarkt 6 Seide ».Wolle * Samt ' | Ehajim Nachman Bialik | Mil der Sonne Eh. N. Bialik Das Judentum in der ganzen Welt hat einen schweren Schlag erlitten durch den all zu frühen Tod des großen Menschen, Denkers und Dichters Eh. 5k. Bialik, der in Wien am 4. Juli - 2-l.Tammus - im 62. Lebensjahre nach einer Operation gestorben ist. Bialik war einer der wichtigsten und wohl der geistig am höchsten stehende Vorkämpfer des Zionismus, an dessen Aufsteigen zu einer Kulturbewegung er sich selbst zu einem ln der gesamten jüdischen Welt anerkannten und geliebten Kulturführer entwickelte. Man erblickte in ihm, namentlich nachdem er selbst nach Palästina gegangen und zum kulturesten Träger der dortigen Entwicklung geworden war, das Zentrum der heuttgen wissenschaftlichen und schönen hebräischen Literatur, als ein solches Zentrum wurde er auch seit Jahrzehnten von den hebräischen Geistesarbeitern aller Gebiete anerkannt. * Seine wissenschaftliche Tätigkeit hatte ihren Haupterfolg in Arbeiten über den Geist der hebräischen Sprache in der Entwicklung des Idioms durch die Jahrtausende und über das Verhältnis der hebräischen Sprache zu anderen Sprachen. Interessante Versuche führten ihn dazu, zwischen den Legenden der Agada lind dem juristischen Inhalt der Halacha eine auf innerer Grundlage beruhende Synthese herzustesten. Seine anregenden Prosaerzählungen streben danach, das jüdische Leben unserer Zelt nicht nur fesselnd und der Wirklichkeit entsprechend darzustellen, sondern es auch in eine richtungweisende Sinnbtldlichkeit zu erheben. Besonders gehört die Wirkung seiner Dichtungen, epischer und lyrischer, zu den allergrößten Erlebnissen hebräischer Kunst. Da es ihm in seiner Lyrik gegeben ist, in großem Sttle und in erhöhter Sprache alles hebräische Erleben in einheitlichem Sinne zu fassen, es zu verttefen und es zugleich Hoffnung weckend vorwärts zu stoßen, erinnert seine Dichterschau an Sttl und Inhalt der Propheten. Dieser Eindruck ist so stark, baß man ihm in nicht unberechttgter Schwärmerei selbst den Namen des „Propheten* beilegtes wogegen er sich natürlich wehrte. Sein persönlicher Umgang ließ wohl seine Größe und Tiefe spüren, fesselte aber noch mehr durch die gütige Menschlichkeit eines i leidenschaftlichen Geklärten. - Es ist hter'nicht der Platz, seine Wirksamkeit im einzelnen zu schildern, erwähnt sei nur, daß er durch Gründung des Moria-Oewir-Derlags Gelegenheit suchte und fand, das hebräische Literaturgut aller Zeiten in neuzeitlichem Geoande zugänglich zu machen. Oie sterblichen Überreste dieses großen hebräischen Dichters! werden in der heiligen nationalen Erde in Palästina ruhen, seine unsterblichen Werke, sein großer Geist bleibt bei uns, in uns, für und für! I Mit der Sonne erhebt euch zu Bergessicht, Zu schauen ihr goldenes Gut, Ersteht als die Ersten im neuen Licht Und jeglicher schöpft in die Seele die Flut, Und des Morgens Pracht, tauttiesend und jung. Überström, überström euch im Flutenschwung, Und emeut jetzt alles, was welk und alt, ' Befreit euch aus morscher Fesseln Gewalt, Und heget und. wahret den goldenen Schah, Oie Herzen dran zu ernähren. Und kämet ihr elend und lastenbeschwert, Sollt reiner Fülle ihr wiederkehren, Ihr Wollen im Drznkel, ihr, Morschen der Nacht, Betet um Sonne, um Sonne! . Und ihr kehrt zu den Ärüdern beladen zurück. Daß Ströme von Licht an euch gleiten. Und ihr tragt zu Vater und) Mutter das Glück, Oie Botschaft bringt ihr der Weiten. Und schreitet ihr, Licht in der spendenden Hand, Gei's allen Kindem der Zeit gesandt Und dring' in die düsteren Keller hinein Zu euern Brüdern in Omck und Pein, Und es beb' in ihr Herz die drängende Macht: „Auf, Bruder, und bete in harrendem Flehn! Noch gibt es ein Hoffen und ein Ersteh'n Dann erwacht euer Bruder, der Sohn der Nacht, Und dürstet nach Sonne, nach Sonne! Und wär' noch umsonst euer Suchen nach Licht, So sollt aus dem Nichts ihr's erschaffen. Aus Felsen es schlagen, es stechen aus Stein Und aus dem innem Herzen es raffen. Beim Gotte des Lichtes, denn ist es erwacht, Kann's ewig nicht mehr entschwinden-- - Dann kommen aste, die irr und verbannt, Oie sehnende Seele zu euch gewandt. Und legen der eigenen Kinder Los, Oie heilige Sehnsucht in euem Schoß. L'nd Zeiten zu Zeiten vererbt das Gebot: „O lebet, dienet und harret!. - Ihr Dunkelbefreite aus alter Nacht, Zu Häupten ttaget die Sonne!* I. Schöner, Dresden. (Aus dem Hebräischen übertragen.) DasSpezialhausforteineHerrenkleidung fertige Herren-Kleidung Maß-Schneiderei Knaben-Kleidung * Herren-Mode-Artikel Ccrer&Sohn

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